Wildtiermanagement

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wildtiermanagement ist ein Bereich des Naturschutzes und der Jagd, in dem Wildtiere und deren Lebensräume im Mittelpunkt stehen. Tätigkeitsbereiche sind unter anderem im Jagd- und Forstbereich, Raumplanung, Schutzgebietsmanagement, Landschafts-, Arten- und Naturschutz angesiedelt. Auch Revitalisierung und Erhaltung von Lebensräumen gehören zu den Aufgaben eines Wildtiermanagers.[1] Ein Bereich des Wildtiermanagements ist das Bibermanagement.

Als Begründer der Idee des Wildtiermanagements wird oft Aldo Leopold genannt.[1]

Komplexes Aufgabengebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Wildtiermanagement greifen viele Disziplinen ineinander. Wesentliche Aufgaben von Wildtiermanagern sind Ermittlung von Populationsdaten, Erhalt und Erforschung von Lebensräumen sowie die Wiederansiedlung von verdrängten oder ausgestorbenen Arten. Damit verbunden sind forstökologische, geologische, politische und wirtschaftliche Themenfelder (Wildbiologie und Jagdwirtschaft) ebenso wie fischbiologische/ökologische und fischereiwirtschaftliche Belange.[1]

Es ist wichtig, auch wirtschaftliche und politische Zusammenhänge zu verstehen, um den komplexen Bereich des Wildtiermanagements zu überblicken und die politisch wichtigen Schritte planen zu können. Wiederansiedlung von Wildtieren ist häufig begleitet von großer Skepsis und auch Angst der Bewohner einer entsprechenden Region. Das bedeutet für den Wildtiermanager, dass er psychologisches Einfühlungsvermögen benötigt, um den neuen Lebensraum für Tiere erschließen zu können. Organisation von Aufklärung aller betroffenen Menschen ist hier wichtig.

Die Einschätzung der Umgebung vor einer Umsiedlung ist sehr wichtig. Fehlen wesentliche Elemente, die es einer Art ermöglichen zu überleben, kann das Projekt scheitern. Sind die entsprechende Mittel vorhanden, kann es zur Aufgabe des Wildtiermanagers gehören, die Umgebung entsprechend anzupassen beziehungsweise die Anpassung zu organisieren – zu „managen“.

Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein weltweit einheitliches Verständnis über den konkreten Aufgabenbereich und die Vermittlung dieses Wissens im Hochschul-Studium gibt es nicht. So enthält der Studiengang Wildlife Management an der Van Hall Larenstein University of Applied Sciences auch Elemente aus dem Bereich Zoo. Aufgrund der vielen Elemente ist der Studiengang Wildtierökologie und Wildtiermanagement an der Universität für Bodenkultur Wien als interdisziplinäres Studium angelegt.[1]

In z. B. Südafrika und Namibia gibt es zahlreiche Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten im Bereich des Wildlife oder Game bzw. Game Ranch Management. Unter anderem bieten in Südafrika die Universität Pretoria[2] und das private Southern African Wildlife College[3] solche Studiengänge an. In Namibia kann Wildtiermanagement an der Universität von Namibia studiert werden.[4]

Praxis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wildtiermanager Peter Sürth hat das Projekt Alpenexpedition 2010–2012 ins Leben gerufen. Um Daten zu sammeln und auch um über eine mögliche Wiederansiedlung von Wolf, Luchs und Bär im Alpenraum zu informieren, ist er seit 2010 dabei, gemeinsam mit der Biologin Gudrun Pflüger in Etappen den gesamten Alpenraum zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu durchqueren. Der Kameramann Albert Ausosbsky wird die Expedition mit der Kamera dokumentieren. Während dieser Expedition wird es immer wieder Informationsveranstaltungen geben, auch an Schulen. Die Expedition wird von Sponsoren und auch von Peter Sürth selbst finanziert.

Diese Expedition ist sicher nicht typisch. Doch macht sie deutlich, wie vielfältig die Herangehensweise sein kann, um die Ziele zu erreichen, die ein Wildtiermanager innerhalb seines Berufes verfolgt.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Universität für Bodenkultur Wien: Masterstudium Wildtierökologie und Wildtiermanagement
  2. Centre for Wildlife Management. University of Pretoria. Abgerufen am 24. Mai 2017.
  3. Offizielle Webseite des Southern African Wildlife College. Abgerufen am 24. Mai 2017.
  4. Wildlife Management and Ecotourism. University of Namibia. Abgerufen am 24. Mai 2017.
  5. "Weg der Wölfe" private Homepage

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]