wilhelm.tel

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wilhelm.tel GmbH

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Rechtsform GmbH
Gründung 1999
Sitz Norderstedt
Leitung Jens Seedorff, Theo Weirich
Umsatz 505 Mio. € (2014)
Branche Telekommunikation
Website www.wilhelm-tel.de

Die wilhelm.tel GmbH ist ein regionaler Anbieter von Telekommunikationsleistungen mit Sitz in Norderstedt. Das Unternehmen ist über die Stadtwerke Norderstedt im Besitz der Stadt Norderstedt.

Verbreitung und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtgebiet Norderstedt waren 2006 bereits 95 % aller Haushalte technisch erschlossen[1].

Nach dem Start dort wurden 2004 einige Gebiete in Hamburg und Henstedt-Ulzburg ausgebaut. Die Erschließung weiterer Gebiete in der Norderstedter Umgebung ist derzeit in Planung, vorgesehen ist unter anderem ein weitgehender Vollausbau Henstedt-Ulzburgs, Kaltenkirchens und Rellingens.[2] [3]

Durchweg soll dabei das Konzept einer direkten Erschließung mit Glasfaserleitungen bis in den Keller der Kunden (Fibre To The Basement) umgesetzt werden. Insgesamt hatte wilhelm.tel im Jahr 2006 75.000 Kunden und erzielte bei einem Umsatz von 17,5 Mio. Euro einen Gewinn von 2,8 Mio. Euro. Demgegenüber liefen in der Anfangsphase beträchtliche Verluste auf, so zum Beispiel 2002 in Höhe von 3,5 Mio. Euro. Insgesamt fielen zwischen 1999 und 2002 Verluste in Höhe von 10 Mio. Euro an. Die Verluste sowie die Kosten für den Aufbau des Glasfasernetzes in Höhe von 43 Mio. Euro[4] wurden von den Stadtwerken getragen.

Wilhelm.tel war deutschlandweit das erste Unternehmen, das ein komplettes Multimediapaket (Triple-Play) angeboten hat. Dazu zählte die Telefonie, die schnelle Internetanbindung und Kabelfernsehen (inklusive des Empfangs eines Lokalfernsehsenders). Das digitale Kabelfernsehen wird, mit Ausnahme der Pay-TV-Programme, nicht grundverschlüsselt, so dass der Empfang mit jedem DVB-C-fähigen Gerät möglich ist. Das analoge Kabelfernsehen wurde wiederum bis April 2019 vollständig abgeschaltet.

Seit Oktober 2008 ist wilhelm.tel offizieller Partner des Wohnungsunternehmens SAGA Unternehmensgruppe in Sachen Telefonie/Internet/Kabelfernsehen. Seit Sommer 2009 sind nahezu alle Wohnungen an das Glasfasernetz angeschlossen.[5] Damit konnte wilhelm.tel sein Verfügbarkeitsbereich enorm ausbauen, da die SAGA-GWG die größte Wohnungsgesellschaft Hamburgs ist.

Das Unternehmen ist Mitglied im ANGA Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber, im Bundesverband Glasfaseranschluss (Buglas), sowie in der Deutschen Netzmarketing GmbH (DNMG) organisiert.[6]

Seit Juni 2013 bietet wilhelm.tel seine Angebote auch in Wedel, Wacken, Tangstedt (Stormarn), Tangstedt (Kreis Pinneberg), Alveslohe, Kayhude und Itzehoe an.[7] Seit Herbst 2013 wurde im Hauptverteilungsgebiet Norderstedt und Kundenzentren in Hamburg ein kostenfreies Wi-Fi-Netzwerk installiert und ohne Zeit- und Datenlimitierung zur Verfügung gestellt. Dieses Netzwerk soll bald flächendeckend ausgebaut werden. Der Zugang kann temporär oder dauerhaft ermöglicht werden.[8]

Wilhelm.tel ist Kooperationspartner anderer regionaler Kabelnetzbetreiber im südlichen Schleswig-Holstein, zum Beispiel Ell-tel in Ellerau, GWHtel in Halstenbek, pinnau.com in Pinneberg, SWN in Neumünster, tel.quick in Quickborn, und willy.tel in Hamburg. Auch der Anbieter VSE NET im Saarland und die Stadtwerke von Buchholz in der Nordheide werden mit dem digitalen TV-Signal beliefert.[9]

2018 investierte Wilhelm.tel, zusammen mit den Betreibern der Hoch- und S-Bahnen in Hamburg insgesamt vier Millionen Euro um in den Verkehrsmitteln einen WLAN-Anschluss anbieten zu können, im Dezember 2018 seien von den geplanten 550 bereits 380 fertiggestellt worden. Das Projekt, dass unter dem Namen mobyklick bekannt ist, soll insgesamt von 450.000 verschiedene Endgeräte gleichzeitig genutzt werden können.[10][11]

Besonderheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilhelm.tel betreibt ein eigenes Glasfasernetz, das bis zu den einzelnen Haushalten verlegt ist, also auf der „Letzten Meile“ nicht auf die Anmietung von Leitungen der Deutschen Telekom AG angewiesen ist. Über das Glasfasernetz wird neben einem Internetzugang mit Datenraten bis zu 1 GBit/s Downstream bzw. 200 MBit/s Upstream (Privatkundenangebote) auch sowohl Kabelfernsehen und ein Telefonanschluss mit angeboten.[1] Bei Anschlüssen im Kabelnetz ist die Abnahme des Kabelfernsehsignals dabei Voraussetzung für die Nutzung des Telefon- und Internetangebots, bei den mittlerweile überwiegenden LWL-Anschlüssen hingegen nicht.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Lokaler Carrier wilhelm.tel bietet Anschlüsse mit 100 MBit/s. Heise.de, 1. August 2006, abgerufen am 26. Mai 2013.
  2. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 31. Dezember 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rellingen.de
  3. Glasfasernetz: Rellingen bekommt dank wilhelm.tel schnelles Internet. In: Hamburger Abendblatt, abgerufen am 24. März 2014.
  4. Andreas Burgmayer: Falsche Bilanzen: Hallwachs wehrt sich. Norderstedter Zeitung, 13. November 2003, archiviert vom Original am 28. September 2007; abgerufen am 26. Mai 2013.
  5. Fragen undntworten. SAGA GWG, abgerufen am 2. März 2014.
  6. http://www.deutschenetzmarketing.de/Allgemeines.54.0.html
  7. Neues bei wilhelm.tel. (Nicht mehr online verfügbar.) wilhelm.tel, archiviert vom Original am 29. September 2013; abgerufen am 26. Mai 2013 (Abschnitt „wilhelm.tel wächst weiter – bald auch in Wedel!“). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wilhelm-tel.de
  8. Freies Netz ohne Einschränkungen. MobyKlick, abgerufen am 9. November 2013.
  9. wilhelm.tel installiert IP-Headend von Astro. In: Cable!vision Europe. Nr. 1, 2013, ISSN 1867-6650, S. 18 (astro-kom.de [PDF; abgerufen am 2. März 2014]).
  10. Hamburg: Gratis-Internet künftig auch an S-Bahn-Haltestellen. 3. Dezember 2018, abgerufen am 16. Mai 2019.
  11. Kostenlos in Hamburg surfen – WLAN-Ausbau gestartet. 14. April 2016, abgerufen am 16. Mai 2019.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]