Wilhelm Goldmann

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Dieser Artikel behandelt den deutschen Verleger; für den hessischen Landtagsabgeordneten gleichen Namens siehe Wilhelm Goldmann (Politiker).

Wilhelm Goldmann (* 25. Februar 1897 in Baumgarten, Oberschlesien; † 24. April 1974 in Wollerau, Kanton Schwyz) war ein deutscher Verleger.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Goldmann wurde 1897 als Sohn eines Lehrers geboren. Er absolvierte eine Lehre zum Buchhändler und war anschließend als Mitarbeiter einer Dresdner Buchhandlung tätig, bis er 1917 zum Kriegsdienst einberufen wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg nahm er seine Tätigkeit wieder auf und gründete 1922 den Wilhelm Goldmann Verlag mit Sitz in Leipzig. Dieser gab zunächst Kunstbände, Holzschnittmappen und ähnliches heraus. 1928 erwarb Goldmann die Rechte der Kriminalromane von Edgar Wallace. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Leipziger Verlagshaus durch Bombenangriffe zerstört, Goldmann wurde abermals Soldat.[1] 1946 wurde er vom NKWD verhaftet und ohne Prozess oder Urteil bis 1950 inhaftiert, zunächst im Speziallager Nr. 1 Mühlberg und später im Speziallager Nr. 2 Buchenwald.[2] Anschließend baute er seinen Verlag in München wieder auf. 1963 wandelte er diesen in eine Aktiengesellschaft und 1966 in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung um. Drei Jahre nach dem Tod des Verlegers kaufte Bertelsmann 1977 den Goldmann-Verlag und stieg mit diesem Schritt ins wachsende Taschenbuchgeschäft ein.[3]

Goldmann war Mitglied des Verwaltungsrats der Verwertungsgesellschaft Wort. Er war in dritter Ehe verheiratet und verbrachte seine letzten Jahre in der Schweiz.[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Wilhelm Goldmann, Internationales Biographisches Archiv 39/1974 vom 16. September 1974, im Munzinger-Archiv, abgerufen am 20. Januar 2015 (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. Achim Kilian: Einzuweisen zur völligen Isolierung. NKWD-Speziallager Mühlberg, Elbe, 1945 - 1948. Forum Verlag, Leipzig 1992, ISBN 3-86151-028-6, S. 170.
  3. Thomas Lehning: Das Medienhaus. Geschichte und Gegenwart des Bertelsmann-Konzerns. Wilhelm Fink Verlag, München 2004, ISBN 3-7705-4035-2, S. 95.