Wilhelm Bünger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wilhelm Rudolf Ferdinand Bünger (* 8. Oktober 1870 in Elsterwerda; † 21. März 1937 in Leipzig) war sächsischer Ministerpräsident, als Politiker der DVP Landtagsabgeordneter sowie Richter am Reichsgericht (Senatspräsident).

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Der Sohn eines geheimen Regierungsrats studierte in Heidelberg, Halle und Berlin. 1892 trat er als Referendar in den preußischen Staatsdienst ein und 1897 wurde er Gerichtsassessor. 1902 kam er zur Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main. Er wurde ein Jahr später als Hilfsarbeiter an die Reichsanwaltschaft in Leipzig abgeordnet. 1913 wurde er zum Kammergerichtsrat befördert bei weiterem Verbleiben bei der Reichsanwaltschaft. Ab 1914 nahm am Ersten Weltkrieg teil und brachte es 1917 zum Hauptmann im Stab Ober Ost. Im März 1919 ernannte man ihn zum Reichsanwalt.

Bünger war zwischen 1920 und 1931 als Abgeordneter der Deutschen Volkspartei Mitglied im sächsischen Landtag. Von 1924 bis 1927 war Bünger Justizminister, 1928 Kultusminister und vom 3. Juli 1929 bis zum 18. Februar 1930 Ministerpräsident in Sachsen. Den Ehrendoktor der Universität Leipzig bekam der Jurist 1927 verliehen.[1] Im Jahr 1931 legte er sein Landtagsmandat nieder und wechselte als Senatspräsident ans Reichsgericht in Leipzig. Dort leitete er unter anderem die Verhandlung im Prozess um den Reichstagsbrand. Er verstarb im Amt.

Bünger war seit 1890 Angehöriger der Sängerschaft Fridericiana Halle[2] und später auch Angehöriger der Sängerschaft Gotia Göttingen.

Von 1926 bis 1932 bewohnte er mit seiner Ehefrau, der DVP-Abgeordneten im Landtag und im Reichstag Doris Hertwig-Bünger, als Dienstwohnung die Villa Hoflößnitzstraße 72 in Oberlößnitz (heute Stadtteil von Radebeul).

Literatur[Bearbeiten]

  •  Frank Andert (Red.): Stadtlexikon Radebeul. Historisches Handbuch für die Lößnitz. Herausgegeben vom Stadtarchiv Radebeul. 2., leicht geänderte Auflage. Stadtarchiv, Radebeul 2006, ISBN 3-938460-05-9.
  • Adolf Lobe: Fünfzig Jahre Reichsgericht am 1. Oktober 1929, Berlin 1929, S. 403.
  • André Thieme: Wilhelm Bünger: Regierung auf tönernen Füßen (1929/30), In: Andreas Wagner, Mike Schmeitzner: Von Macht und Ohnmacht. Sächsische Ministerpräsidenten im Zeitalter der Extreme 1919–1952, Beucha 2006, S. 220-240.
  • André Thieme: Wilhelm Rudolf Ferdinand Bünger (1870-1937), In: Sächsische Justizgeschichte. Sächsische Justizminister 1831 bis 1950, S. 117-141 (Onlinefassung, PDF-Datei, 14,8 MB)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Akademische Ehrungen, Webpage des Universitätsarchiv Leipzig, abgerufen am 28. Mai 2011.
  2. Paul Meißner (Hrsg.): Alt-Herren-Verzeichnis der Deutschen Sängerschaft. Leipzig 1934 , S. 158.