Wilhelm Genast

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wilhelm Karl Albert Genast (* 30. Juli 1822 in Leipzig; † 18. Januar 1887 in Weimar) war ein deutscher Dichterjurist. Vor und nach der Deutschen Reichsgründung war er Mitglied des Reichstages.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Genast war der Sohn des Weimarer Sängers und Hofschauspielers Eduard Franz Genast. Er studierte von 1841 bis 1845 Rechtswissenschaft an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Universität Jena. In Jena wurde er Mitglied der Burschenschaft Arminia auf dem Burgkeller (1842) und der Burschenschaft auf dem Fürstenkeller (1843). In Heidelberg schloss er sich 1844 auch der Burschenschaft Walhalla Heidelberg an. Er ließ sich 1845 als Rechtsanwalt in Weimar nieder, wo er 1852 Staatsanwalt wurde. Ab 1865 gehörte er dem Weimarer Landtag an und wurde 1872 Geheimer Regierungsrat.[1]

1867 wurde er für die Nationalliberale Partei in den Reichstag (Norddeutscher Bund) gewählt, 1871 dann für den Wahlkreis 3 Weimar in den Reichstag (Deutsches Kaiserreich), in dem er Mitglied der nationalliberalen Fraktion gehörte. Hier tat er sich insbesondere als Gegner der Todesstrafe hervor. 1872 wurde er Vortragender Rat im Weimarer Ministerium und 1873 auch Präsident der Landessynode. Wegen seiner Beförderung 1872 musste er sein Reichstagsmandat niederlegen, wurde aber in der Ersatzwahl erneut gewählt. Dem Reichstag gehörte er bis 1874 an.[2]

Als Dichter verfasste er historische Trauerspiele, Festspiele und Romane.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Brümmer: Deutsches Dichterlexikon. Band 1, Krüll, Eichstätt [u. a.] 1876
  • Wilhelm Kosch: Deutsches Theater-Lexikon. Band 1, Kleinmayr [u. a.], Klagenfurt [u. a.] 1953
  • Bernd Haunfelder und Klaus Erich Pollmann: Reichstag des Norddeutschen Bundes 1867–1870. Droste, Düsseldorf 1989, ISBN 3-7700-5151-3 (mit Bild)
  • Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I Politiker, Teilband 2: F–H. Heidelberg 1999, S. 114–115.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Haunfelder, Bernd / Pollmann, Klaus Erich (Bearb.): Reichstag des Norddeutschen Bundes 1867-1870. Historische Photographien und biographisches Handbuch. Düsseldorf: Droste Verlag, 1989, Foto S. 135, Kurzbiographie S. 405 (Photodokumente zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Band 2)
  2. Specht, Fritz / Schwabe, Paul: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Auflage. Carl Heymanns Verlag, Berlin 1904, S. 274