Wilhelm Blumenhagen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Philipp Georg August Wilhelm Blumenhagen (Rufname Wilhelm; * 15. Februar 1781 in Hannover; † 6. Mai 1839 ebenda) war ein deutscher Arzt und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der älteste Sohn eines Kammerschreibers besuchte als einer der ersten die neu errichtete Hofschule in seiner Vaterstadt und später das städtische Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium Hannover. Nachdem er etwa zwei Jahre lang die anatomische Schule in Hannover absolviert hatte, studierte er von 1798 bis 1803 in Erlangen und Göttingen Medizin. Er war – belegt durch sein erhaltenes Stammbuch aus dem Jahr 1800[1] und seinen Eintrag in die Kösener Korpslisten von 1910[2] – in seiner Studienzeit Mitglied der Erlanger Westfalen. Nach der Promotion ließ er sich 1803 als praktischer Arzt in seiner Vaterstadt nieder, wo er am 6. Mai 1839 an einem Schlaganfall starb. Er wurde auf dem Alten St.-Nikolai-Friedhof begraben. Sein jüngerer Bruder war der Dichterjurist Carl Julius Blumenhagen.

Blumenhagen wurde 1811 in die Freimaurerloge Zum schwarzen Bär in Hannover aufgenommen. In der Folgezeit hatte er mehrere Beamtenposten in der Großloge als auch in seiner Loge inne. Von 1826 bis zu seinem Tode war er der Meister vom Stuhl seiner Loge. Insbesondere setzte er sich für die Aufnahme von Juden in die Logen ein.

Blumenhagen war in der Periode der Abend-Zeitung durch seine leicht und spannend geschriebenen Novellen, die in „Novellen u. Erzählungen“ (Hannover 1826–1827, 4 Bände) und „Neuer Novellenkranz“ (Braunschweig 1829–1830, 2 Bände) zum Teil gesammelt erschienen, einer der beliebtesten Unterhaltungsschriftsteller. Seine „Sämtlichen Schriften“ erschienen in 2. Auflage in 16 Bänden (Stuttgart 1843–1844). Er hinterließ auch umfangreiche freimaurerische Literatur, wie Wo ist der Platz der Freimaurerei in der Menschheit? (Hannover 1838).

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die 1894 angelegte Blumenhagenstraße in Hannover-Nordstadt wurde nach dem Arzt und Schriftsteller benannt.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Herbert Kater: Stammbuch Blumenhagen In: Einst und Jetzt, Band 23 (1978) S. 91 ff.; dazu sehr quellenkritisch die Überarbeitung von Ernst Meyer-Camberg: Zum Stammbuch Blumenhagen in Einst und Jetzt, Band 29 (1984), S. 185–194. Stammbuch Privatbesitz; Kopie im Archiv des Corps Onoldia. Das Stammbuch Blumenhagen ist eine wichtige Quelle der Frühzeit des Erlanger Senioren-Convents.
  2. Kösener Korpslisten 1910, 40/22
  3. Helmut Zimmermann: Blumenhagenstraße. In: Die Strassennamen der Landeshauptstadt Hannover. Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 42