Wilfried Kürschner

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Wilfried Kürschner (* 8. April 1945 in Lichterfeld) ist ein deutscher Sprachwissenschaftler und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Erlangung der Hochschulreife 1965 am Helmholtz-Gymnasium in Dortmund studierte Kürschner die Fächer Germanistik und Anglistik im Studiengang Lehramt an Gymnasien in Tübingen und Newcastle upon Tyne und legte 1970 das Erste Staatsexamen ab. 1973 wurde er in Tübingen mit der Dissertation „Zur syntaktischen Beschreibung deutscher Nominalkomposita“ promoviert. 1979/80 habilitierte er sich in Freiburg i. Br. mit einer Arbeit über die Negation im Deutschen.[1][2] Von 1980 bis 2010 war er Professor für allgemeine Sprachwissenschaft und germanistische Linguistik an der Universität Osnabrück, Abteilung/Standort Vechta, ab 1995 Hochschule Vechta, seit 2010 Universität Vechta. In den Jahren 1982/83, 1994 bis 1996 und 1997 war Kürschner Dekan des Fachbereichs Sprachen, Kunst, Musik bzw. Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften, 1997/98 Rektor der Hochschule Vechta. Von 2003 bis 2009 war er Direktor des Instituts für Anglistik und Germanistik.

Bundesweit bekannt wurde Kürschner mit seinem „Mini-Latinum“, das er für Germanistikstudenten entwickelte, weil deren Grammatik-Kenntnisse seiner Meinung nach durch Einblicke in die Grammatik des Lateinischen (und des Griechischen) erweitert werden können.[3]

Kürschner ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er lebt in Vechta.

Schwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kürschners Schwerpunkte sind Grammatik, spez. Orthographie des Deutschen, Geschichte der Sprachwissenschaft sowie Sprache und Sprachwissenschaft in der Öffentlichkeit. Seit 1995 ist er Mitherausgeber der Forschungsausgabe der Werke von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm; er betreute die Grimm-Teile des Deutschen Wörterbuchs (Bd. 40, 41, 42.1, 42.2) redaktionell. An der Universität in Vechta war er insbesondere für Lehramts- und Magisterstudenten mit dem Fach Deutsch/Germanistik zuständig. Daneben war er von 1994 bis 2010 Prüfungsamtsbeauftragter für die Lehramtsstudiengänge.[4] Bedeutung erlangte Kürschner auch als Herausgeber des Linguisten-Handbuchs.

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ost-West-Gesellschaft für Sprach- und Kulturforschung, 2. Vorsitzender
  • Internationales Organisationskomitee für das Linguistische Kolloquium

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grammatisches Kompendium. Systematisches Verzeichnis grammatischer Grundbegriffe (= UTB. 1526). 1989, 2. Auflage 1993, 3. Auflage 1997, 4. Auflage 2003, 5. Auflage 2005, 6. Auflage 2008, 7., überarbeitete und erweiterte Auflage, durchgesehen von Sebastian Kürschner. Francke, Tübingen 2017, ISBN 978-3-8252-4693-8, e ISBN 978-3-8385-4693-3.
  • Taschenbuch Linguistik. Ein Studienbegleiter für Germanisten. 1994, 2. Auflage 2003, 3. Auflage 2007. E. Schmidt, Berlin, ISBN 978-3-503-09814-9.
  • Neue Rechtschreibung kompakt. Systematische Übersicht über die Neuerungen der Orthografiereform. Wortindex mit Variantenführer bei Doppelschreibungen. Plaggenborg, Vechta 2001, ISBN 3-929358-61-1.
  • Linguisten-Handbuch. Biographische und bibliographische Daten deutschsprachiger Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftler der Gegenwart. 2 Bände. Narr, Tübingen 1994, ISBN 3-8233-5000-5.
  • Studien zur Negation im Deutschen. Narr/Stauffenburg, Tübingen 1983, ISBN 3-87808-812-4.
  • Zur syntaktischen Beschreibung deutscher Nominalkomposita. Niemeyer, Tübingen 1974. Reprint De Gruyter, Berlin 2010, ISBN 978-3-484-10207-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. zu grundlegenden Daten www.wilkuer.de
  2. Vgl. www.germanistenverzeichnis.phil.uni-erlangen.de
  3. Wolfgang Krischke: Schule: Beugt euch! In: zeit.de. 23. März 2005, abgerufen am 15. Dezember 2014.
  4. Vgl. www.profkuer.de