Wilfried Nippel

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Wilfried Nippel (* 31. Januar 1950 in Wuppertal) ist ein deutscher Althistoriker.

Nippel studierte von 1968 bis 1973 Geschichte und Germanistik an der Universität zu Köln und an der Universität Marburg. 1973 bis 1983 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten in Köln, Basel, Bochum und München. In Bochum wurde er 1978 mit einer Arbeit zum Thema Mischverfassungstheorie und Verfassungsrealität in Antike und früher Neuzeit promoviert. 1980/81 forschte Nippel am Deutschen Historischen Institut London, 1981/82 war er Visiting Scholar am Darwin College in Cambridge.

1983 habilitierte er sich an der Universität München bei Christian Meier für Alte Geschichte. Anschließend trat er eine Professur an der Universität Bielefeld an. 1988/89 war er Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin. Seit 1992 ist Wilfried Nippel Professor für Alte Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und seit 1997 ordentliches Mitglied und stellvertretender „Sekretar“ der geisteswissenschaftlichen Klasse der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Im Wintersemester 2008/09 und dem Sommersemester 2009 war er als Gastwissenschaftler am Swedish Collegium for Advanced Study in Uppsala und wurde in dieser Zeit durch Elke Hartmann vertreten. Von Oktober 2011 bis Oktober 2012 war er Fellow am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt. 2013 erhielt Nippel den an der Universität Frankfurt erstmals verliehenen Karl-Christ-Preis.[1]

Nippel forscht vorwiegend zur historischen Anthropologie, Fach- und Wissenschaftsgeschichte, Antikenrezeption und vergleichenden Verfassungsgeschichte. Er ist Vorsitzender des Clio-online - Historisches Fachinformationssystem e.V.

Er ist Mitherausgeber der Neuen Fischer Weltgeschichte.

Schriften[Bearbeiten]

  • Mischverfassungstheorie und Verfassungsrealität in Antike und früher Neuzeit. Klett-Cotta, Stuttgart 1980 (Geschichte und Gesellschaft, Bd. 21). ISBN 3-12-913160-4
  • Aufruhr und „Polizei“ in der römischen Republik. Klett-Cotta, Stuttgart 1988 ISBN 3-608-91434-X
  • Griechen, Barbaren und „Wilde“. Alte Geschichte und Sozialanthropologie. Fischer, Frankfurt am Main 1990. ISBN 3-596-24429-3
  • (Hrsg.): Über das Studium der Alten Geschichte. dtv, München 1993. ISBN 3-423-04583-3
  • Max Weber und die Althistorie seiner Zeit. Antrittsvorlesung vom 30. Juni 1992. Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin 1993 (Öffentliche Vorlesungen)
  • Public Order in Ancient Rome. Cambridge University Press, Cambridge 1995. (Key Themes in Ancient History)
  • (Hrsg.): Virtuosen der Macht. Herrschaft und Charisma von Perikles bis Mao. C. H. Beck, München 2000. ISBN 3-406-46045-3
  • mit Bernd Seidensticker (Hrsg.): Theodor Mommsens langer Schatten. Das Römische Staatsrecht als bleibende Herausforderung für die Forschung. Olms, Hildesheim 2005 (Spudasmata, Bd. 107). ISBN 3-487-13086-6
  • Johann Gustav Droysen. Ein Leben zwischen Wissenschaft und Politik. C. H. Beck, München 2008. ISBN 978-3-406-56937-1
  • Antike oder moderne Freiheit? Die Begründung der Demokratie in Athen und in der Neuzeit. Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt a.M. 2008. ISBN 978-3-596-60104-2

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. idw Informationsdienst Wissenschaft, Pressemitteilung vom 27. Februar 2013, abgerufen am 27. Februar 2013.