Wilfried Scharnagl

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Wilfried Scharnagl beim CSU-Parteitag in München 2015

Wilfried Scharnagl (* 26. Oktober 1938 in Hinterkotten, Landkreis Tachau, Sudetenland; † 16. Oktober 2018 in Freising) war ein deutscher Journalist, Buchautor und Politiker der CSU. Ab 1964 war er Mitarbeiter der CSU-Landesleitung und der CSU-Parteizeitung Bayernkurier, von 1977 bis 2001 dessen Chefredakteur.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scharnagl studierte Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Anschließend war er Redakteur beim Freisinger Tagblatt.

Er war ein langjähriger Weggefährte von Franz Josef Strauß. Ihre Beziehung galt als äußerst innig. Strauß soll über Scharnagl gesagt haben: „Er schreibt, was ich denke, und ich denke, was Scharnagl schreibt.“[1] Scharnagl war in der CSU aktiv und nahm an Sitzungen der obersten Parteigremien teil. Er war Mitglied im Vorstand der Hanns-Seidel-Stiftung. Er wurde mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet.

Im August 2012 gab Scharnagl das Buch Bayern kann es auch allein heraus, in dem er für einen unabhängigen bayerischen Staat plädierte.[2] Eine derartige Forderung war bis dahin lediglich von der separatistischen Bayernpartei erhoben worden. Ihm wurde vorgeworfen, in dem Buch historische Vorgänge einseitig darzustellen, indem er etwa nicht erwähne, dass der Freistaat Bayern durch den in Berlin geborenen Sozialisten Kurt Eisner ausgerufen wurde.[3] Im März 2014 erschien sein Buch Versagen in Brüssel. Plädoyer für ein besseres Europa, in dem er mit der Brüsseler EU-Bürokratie ins Gericht geht.

Scharnagl starb am 16. Oktober 2018 in Freising, zehn Tage vor Vollendung seines 80. Lebensjahres.[4]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Japan. Die konzertierte Aggression. 1969.
  • Das Groschenimperium: Gewerkschaften als Unternehmer. 1970.
  • Der Dreck, in dem wir leben, oder ein Nachruf auf unsere Umwelt. 1971.
  • mit Petra Moll: München. Traumstadt im Winter. 1980.
  • Das große Petra Moll Buch. Rosenheimer Verlagshaus & Augsburger Bücher Verlag, Rosenheim/ Augsburg 1981, ISBN 3-475-52327-2. (Rezension in Frankenland 121/1983)
  • Marianne Strauß. Ein Buch der Erinnerung. 1984.
  • mit einem Beitrag von Edward Heath: Konzern Europa. Wunsch und Wirklichkeit. Ehrenwirth, München 1972.
  • Mein Strauß: Staatsmann und Freund. Ars Una, Neuried 2008, ISBN 978-3-89391-860-7.
  • Bayern kann es auch allein: Plädoyer für den eigenen Staat. Quadriga, Berlin 2012, ISBN 978-3-86995-048-8.
  • Versagen in Brüssel: Plädoyer für ein besseres Europa. Keysersche Verlagsbuchhandlung, München / Berlin 2014, ISBN 978-3-86886-026-9.
  • Am Abgrund: Streitschrift für einen anderen Umgang mit Russland. Keysersche Verlagsbuchhandlung, Berlin 2015, ISBN 978-3-86886-029-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wilfried Scharnagl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Knobbe: CSU-Urgestein Scharnagl: „Es ist Zeit für das große bayerische Aufbegehren“. In: Spiegel Online. 22. August 2015, abgerufen am 16. Oktober 2018.
  2. Katrin van Randenborgh: Focussiert: „Bayern kann es auch allein“. In: Focus 28/2012. 9. Juli 2012, abgerufen am 16. Oktober 2018.
  3. Oliver Das Gupta: Warum Merkel ins Visier der CSU-Wahlkämpfer rückt. In: sueddeutsche.de. 22. August 2012, abgerufen am 16. Oktober 2018.
  4. Wilfried Scharnagl verstorben. In: CSU. 16. Oktober 2018, abgerufen am 23. Oktober 2018.