Wilhelm-Fabry-Museum

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Wilhelm-Fabry-Museum
Hilden Wilhelm-Fabry-Museum Aeskulap-Banane.jpg
Äskulap-Banane an der Giebelwand des Museums
Daten
Ort Hilden
Art Stadtgeschichte Hilden, Medizingeschichte, Industriegeschichte
Eröffnung 17. September 1989
Betreiber Stadt Hilden
Website www.wilhelm-fabry-museum.de
ISIL DE-MUS-325413

Das Wilhelm-Fabry-Museum ist ein stadtgeschichtliches Museum in der Stadt Hilden (Kreis Mettmann) mit den Schwerpunkten Medizin- und Industriegeschichte. Namensgeber des Museums ist der Wundarzt Wilhelm Fabry (* 1560 in Hilden; † 1634 in Bern). Fabry, auch bekannt unter seinem latinisierten Namen 'Guilelmus Fabricius Hildanus', gilt als einer der Begründer der wissenschaftlichen Chirurgie. Er wurde nur wenige hundert Meter vom Standort des nach ihm benannten Museums geboren. Das Museum ist Mitglied der „Association Européenne des Musées d'Histoire des Sciences Médicales“ (A.E.M.H.S.M.).

Geschichte des Museums[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Bestrebungen, in Hilden ein Heimatmuseum einzurichten, entstanden bereits im Jahr 1924. 1927 wurden in einem Klassenzimmer der Volksschule Steinhofstraße, heute Kindergärten Walter-Wiederhold-Straße, die ersten Exponate gezeigt. 1933 zog das Museum um in das Haus Elberfelder Straße 24, wo eine Ausstellungsfläche von 120 Quadratmetern zur Verfügung stand. Dieses Gebäude musste im Januar 1972 dem Neubau der Berliner Straße weichen. Die Bestände wurden kurz vor Abriss des Gebäudes in mehrere Schulen ausgelagert. Lediglich die Fabry-Sammlung wurde von nun an in der gleichnamigen Realschule weiter ausgestellt.

Erst zwölf Jahre später, im Januar 1984, gab es mit der Gründung des „Förderverein des Museums der Stadt Hilden e.V.“, jetzt Unser Hilden e.V., Bestrebungen zur Wiedererrichtung des Museums. Im Jahr 1985 entdeckten Mitglieder des Vereins an der Benrather Straße die im Jahr 1979 stillgelegte Kornbrennerei Vogelsang und schlugen der Stadt das Gelände als Standort eines neuen Museums vor. Rat und Verwaltung der Stadt stimmten zu und auch der Landschaftsverband Rheinland gab ein positives Votum ab. Nach Entwicklung eines neuen Museumskonzepts und umfangreichen Umbauarbeiten wurde das Museum im Jahr 1989 eröffnet. Träger des Museums ist die Stadt Hilden. Der Verein „Unser Hilden“, der die Stadtgeschichte Hildens zum Thema hat, ist unterstützend tätig, insbesondere bei Veranstaltungen und der Beschaffung von Exponaten.[1]

Kornbrennerei und Ausstellungsräume[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museumsareal besteht aus zwei Gebäuden. In einem 1867 fertiggestellten Ziegelbau befindet sich die historische Kornbrennerei. Die ehemaligen Geschäfts- und Lagerräume der Kornbrennerei wurden zu Ausstellungsräumen, einem Vortragsraum und Räumen für die Museumsleitung und -verwaltung umgebaut.

Kornbrennerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 11. März 1867 erhielt Johann Peter Vogelsang, ursprünglich Ackerer, die Konzession für seine Brennerei, deren Bau er bereits 1864 hinter seinem Haus an der Benrather Straße begonnen hatte.[2][3] Ein Feuer richtete im Jahr 1875 großen Schaden an, die Brennerei florierte aber trotzdem weiter. Nach dem Tod des Firmengründers im Jahr 1887 führten zunächst die Söhne Hermann und Peter den Betrieb weiter. In der Folge kam es zu mehreren Besitzerwechseln, zeitweise auch Verpachtungen, die auch entsprechende Umfirmierungen zur Folge hatten. Die letzte Firmierung vor der Schließung des Betriebs im Jahr 1979 war „Vogelsang & Co., vormals J. P. Vogelsang“ und Wolfgang Gymnich der Firmeninhaber.

Besonderheit der Kornbrennerei ist eine der ältesten, noch funktionsfähigen, liegenden Einkolbenfliehkraftregulator-Dampfmaschinen des Rheinlands, gebaut im Jahr 1876 mit der mit Fabrik-Nummer 76 von der Firma Kirberg & Hüls in Hilden. Die Dampfmaschine trieb bis 1979 über eine Transmission die Maschinen des Betriebs an, darunter eine Schrotmühle, einen Sackelevator und das Rührwerk im Maischbottich. Sie wird heute mittels eines Elektromotors betrieben. In der komplett erhaltenen Brennerei können noch alle Arbeitsschritte zur Herstellung von Alkohol in einer Kornbrennerei der Zeit um 1900 nachvollzogen werden.

Ausstellungsräume[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum zeigt zahlreiche Schriften Wilhelm Fabrys und seiner Zeitgenossen in Erstausgaben des 17. Jahrhunderts, Portraitgrafiken und historische Operationsinstrumente im Wechsel mit anderen Ausstellungen (Kunst, Medizin-, Lokal- und Regionalgeschichte). Der Faßraum des Museums wird regelmäßig für Vorträge, oft im Zusammenhang mit Ausstellungen, genutzt. Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 18 Jahren, die in Hilden wohnen oder zur Schule gehen, haben die Möglichkeit, Bilder aus der im Jahr 1998 eingerichteten Kinder- und Jugendartothek "Bildwechsel" auszuleihen.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1996[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stumme Zeugen ihrer Leiden
  • Hundertwasser. Grafiken und Objekte
  • In Hilden den Bach 'runter. Altes und Neues von der Itter

1997[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hilden, wie ich es sehe
  • Memento mori. Zeichnungen von Walter Hanel
  • Rheinische Psychiatrie im 19. Jahrhundert
  • Salvador Dali. Dante - Die göttliche Komödie
  • Unterwegs nach Santiago de Compostela. Impressionen vom Jakobusweg

1998[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Matthias Hintz. Der Mensch in den Dingen
  • Giant Steps. Eine Jazz-Story
  • Iwashita Tetsuji. Bilder
  • Stadt und Gesundheit. Zur Entwicklung des Gesundheitswesens in Hilden
  • Retrospektive René Carcan. Zeichnungen, Druckgrafik, Skulpturen und Schmuck
  • Spurensuche in Sand und Löss. Ehrenamtliche Bodendenkmalpflege in Düsseldorf und im Kreis Mettmann

1999[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hallo mein Herz!
  • Objekte des Kinder-Kunst-Spektakels 1999
  • Drei Jahre Hildener Jazztage. Eine Fotoausstellung
  • Hebammenkunst gestern und heute. Zur Kultur des Gebärens durch drei Jahrhunderten
  • requiem. Malerei auf Leinwand und Papier - Bettina Ballendat
  • „Niemand soll sagen, es ist nichts geschehen“. Volker Krämer, Gabriel Grüner - Eine Fotoausstellung
  • Nix wie Scherereien

2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Neues vom Tod. Werke aus der Graphiksammlung 'Mensch und Tod' der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
  • 6. Biennale Kleinplastik plus (auch im Haus Hildener Künstler H6)
  • Schon gehört? Mitmachausstellung
  • Homöopathie. Eine Heilkunde und ihre Geschichte
  • 175 Jahre Post in Hilden
  • Zeig' mir einen Engel!

2001[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jerusalem. Gesehen, empfunden, fotografiert von Harry Weber
  • Schwarzer Tod und Amikäfer. Biologische Waffen und ihre Geschichte
  • Junge Künstlerinnen und Künstler stellen Ergebnisse der Kinderkunstwoche vor
  • in aller Munde. Die spannende Geschichte von „Taschenklavier“ und „Quetschkommode“
  • Ansichten - Durchsichten. Hans-Joachim Uthke
  • Doctor's little helpers. Vom Fetisch zur Hightech-Medizin
  • Vor dem Leben und nach dem Tod. Zeichnungen, Lithographien und Druck-Steine von Boris Fröhlich

2002[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ikonen auf Papier. Grafik vom Berg Athos - 800 Jahre Kloster Hilandar
  • Einschnitte - Incisions. Yvonne Kendall und Henning Eichinger
  • Schattenschritte - Lebensspuren. Zeichnungen und Aquarelle von Joachim Klinger
  • „gewissenlos - gewissenhaft...“ Menschenversuche im Konzentrationslager - Eine Ausstellung des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin, Erlangen-Nürnberg
  • Wilhelm-Fabry-Förderpreisträger 2000: Arno Bojak und I-Shu Chen
  • Alles nur ein Traum?

2003[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zwangsarbeit in Rheinland und Westfalen 1939–1945
  • Bewegte Landschaften. Die Düsseldorfer Malerschule - Der Park des Künstlervereins Malkasten. Die grüne Kulisse der Künstlerfeste
  • Kunst auf Rezept
  • Samariter. Arzt und Patient

2004[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das, was man Leben nannte. Alltag im Frauen-KZ Ravensbrück 1939–1945
  • Extensions. Prothesen - vom Ersatz zur Erweiterung
  • Jazz. Hans-Joachim Uthke - Zeichnungen und Radierungen
  • Chirurgie in der frühen Neuzeit. Das Wilhelm-Fabry-Museum zeigt Kostbarkeiten aus seiner medizinhistorischen Sammlung
  • Tischlein deck' dich! Essen ist ein Bedürfnis, Genießen eine Lust

2005[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Max Volmer. Ein Hildener Forscher
  • Zahn der Zeit. Ausstellung zur Geschichte der Zahnheilkunde
  • Volker Krämer. Hommage an einen stern-Fotografen
  • Fitness. Schönheit kommt von außen
  • Erika Bopp. Schöpfungsmythen - Schöpfungslegenden
  • BRAVO wird 50! Eine Ausstellung zur Geschichte der Jugendkultur in Deutschland

2006[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Home Alchemy. Yvonne Kendall und Henning Eichinger - Bilder, Objekte und Skulpturen
  • Transparenter Dialog. Karl Krüll und Franz-Josef Hehl - Zeichnungen und Malerei
  • Blue Note Cover Design. Jazz-Plattengestaltung der Jahre 1956–1967 von Reid Miles - Eine Ausstellung im Rahmen der 11. Hildener Jazztage
  • Zeitfenster. Archäologische Funde aus Düsseldorf und dem Kreis Mettmann
  • Augenblick, verweile doch, du bist so schön!

2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Alter in der Kunst
  • Wie bitte? Vom schlechten Hören und antiken Hörhilfen
  • Sezierte Medizin. Diagnostische Betrachtungen mit Kleber, Feder, Nadel und Stift von Hans-Joachim Uthke
  • Joachim Klinger. Meine Bilder - Weggefährten. Aquarelle und Gouachen 1951–2006
  • Innenansichten. Virtuelle Körperbilder - Von der Faszination des Gesunden und der Ästhetik des Pathologischen

2008[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Von Messern, Sägen und Zangen, die heilen konnten. Instrumente und Bücher der medizinhistorischen Sammlung
  • Take Jazz - emotional and live. Bilder mit Jazzmusikern in Aktion von Ingrid Müller-Marx
  • In Hilden angekommen. Geschichten des Zuzugs
  • Wachs - Bild - Körper. Moulagen in der Medizin
  • Schmerz. Bilder vom Menschen

2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinz Breloh. Skulptur als Körperspur
  • Nicht alles Banane. Der medizinische Block - Frühwerke von Thomas Baumgärtel
  • Instrumente und Bücher der medizinhistorischen Sammlung
  • Neues aus der Röntgenologie. Unschädliche Befunde von Hans-Joachim Uthke

2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fabry - Eichinger: Medizin und Ästhetik
  • Götter in Weiß. Arztmythen in der Kunst
  • Wilhelm Fabry - Persönlichkeit, Wirken, Weltbild, Netzwerk, Patienten
  • Gelebt, geliebt, geraucht, gesoffen - und alles dann vom Doktor hoffen!

2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Materia Magica - die Haut, in der wir leben. Arbeiten von Isabel Kneisner
  • It happened in Hilden. Jazzfotos von Zbigniew Lewandowski
  • Dem Gehirn auf der Spur: Denken - Erinnern - Vergessen

2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frauen - Sünde - Tod
  • Vom Tatort ins Labor. Rechtsmediziner decken auf

2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Tod, der Gläubiger, der Regen - die kommen immer ungelegen - Zeichnungen und Radierungen von Hans-Joachim Uthke
  • Body and Soul. Inspired by Famous Jazz Compositions. Dietrich Rünger
  • Schritt für Schritt. Die Geburt des modernen Schuhs
  • Die Dosis macht das Gift: Genuss und Sucht - Heilung und Verfall

2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • BALNEA - Architekturgeschichte des Bades
  • Wilhelm Fabry - Persönlichkeit, Wirken, Weltbild, Netzwerk, Patienten

2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hajo Jahn: Hildens janusköpfiges Museum, liebenswertes Domizil für Wissen & Weingeist, in: Journal 10, Jahrbuch des Kreises Mettmann 1990/91, Bergisch Gladbach 1991, S. 48–56
  • Bernd Morgner: Die historische Kornbrennerei - Industriedenkmal und Museum, Museums- und Heimatverein Hilden, 1995
  • Wilhelm Fabry, 1560–1634, Wundarzt, Visionär, Weltbürger, Rotary-Club Hilden-Haan, 2010, S. 28f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wilhelm-Fabry-Museum Hilden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eckart Roloff und Karin Henke-Wendt: Berühmt als Wundarzt, Anatom und Autor - und dazu diese Frau! (Das Wilhelm-Fabry-Museum Hilden) In: Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Eine Tour durch Deutschlands Museen für Medizin und Pharmazie. Band 1, Norddeutschland. Verlag S. Hirzel, Stuttgart 2015, S. 139-141, ISBN 978-3-7776-2510-2.
  2. Wolfgang Wennig: Geschichte der Hildener Industrie Niederbergische Beiträge, Band 30, S. 180
  3. Wem der geprant wein nutz sey oder schad..., Zur Kulturgeschichte des Branttweins, Katalog zur Eröffnungsausstellung des Wilhelm-Fabry-Museums der Stadt Hilden/Historische Kornbrennerei, Hilden, 1989

Koordinaten: 51° 10′ 5″ N, 6° 55′ 39″ O