Wilhelm Halfmann

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Wilhelm Hermann Heinrich Leonhard Halfmann (* 12. Mai 1896 in Wittenberg; † 8. Januar 1964 in Kiel) war ein evangelisch-lutherischer Theologe und von 1946 bis 1964 Bischof von Holstein.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Halfmann war der Sohn eines Schulleiters in Itzehoe. Sein 1914 in Jena begonnenes Lehrer-Studium wurde unterbrochen von Krieg und Gefangenschaft. Danach studierte er evangelische Theologie an den Universitäten Jena, Gießen und Kiel. Nach seiner Ordination 1923 war er Studieninspektor am Predigerseminar in Preetz und ab 1926 Pastor in Schönberg. 1933 wurde er Pastor an der St.-Marien-Kirche in Flensburg und während einiger Kriegsjahre in Mölln. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er 1946 Bischof von Holstein in Kiel. 1947 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Christian-Albrechts-Universität. Halfmann heiratete spät und starb 1964 in Kiel. Die Trauerrede hielt Hanns Lilje.[1]

Studieninspektor in Preetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Halfmann war von 1923 bis 1925 Studieninspektor am Predigerseminar in Preetz. Das Urteil von Studiendirektor Amandus Weinreich über den von ihm geschätzten Studieninspektor Halfmann war sehr positiv und zeigt in den Formulierungen auch die eigene theologische und kirchliche Einstellung Weinreichs:

„Er hat gründlich und mit Erfolg Theologie studiert und überragte alle Kandidaten, auch die gut begabten. Wichtiger als die theologische Richtung, in der er wohl seinen modern-kritischen Lehrern folgte, waren ihm der Inhalt des Evangeliums und das Bedürfnis der Gemeinde. Seine Übungspredigten ruhten auf dem Grund einer verständnisvollen, guten Exegese und gingen in die Tiefe; Aufbau und Gedankengang waren klar. Sie wirkten wahrhaft erbaulich.“[2]

Pastor in Schönberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Halfmann wurde 1926 Pastor in Schönberg in der Probstei und blieb dort bis zu seiner Versetzung nach Flensburg im Jahr 1933. In dieser Zeit arbeitete er neben seinen Verpflichtungen als Gemeindepastor an einer Dissertation über Christian Kortholt, die er 1930 abschloss.

An eine Begegnung mit Halfmann aus dem Jahr 1931 erinnert sich der spätere Diakon Hugo Wietholz, der damals Helfer in der Ferienkolonie des CVJM-Hamburg auf dem Schäferhof in Appen bei Pinneberg war:

„Wir hatten auch einen jungen Theologen im Lager, der es gut verstand, Gottes Wort zu erklären. Vergessen werde ich nie die Stelle aus dem Korintherbrief, wo Paulus schreibt: ‚Ihr seid ein Brief Christi‘. Dieser Vikar [sic!] Halfmann wurde später Bischof in Schleswig-Holstein.“[3]

Pastor der Bekennenden Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Halfmann zählte zur Führung der Bekennenden Kirche (BK) in Schleswig-Holstein. Nachdem er 1933 als Pastor an die St. Marien-Kirche in Flensburg berufen worden war, wurde er bald Ziel von Angriffen der Nationalsozialisten, die 1934 seine Entlassung forderten. Halfmann grenzte sich scharf gegen die Deutschkirche Friedrich Andersens ab und verhinderte zusammen mit anderen Pastoren deutschkirchliche Amtshandlungen in Flensburger Kirchen.

Von 1933 bis 1936 war er förderndes Mitglied der SS[1] und bemühte sich um eine vermittelnde Position im Kirchenkampf, wohl auch deshalb, weil sein Schwager, der Altonaer Propst Peter Schütt (1894–1969), Gaureferent der Deutschen Christen (DC) war.[4]

Bereits 1933/34 hatten in Schleswig-Holstein die Deutschen Christen leitende Positionen in den Kirchen eingenommen, unter anderem das Amt des Landesbischofs und das des Präsidenten des Landeskirchenamtes. Rund ein Drittel der Geistlichen verweigerte dem neuen Landesbischof Adalbert Paulsen das Vertrauen und gab sich auf zwei Bekenntnissynoden im Sommer 1935[5] und 1936 im Landesbruderrat der Bekennenden Kirche eine eigene Leitung, zu der auch Halfmann gehörte.[6] Die Deutschen Christen fielen unterdessen als kirchenpolitischer Verband auseinander, doch organisierten sich ihre ehemaligen Mitglieder in gemäßigter Form neu: als Lutherische Kameradschaft und als amtskirchlicher Pröpstekreis. Trotzdem hielten sie an ihren 1933 erlangten Leitungsämtern fest – bis 1945.

Gegen die drohende Kirchenspaltung griff ab Herbst 1935 der Staat ein und leitete damit die zweite Phase des Kirchenkampfes ein: die auf zwei Jahre befristete staatskirchliche Übergangszeit. Ein von Hitler eigens eingesetzter Reichskirchenminister, Hanns Kerrl, sollte im Reich und in den kirchenkämpferisch „zerstörten“ Landeskirchen, darunter Schleswig-Holstein, paritätische Kirchenausschüsse aus gemäßigten Vertretern beider kirchenpolitischer Richtungen bilden. Der Minister und seine Beamten bemühten sich nachhaltig darum, der Bekenntnisgemeinschaft durch weitreichende Zugeständnisse die Mitarbeit im Landeskirchenausschuss annehmbar zu machen. Dazu gehörte wesentlich auch, dass die Bekenntnisgemeinschaft einen ihrer Pastoren als Träger geistlicher Leitungsfunktionen benennen könnte und der Ausschuss ihn dann beauftragen würde. Diese Aufgabe fiel Halfmann zu; er wurde im März 1936 kommissarischer Oberkonsistorialrat im Kieler Landeskirchenamt. Zwei weitere BK-Vertreter wurden in den fünfköpfigen Landeskirchenausschuss berufen, der nun als Leitung der Landeskirche fungierte; dadurch war die 1933 errichtete deutschchristliche Leitungsstruktur zwar nicht abgeschafft, wohl aber dem neuen Ausschuss untergeordnet. Bis zum September 1937 sollte der Landeskirchenausschuss eine Befriedung und Neuordnung der Kirche erarbeiten. Aus der Sicht des Staates leistete der Ausschuss diese Aufgabe nicht zufriedenstellend, weil die Bekenntnisgemeinschaft insgesamt sich nicht gefügig und kritiklos in den Ausschuss einbinden ließ.

Die anfänglich positive Aufbauarbeit des Ausschusses (Erklärung gegen die Irrlehre, Einrichtung einer Prüfungskommission für die BK-Vikare, Ordination der BK-Vikare durch Halfmann) wurde nach wenigen Monaten durch die Forderung des Ministeriums überlagert, der Ausschuss müsse die Ernennung Christian Kinders vom amtierenden Vizepräsidenten zum ordentlichen Präsidenten aussprechen. Dazu waren die BK-Mitglieder und Halfmann sowie der Landesbruderrat und die Bekenntnisgemeinschaft insgesamt nicht bereit, da Kinder ihnen als kirchenpolitisch belastet galt: als Staatskommissar vom Juli 1933, als Reichsleiter der Deutschen Christen 1934 bis 1935 und als Sympathisant mit den nationalkirchlichen Deutschen Christen Thüringer Richtung.[7] So konnte Kinder damals nur zum kommissarischen Präsidenten ernannt werden.

Minister Kerrl löste den schleswig-holsteinischen Ausschuss schließlich im Januar 1937 auf, und Hitler wies im Februar einen neuen Weg zur kirchlichen Befriedung, indem er allgemeine Kirchenwahlen ankündigte. In beiden Maßnahmen drückte sich ein nun wieder verschärfter Kurs der Partei und des Staates gegen die Bekennende Kirche aus, wozu auch das Verbot der Judenschrift Halfmanns und schließlich seine Entlassung als Vertrauensmann der Bekenntnisgemeinschaft und als Konsistorialrat zählte.[8]

Die Judenschrift[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1936 verfasste Halfmann im Auftrag des Landesbruderrats der Bekennenden Kirche eine Schrift zur Judenfrage: Die Kirche und der Jude.[9]

„Für die Entstehung der Schrift waren vor allem zwei Dinge entscheidend: Erstens hatte durch die Machtübergabe an die Nationalsozialisten die politische Bedeutung der ‚Judenfrage’ zugenommen. Insofern ist die Schrift sicher auch ein Dokument der Zeit, die den judenfeindlichen Zeit-‚Geist’ widerspiegelt. So verwundert es auch nicht, dass Halfmann in der Judenfrage ‚eine Schicksalsfrage für die Kirche in Deutschland und für das deutsche Volk’ sah. Zweitens gab es den Kampf um die Evangelische Kirche. Halfmann versuchte, durch diese Schrift deren Existenz vor allem gegen den allgemein christentumsfeindlichen Rosenberg-Flügel und vermutlich erst in zweiter Linie gegen die Bestrebungen der Deutschen Christen zu sichern. So hielt der Preußische Staatsrat Börger im November 1936 mehrere Vorträge in Schleswig-Holstein, in denen er den Kirchen unter anderem vorwarf, Filialen der jüdischen Synagogen zu sein. Dabei appellierte er an die Zuhörer, ihre Kinder vom schulischen Religionsunterricht abzumelden, was zahlreiche Kirchenaustritte zur Folge hatte. Auf Initiative Halfmanns reagierten zahlreiche Pastoren – jedoch nicht allein die der Bekenntnisgemeinschaft – mit einer Beschwerde beim Landeskirchenamt und einer Kanzelerklärung an ihre Gemeinden. Zeitgleich entwarf Halfmann seinen Vortrag Der Angriff auf die Bibel für die geplanten Bekenntnisgottesdienste Anfang Dezember 1936, entschied sich währenddessen jedoch für den Titel Die Kirche und der Jude.“[10]

In antijudaistischer Tradition betrachtete er die Juden als Feinde des Christentums und der christlichen Völker und zeigte – unter Berufung auf Martin Luther – Verständnis für die damalige staatliche Gesetzgebung gegen die Juden.[11] Er sah es als ein „furchtbares Verhängnis“ an, „daß aus dem berechtigten Kampf gegen das Judentum[12] ein Kampf gegen Christus geworden ist. Denn das bedeutet: Ein Kampf gegen die göttliche Macht, die uns wirklich vor den Verderbensmächten des Judentums[13] bewahren kann!“[14] Vom gesetzgeberischen Vorgehen des Staates hob er aber die antisemitische Praxis der nationalsozialistischen Weltanschauungskräfte der SA und SS in aller Schärfe ab. Die Kirche könne niemals in deren aggressiven rassistischen Antisemitismus unter der Parole „Schlagt die Juden tot“ einstimmen. Die Judenfrage, weil eine religiöse, sei letztlich nicht mit politischen Mitteln zu lösen – schon gar nicht mit Gewalt, aber auch nicht mit Gesetzen. Die Kirche habe das „fürbittende Gebet“ für die Juden einzusetzen, dass Gott ihre Verwerfung beenden möge.[15]

Halfmann argumentierte in dieser Schrift, nur Christen könnten das Alte Testament richtig, nämlich vom Neuen Testament und Christus als „Mitte der Schrift“ ausgehend, verstehen.[16] Gleichzeitig kritisierte er den völkischen Antisemitismus, ohne sich jedoch ausdrücklich für Getaufte jüdischer Herkunft einzusetzen.[17] Vielmehr verwies er auf die Röm 11,25 EU verheißene endzeitliche Errettung Israels, um derentwillen das Volk, trotz des Fluchs, der auf ihm liege, am Leben bleiben müsse.[18]

Beeinflusst ist die Schrift von den Riederauer Thesen zur lutherischen Volksmission (Bekennende Kirche, Heft 1) aus dem Jahr 1933, von Volkmar Herntrichs Schriften über das Alte Testament aus den Jahren 1933 bis 1935[19], von Adolf Schlatters 1935 verfasster Schrift Wird der Jude über uns siegen?[20], Friedrich Hemans Geschichte des jüdischen Volkes seit der Zerstörung Jerusalems (1927) und Hans Blühers Erhebung Israels [gegen die christlichen Güter] (1931)[21].

Die Schrift wurde von der Reichsschrifttumskammer verboten und von der Gestapo konfisziert mit der Begründung, dass sich der Inhalt des Heftes „gegen die Weltanschauung des Nationalsozialismus richtet“ und „mit den im heutigen Staate herrschenden Anschauungen und Grundsätzen nicht vereinbaren lässt“.[22]

Spätere Einsichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1941 – er war inzwischen Pastor in Mölln – erfuhr Halfmann vom Euthanasiemord an Behinderten. Nach dem Überfall auf die Sowjetunion wurden ihm auch Massenmorde an Juden durch deutsches Militär bekannt. 1944 begann er, diese Morde in Predigten vorsichtig zu kritisieren. Er wandte sich gegen die Ermordung „unheilbar Kranke[r], Lebensuntüchtige[r], entwaffnete[r] Feinde und Geiseln oder Menschen fremder Abstammung“.[23] Und in einer Predigt vom 12. November 1944 klagte er u.a. die Vergöttlichung der eigenen Rasse und die Verteufelung der jüdischen als Aufstand gegen Gott an.[24]

Bischof von Holstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Untergang des NS-Staates wurde Halfmann 1945 zunächst Vorsitzender der vorläufigen Kirchenleitung Schleswig-Holsteins und nach der Abdankung von Adalbert Paulsen, den die Braune Synode der schleswig-holsteinischen Landeskirche am 12. September 1933 zum Landesbischof für Schleswig-Holstein ernannt hatte, 1946 Bischof für den Sprengel Holstein. Sein Kollege im Sprengel Schleswig war ab 1947 Reinhard Wester.

Nach Kriegsende äußerte Halfmann sich mehrfach öffentlich zur deutschen Schuld: am 28. Mai 1945 in seinem Rundschreiben an die schleswig-holsteinische Geistlichkeit Wie sollen wir heute predigen?,[25] im Oktober 1945 wenige Tage nach dem Stuttgarter Schuldbekenntnis[26] sowie am Reformationstag[26] und am Buß- und Bettag[27] desselben Jahres. Vor allem die Art und Weise der Veröffentlichung des Stuttgarter Schuldbekenntnisses im Kieler Kurier, einer Zeitung der britischen Militärregierung, und dessen Deutung als Anerkennung der deutschen Kriegsschuld kritisierte Halfmann. Dabei stand er unter starkem Druck von Pastoren und Kirchenbasis im Land, die ein Eingeständnis politischer Schuld ohne gleichzeitigen Verweis auf alliierte Kriegsverbrechen ablehnten.

Halfmanns Standpunkt zur Schuldfrage: Die Kirche habe nicht „Schuld im politischen Sinne“ zu bekennen, sie habe kein politisch-historisches Urteil zu fällen. Die Kirche habe allerdings von „Schuld im religiösen Sinne“ zu reden, und dies müsse in der ganz konkreten Situation der zerbrochenen nationalsozialistischen Herrschaft und in der Suche nach einem wirklichen Neuanfang geschehen. Damit war bei ihm die Schuldfrage nicht in eine abstrakte Ebene gebracht, sondern mitten hineingestellt in die damalige innere und äußere Verfassung des deutschen Volkes. In seiner ganz konkreten Lage galt es, so Halfmann, „der Wahrheit unserer Schuld standzuhalten“. Schuldig sei man geworden durch den „Geist des Säkularismus“, durch die Missachtung der Gebote und vor allem durch die Abkehr vom ersten, zweiten und dritten Gebot. So habe man dem Nationalsozialismus den Weg geöffnet. „Da lag unsere Schuld“, führte Halfmann am Reformationstag 1945 vor seinen Flensburger Zuhörern aus; er fragte sie und sich selbst eindringlich, wenn er ausrief:

„Und als sich nun die Gewaltherrschaft seit 1933 immer mächtiger auftat, was habt Ihr getan, was habe ich getan? Haben wir genug gerufen, gemahnt, protestiert? Ach, meine Freunde, wir haben Angst gehabt. Das war unsere Schuld. Es ist Schuld aufgehäuft, Berge hoch, und die Kirche tut recht, die zur Buße ruft, und zeigt sich eben gerade darin als Kirche Luthers im deutschen Zusammenbruch. Denn die Reformation hat begonnen als Bußbezeugung, nicht anders, und eine Reformation heute kann nur wieder mit der Buße beginnen, nicht anders.“[26]

Bereits im Mai 1945 hatte Halfmann seine Kollegen dazu aufgerufen, dem "unsäglich gedemütigten deutschen Volk Anwalt und Fürsprecher"[28] zu sein:

„Wir müssen uns bewußt sein, daß die Kirche heute eine ganz besondere Verantwortung für unser Volk trägt. Was wir einem trunkenen heidnischen Nationalismus nicht zugestehen durften, werden wir freiwillig dem unsäglich gedemütigten Volk geben, nämlich: Anwalt und Fürsprecher und Stimme für unser Volk zu sein. Wenn die Welt uns mit Fluten des Hasses überschwemmt, wenn im Namen Gottes und der Moral und der Humanität über uns gerichtet wird, so werden wir die Vollmacht des Bußrufs nur dem zubilligen, der selbst einen bußfertigen Sinn bekennt. Wir berufen uns auf das Gotteswort, in dem die Warnung vor dem hochmütigen Richten übereinander ein charakteristischer Grundzug ist (vgl. u.a. Matth. 7,1–5; Joh. 8,7; Röm. 3,23 usw.).“[29]

Die Kirche habe, so Halfmann, die Aufgabe, die deutsche Kultur zu bewahren. Dazu diente auch die Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen in die Ortsgemeinden und der Wiederaufbau und Neubau von Kirchen. Zahlreiche Kirchenneubauten wurden von ihm eingeweiht.

Halfmann setzte sich nach dem Krieg für den ehemaligen Präsidenten des Landeskirchenamtes Christian Kinder ein. Er schrieb ihm:

„Sie haben in der Frage der Behandlung nichtarischer Mitglieder der evangelischen Kirche die radikal deutsch-christliche Lösung vermieden und für Schleswig-Holstein eine Sonderregelung getroffen, die auch die Billigung der Bekennenden Kirche in Schleswig-Holstein fand.[30] Sie haben Ihren Einfluss bei Partei und Polizei eingesetzt, um Geistliche der Landeskirche vor Nachstellungen zu schützen. Sie haben bei der Frage der Eidesleistung der Geistlichen im Jahre 1938 nach vorherigen Verhandlungen mit Vertretern der Bekennenden Kirche eine Form der Eidesleistung gefunden, die den Geistlichen die Ableistung des Eides ermöglichte, so dass auch die der Bekennenden Kirche angehörigen Geistlichen den Eid abgelegt haben.[31] Darüber hinaus mag es von Wert sein, wenn ich zum Ausdruck bringe, dass wir trotz des in unseren Personen vorhandenen Gegensatzes immer als christliche Menschen und in angenehm menschlichen Formen miteinander verkehrt haben.“[32]

1947 verlieh die Theologische Fakultät der Landesuniversität Halfmann den Ehrendoktor und würdigte damit seine Verdienste in der Forschung und seinen Einsatz für die Gestaltung und den Neuaufbau der Kirche, der schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg begann.

1948 erwarb er für die Kirche die Liegenschaft Koppelsberg, seit 1951 Zentrum der Jugendarbeit der Landeskirche Schleswig-Holstein.

1951 kritisierte Halfmann die Wahl des Katholiken Friedrich Wilhelm Lübke zum Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein.[33]

Am 23. April 1957 wurde der Staatskirchenvertrag zwischen dem Land Schleswig-Holstein und den damaligen Landeskirchen in Schleswig-Holstein in Kiel geschlossen. Halfmann war an dem Zustandekommen wesentlich beteiligt.

Knapp zwanzig Jahre gestaltete er die evangelische Kirche im Norden Deutschlands maßgeblich mit, so dass seine Bedeutung für die jüngste schleswig-holsteinische Kirchengeschichte kaum überschätzt werden kann.[34] Der Historiker Kurt Jürgensen nannte ihn dabei einen Mann von Format: „genau zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle“.

Einer seiner engsten Mitarbeiter im Kieler Landeskirchenamt, Oberlandeskirchenrat Johann Schmidt, urteilte über ihn:

„Was von 1946 bis 1964, als Halfmann Bischof war, in der Ev.-Luth. Landeskirche Schleswig-Holstein geleistet worden ist, hat kirchengeschichtliche Bedeutung. Als Beispiele dafür seien genannt: die Ordnung der Kirche nach innen und außen, die Neubelebung des Gottesdienstes, der Bau von Kirchen und Gemeindehäusern, die Zurüstung und Weiterbildung von Männern und Frauen im Dienst für die Kirche und nicht zuletzt der Beitrag zu dem Thema von Diakonie und Mission, die Halfmann in ihren schleswig-holsteinischen Spitzenverbänden als Vorsitzender leitete. So sehr Halfmann ein Mann seiner Kirche war, der er nicht nur im eigenen Lande vorzustehen wusste, sondern die er bestens auch über Schleswig-Holstein hinaus und in der Ferne (Indienreise 1952) vertreten konnte, so sehr war er aber auch ein Mann, der seine schleswig-holsteinische Heimat und sein Vaterland liebte und gerade dazu in den letzten Jahren seines Lebens manches wegweisende Wort gesagt hat.“[35]

Die Wiederkehr des Verdrängten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits seit Ende der 1950er Jahre stand Halfmann wegen seiner antijudaistischen Äußerungen in Kritik, als er sich gegen den christlich-jüdischen Dialog aussprach. Dabei thematisierte der SPD-Politiker Joachim Steffen 1958 auch Die Kirche und der Jude. Halfmann verteidigte sich, dass er die Nürnberger Gesetze als Schutzgesetze für die Juden angesehen habe.[36]

Halfmann las auf Grund der Vorwürfe seine Schrift von 1936 noch einmal und empfand sie als „etwas flüchtig zusammengezimmert“. Trotzdem halte er sie im Grundansatz „noch heute für nicht unzutreffend. Denn der religiöse Gegensatz zwischen Juden und Christen ist unleugbar“. Gleichwohl war Bischof Halfmann bewusst, dass seine Schrift gerade nach dem Mord an den Juden ein Problem darstellte. Er behauptete rückblickend, dass er schon 1938 das Verfassen dieser Schrift bereut hätte. Am 5. März 1960 schrieb er an den Hamburger Landesbischof Karl Witte: „Heute wäre eine solche Schrift unmöglich.“ Seine historischen Bemerkungen über die Geschichte der Juden seien „ungerecht, weil einseitig ausgewählt“, „obwohl sie sachlich richtig sind“. Für eine Abkehr vom Antijudaismus sah Halfmann keine Notwendigkeit: „Trotzdem kann ich heute noch nicht anders, als den theologischen Ansatz für richtig zu halten. Aber auch über die Judenfrage zu diskutieren so, daß auch das theologische Nein zum Judaismus, nicht nur zum ‚Antisemitismus‘ durchgehalten wird, ist fast unmöglich. Ich kann die christlich-jüdische Verbrüderung auf humanitärer Basis, unter Eliminierung der Theologie, nicht mitmachen.“[37]

Zur vorsorglichen Verteidigung gegen weitere öffentliche Angriffe gab er an ausgewählte Persönlichkeiten ein fünfseitiges Blatt Bischof Halfmann und die Juden[38] weiter. Diese Schrift aus dem Jahr 1960 besteht im Wesentlichen aus Zitaten seiner Schrift Die Kirche und der Jude von 1936, ergänzt durch die zeitgenössischen öffentlichen Reaktionen und eine Einleitung sowie ein Nachwort Halfmanns.[39] In einem Vortrag vor evangelischen Lehrern äußerte er sich 1960 noch einmal Zur Bewältigung unserer Vergangenheit und kritisierte den Antisemitismus als „Überhebung über den Mitmenschen“.[40]

Zwiespältiges Urteil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Halfmann bereits zu Lebzeiten für seinen Antijudaismus kritisiert worden war, führte 2009 der Beitrag zweier Jugendlicher beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten dazu, dass der Kirchenkreis Itzehoe auf den Namen Bischof-Halfmann-Haus für sein Verwaltungsgebäude verzichtete.[20] 2012 machte der Kirchenhistoriker Stephan Linck darauf aufmerksam, dass Halfmann sich 1949 für die vorzeitige Freilassung verurteilter Kriegsverbrecher eingesetzt hatte.[41]

Der Flensburger Historiker Klauspeter Reumann betonte in einem Vortrag am 24. März 2014 in Rickling:

„Wenn ich an geistliche Wegbereiter des Nationalsozialismus denke, fallen mir viele Namen ein, aber nicht Halfmann. Er würde mir überhaupt nicht in den Sinn kommen.“[42]

Als Leiter der Bekennenden Kirche in Schleswig-Holstein habe Halfmann in Vorträgen und Predigten sogar „kämpferisch und wortscharf“ gegen die Deutschkirche das Wort erhoben und regelmäßig öffentlich, wenn auch theologisch verpackt, für Aufklärung gesorgt. Übrigens auch in seiner Schrift Die Kirche und der Jude. „Das hatte nichts mit der Kirchenpolitik zu tun. Der Titel war ausgedacht, denn nur so konnte er öffentlich auftreten und seine Schrift verbreiten“, sagte Reumann. Nichtsdestotrotz habe Halfmann die Nürnberger Gesetze von 1935, die Juden als deklassiert einstuften, anerkannt. „Allerdings aus rein religiösen, nicht aus rassistischen Gründen. Dass die Juden Jesus nicht als Sohn Gottes, sondern als einen Propheten unter vielen ansahen, war das einzige, das er den Juden vorwarf“, meinte der Referent. Halfmann habe sich stets in aller Deutlichkeit vom Antisemitismus und allem Rassistischen distanziert.

Von Reumann stammt auch die folgende Einschätzung:

„Als er seine Judenschrift Ende 1936 niederschrieb und veröffentlichte, war er noch des guten Glaubens, den radikalen Antisemitismus der NSDAP vom milderen des Staates trennen zu können. Schon im Herbst des folgenden Jahres aber musste Halfmann auf einer Sitzung des Lutherischen Rates der Bekennenden Kirche einsehen, dass die staatlichen Verbotsmaßnahmen des Jahres 1937 gegen die Kirche auf den ausgreifenden und sich verselbständigenden Regierungseinfluss Himmlers und seiner Gestapo zurückgingen. Das dort mitgeteilte Verbot einer Gegenschrift von Walther Künneth gegen Rosenbergs Der Mythus des 20. Jahrhunderts machte ihm klar, dass nun im Staat die Entscheidung endgültig zugunsten der von Rosenberg entwickelten rassistischen Weltanschauung gefallen sei, dass sein Mythus tatsächlich kanonisiert sei. Halfmanns noch vor einem Jahr versuchte Differenzierung zwischen Staat und Partei war überholt, und damit war die von Valentin vorgebrachte Aktionseinheit beider offenkundig. Eine wesentliche Grundannahme Halfmanns in seiner Judenschrift war durch die politische Entwicklung widerlegt, was für ihn eine bittere Desillusionierung gewesen sein muss. ... Halfmanns Schriften über die Juden und die kirchliche Entwicklung werfen in ihren Kernaussagen, ihrer Motivation und vor allem in ihrer Wirkung ein zeittypisches Licht darauf, dass kirchliche Selbstbehauptung in der nationalsozialistischen Bedrohung eine intellektuelle und gewissensmäßige Gratwanderung mit vielfältigen Anfechtungen bedeutete, teils sachlich kritischen, wie von dem jüdischen Richter Valentin, teils gewaltsamen, wie von den staatlichen Behörden. Diese Anfechtungen führten aber auch bei Halfmann zu einer fortschreitenden persönlichen Klärung; zu einer veröffentlichten Korrektur fehlte ihm nach den Zwangsmaßnahmen und dem Verbot der Schrift jede reale Möglichkeit.“[43]

„... Wilhelm Halfmann, der viel Umstrittene, ein klarer Kopf der ersten Stunde, der sieht, mit wem er es bei dem Kanzler zu tun hat, welcher die Grundlage der christlichen Religion auf den Müllhaufen werfen will, sagt es, wiederholt es, trägt es vor – und winkt dann in einer Schrift, in der er dies noch einmal wiederholt, mit antijüdischer Hetze, als wäre er auf der anderen Seite ... Wollte er den spionierenden Gegnern ihren Maulkorb, den Gefängnisschlüssel, die Pistole aus der Hand nehmen, um seine kirchenpolitische Arbeit fortsetzen zu können? Hatte er Angst? Dachte er so? War die Hetze Gemeingut? ...“

Uwe Pörksen: Breklehem. Roman eines Dorfes, Husum 2016, S. 198 f.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Kortholt. Ein Bild aus der Theologie und Frömmigkeit im Ausgang des orthodoxen Zeitalters. Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, 1. Reihe (größere Publikationen), 17. Heft, Kiel 1930.
  • Kirche und Bekenntnis. Eine Auseinandersetzung mit der liberalen Theologie. Aus einem Brief an Geheimrat Professor D. Dr. Krüger, Gießen, am 30. Oktober 1932, in: Wilhelm Halfmann: Predigten, Reden, Aufsätze, Briefe. Aus dem Nachlass zusammengestellt und bearbeitet von Wilhelm Otte, Karl Hauschildt und Eberhard Schwarz, hrsg. von Johann Schmidt, Kiel 1964, S. 73-77 (online auf geschichte-bk-sh.de).
  • Lutherische Kirche heute. Vortrag im Bekenntnisgottesdienst in der St.-Nikolai-Kirche in Kiel am 3. Juni 1934, in: Halfmann: Predigten, Reden, Aufsätze, Briefe ..., hrsg. von Johann Schmidt, Kiel 1964, S. 78-86 (online auf geschichte-bk-sh.de).
  • Die Kirche und der Jude, Breklum 1936 (online auf geschichte-bk-sh.de).
  • Die Stunde der evangelischen Kirche, Breklum 1937 (online auf geschichte-bk-sh.de).
  • Die kirchliche Entwicklung in Schleswig-Holstein, in: Das niederdeutsche Luthertum, Heft 11 vom 3. Juni 1937.
  • Wie sollen wir heute predigen? Rundschreiben an die schleswig-holsteinischen Geistlichen im Mai 1945, in: Kurt Jürgensen: Die Stunde der Kirche. Die Ev.-Luth. Landeskirche Schleswig-Holsteins in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, Neumünster 1976, S. 261-263 (online auf geschichte-bk-sh.de).
  • Die Gegenwartsaufgaben der Schleswig-Holsteinischen Kirche. Referat gehalten auf der ersten Tagung der Vorläufigen Gesamtsynode am 14. August 1945 in Rendsburg, in: Quasebarth (Hg.): Berichte über die 3 Tagungen der Vorläufigen Gesamtsynode in den Jahren 1945-46 und die Tagung der 5. ordentlichen Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schleswig-Holsteins vom 13. bis 17. Oktober 1947 in Rendsburg, Kiel: Landeskirchliches Archiv 1958, S. 10-14; auch in: Wilhelm Halfmann: Predigten, Reden, Aufsätze, Briefe. Aus dem Nachlass zusammengestellt und bearbeitet von Wilhelm Otte, Karl Hauschildt und Eberhard Schwarz, hrsg. von Johann Schmidt, Kiel 1964, S. 104-113 (online auf geschichte-bk-sh.de).
  • Die Schleswigfrage geschichtstheologisch gesehen, Juli 1946, in: Kurt Jürgensen: Die Stunde der Kirche ..., Neumünster 1976, S. 312-317.
  • Lutherische Kirche und Evangelische Kirche in Deutschland. Pröpstekonferenz 12. Februar 1947, in: Zeitschrift für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Band 2, 2015, Seite 201-244.
  • Barmer Erklärung und lutherisches Bekenntnis. Flensburger Lutherische Konferenz, 1. und 2. Oktober 1947, in: Zeitschrift für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Band 2, 2015, Seite 245-267.
  • Vergessen, Sühnen, Beichten, Hamburg 1948.
  • Ein Bischofsbesuch auf dem Missionsfeld, Breklum 1953.
  • Theologische Fragen zur Verteidigung, Kiel 1958.
  • Zur Bewältigung unserer Vergangenheit, in: Glauben und Erziehen. Festgabe für Gerhard Bohne zu seinem 65. Geburtstag, Neumünster: Ihloff & Co. 1960, S. 9-19; auch in: Halfmann: Predigten, Reden, Aufsätze, Briefe ..., Kiel 1964, S. 135-142 (online auf geschichte-bk-sh.de).
  • Studiendirektor des Predigerseminars in Preetz und Klosterprediger, in: Arbeiter in Gottes Ernte. Heinrich Rendtorff: Leben und Werk, hrsg. von Paul Toaspern, Berlin 1963, S. 26-31.
  • Der Christ und sein Vaterland, München 1964.
  • Predigten, Reden, Aufsätze, Briefe. Aus dem Nachlass zusammengestellt und bearbeitet von Wilhelm Otte, Karl Hauschildt und Eberhard Schwarz, hrsg. von Johann Schmidt, Kiel 1964.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Bielfeldt: Der Kirchenkampf in Schleswig-Holstein 1933–1945 (dem Andenken an Bischof D. Wilhelm Halfmann gewidmet), Göttingen 1964.
  • Christian Kinder: Neue Beiträge zur Geschichte der evangelischen Kirche in Schleswig-Holstein und im Reich 1924– 1945, Flensburg, 2. Auflage 1966.
  • Johann Schmidt: Art. Halfmann, Wilhelm Heinrich Leonhard, in: Schleswig-Holsteinisches Biographisches Lexikon, Band 1, Neumünster 1970, S. 156 f.
  • Kurt Jürgensen: Die Stunde der Kirche. Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schleswig-Holsteins in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, Neumünster 1976.
  • Johann Schmidt: Geistliche Väter unserer Kirche. Claus Harms – Theodor Kaftan – Wilhelm Halfmann, in: Jens Motschmann (Hrsg.): Kirche zwischen den Meeren. Beiträge zu Geschichte und Gestalt der Nordelbischen Kirche, Heide in Holstein: Westholsteinische Verlagsanstalt Boyens & Co. 1981, S. 101-107.
  • Johann Schmidt: Was vor Gott recht ist, Kiel-Holtenau 1981, in: Kurt Jürgensen, Friedrich-Otto Scharbau, Werner H. Schmidt (Hrsg.): Gott loben das ist unser Amt. Beiträge zu einem Leitwort (Gedenkschrift Johann Schmidt), Kiel 1984, S. 9-21 (online auf pkgodzik.de).
  • Klauspeter Reumann: Kirche und Nationalsozialismus. Die Berufung Wilhelm Halfmanns nach St. Marien-Flensburg im Februar/März 1933. Vorweggenommene Fronten des Kirchenkampfes, in: Erich Hoffmann, Peter Wulf (Hrsg.): „Wir bauen das Reich“. Aufstieg und erste Herrschaftsjahre des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein, Neumünster 1983, S. 369-389.
  • Kurt Jürgensen: Kirche und Gesellschaft im Verständnis von Bischof D. Wilhelm Halfmann, in: Kurt Jürgensen, Friedrich-Otto Scharbau, Werner H. Schmidt (Hrsg.): Gott loben das ist unser Amt. Beiträge zu einem Leitwort (Gedenkschrift Johann Schmidt), Kiel 1984, S. 171-189 (online auf pkgodzik.de).
  • Rudolf Halver: Wilhelm Halfmann – der Bischof, in: Wolfgang Prehn (Hrsg.): Zeit, den schmalen Weg zu gehen. Zeugen berichten vom Kirchenkampf in Schleswig-Holstein, Kiel 1985, S. 163-167.
  • Wolfgang Gerlach: Als die Zeugen schwiegen. Bekennende Kirche und die Juden (Schriften zu Kirche und Israel, Band 10), Berlin: Institut Kirche und Judentum 1987; 2., bearbeitete und ergänzte Auflage 1993 (= Diss. Hamburg 1970). (zu Halfmann: S. 167 f.)
  • Klauspeter Reumann: Kirche und Nationalsozialismus. Beiträge zur Geschichte des Kirchenkampfes in Schleswig-Holstein, Neumünster 1988.
  • Kurt Jürgensen: Die Schulderklärung der Evangelischen Kirche in Deutschland und ihre Aufnahme in Schleswig-Holstein, in: Klauspeter Reumann: Kirche und Nationalsozialismus. Beiträge zur Geschichte des Kirchenkampfes in Schleswig-Holstein. Neumünster 1988, S. 381-406 (Auszüge daraus online auf pkgodzik.de).
  • Gothart Magaard, Gerhard Ulrich (Hrsg.): 100 Jahre Predigerseminar Preetz. Eine Festschrift, Kiel 1996.
  • Klauspeter Reumann: Halfmanns Schrift „Die Kirche und der Jude“ von 1936, zuerst in: Verein für Schleswig-Holsteinische Geschichte (Hrsg.): 100 Jahre Verein für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte (Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Reihe II, Band 48), Neumünster 1996; jetzt in: Annette Göhres, Stephan Linck, Joachim Liß-Walther (Hrsg.): Als Jesus „arisch“ wurde. Kirchen, Christen, Juden in Nordelbien 1933-1945. Die Ausstellung in Kiel, Bremen: Edition Temmen 2003, S. 147-161.
  • Klauspeter Reumann: Der Kirchenkampf in Schleswig-Holstein von 1933 bis 1945, in: Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte. Bd. 6/1: Kirche zwischen Selbstbehauptung und Fremdbestimmung, Neumünster 1998, S. 111-451.
  • Sönke Zankel: Die Bekennende Kirche und die „Judenfrage“: Der Radikalantijudaismus des Wilhelm Halfmann. In: Niklas Günther und Sönke Zankel (Hg.): Die Theologie zwischen Kirche, Universität und Schule. Festschrift für Klaus Kurzdörfer, Kiel 2002, S. 52-66. Eine überarbeitete Fassung ist online einsehbar: hier.
  • Hanna Lehming: Antisemitismus in der Kirche – wie kam es dazu? Schleswig-holsteinische Theologen in der NS-Zeit, in: Hansjörg Buss, Annette Göhres, Stephan Linck, Joachim Liß-Walther (Hrsg.): „Eine Chronik gemischter Gefühle“. Bilanz der Wanderausstellung ‚Kirche Christen, Juden in Nordelbien 1933–1945‘, Bremen: Edition Temmen 2005, S. 271-280. Eine erweiterte Fassung ist online einsehbar: hier.
  • Christina Semper: Das Verhältnis der Bekennenden Kirche zum Judentum in Schleswig-Holstein am Beispiel Wilhelm Halfmanns, in: Kirche – Juden – Christen in Nordelbien 1933–1945, in: Begleitbuch zur Ausstellung im Landtag 2005, S. 103-113.
  • Klauspeter Reumann: Kirchenkampf als Ringen um die „Mitte“. Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schleswig-Holsteins, in: Manfred Gailus/ Wolfgang Krogel: Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche im Nationalen. Regionalstudien zu Protestantismus, Nationalsozialismus und Nachkriegsgeschichte 1930 bis 2000, Berlin: Wichern 2006, S. 29-58.
  • Sönke Zankel: „Ich kann die christlich-jüdische Verbrüderung unter Eliminierung der Theologie nicht mitmachen.“ Bischof Halfmann und der christliche Antijudaismus in den Jahren 1958–1960. In: Demokratische Geschichte. Jahrbuch für Schleswig-Holstein. 21 (2010), S. 123-138. Online einsehbar hier.
  • Manfred Gailus: Mir aber zerriss es das Herz. Der stille Widerstand der Elisabeth Schmitz, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2011, ISBN 978-3-525-55008-3.
  • Stephan Linck: Neue Anfänge? Der Umgang der Evangelischen Kirche mit der NS-Vergangenheit und ihr Verhältnis zum Judentum. Die Landeskirchen in Nordelbien, Kiel 2013, ISBN 978-3-87503-167-6.
  • Friedrich-Otto Scharbau: Zur Neuordnung des Protestantismus in Deutschland nach Reichskirche und Kirchenkampf. Einleitung zur Edition von zwei Beiträgen Wilhelm Halfmanns zur Diskussion über die Entwicklung gesamtkirchlicher Strukturen in Deutschland nach 1945 (postum herausgegeben von Rainer Hering), in: Zeitschrift für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Band 2, 2015, Seite 159-200 (darin Seite 164-167: Anmerkungen zu Halfmanns Biografie).
  • Karl Ludwig Kohlwage: Die theologische Kritik der Bekennenden Kirche an den Deutschen Christen und dem Nationalsozialismus und die Bedeutung der Bekennenden Kirche für die Neuorientierung nach 1945. Vortrag in Breklum am 3. Februar 2015, abgedruckt in: Forum. Mitteilungsblatt der Vereine der Pastorinnen und Pastoren im Bereich der Nordkirche, Nr. 76, Mai 2015, S. 6-25.
  • Karl Ludwig Kohlwage, Manfred Kamper, Jens-Hinrich Pörksen (Hrsg.): „Was vor Gott recht ist“. Kirchenkampf und theologische Grundlegung für den Neuanfang der Kirche in Schleswig-Holstein nach 1945. Dokumentation einer Tagung in Breklum 2015. Zusammengestellt und bearbeitet von Rudolf Hinz und Simeon Schildt in Zusammenarbeit mit Peter Godzik, Johannes Jürgensen und Kurt Triebel, Husum: Matthiesen Verlag 2015, ISBN 978-3-7868-5306-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Zankel: Ich kann ..., S. 126.
  2. Zitiert in: Wilhelm Halfmann: Predigten. Reden. Aufsätze. Briefe, hrsg. von Johann Schmidt, Kiel 1964, S. 11.
  3. Hugo Wietholz: Autobiographie des Diakons des Rauhen Hauses, Hamburg 2002, S. 36 f.; zitiert bei Jürgen Wehrs: Otto Stockhausen. Eine Biographie, Rosengarten b. Hamburg 2016, S. 95.
  4. Beständeübersicht des Landeskirchlichen Archivs Kiel 98.108
  5. Über die 1. Bekenntnissynode am 17. Juli 1935 in Kiel berichtet Johann Schmidt: Was vor Gott recht ist ..., S. 9-21; Auszüge aus beiden Synodenberichten finden sich unter http://www.geschichte-bk-sh.de/index.php?id=16.
  6. Zankel: Christliche Theologie …, S. 124.
  7. Kinder selbst stellt den Sachverhalt anders dar: „Die nationalkirchlichen Kreise in Thüringen bemühten sich, sich in die Nachfolge der ursprünglichen Reichsbewegung DC hineinzuspielen. Sie gerieten aber, was ich immer zu vermeiden suchte, stark in die Abhängigkeit des Staates, vor allem des Kirchenministers, und vertraten Thesen, die die Glaubenshaltung der Kirche antasteten.“ (Kinder: Neue Beiträge ..., S. 50)
  8. Reumann: Halfmanns Schrift …, S. 148 f.
  9. Zu Halfmanns Motivation und Intention siehe Klauspeter Reumann: Halfmanns Schrift „Die Kirche und der Jude“ von 1936, in: Annette Göhres, Stephan Linck, Joachim Liß-Walther (Hrsg.): Als Jesus „arisch“ wurde. Kirchen, Christen, Juden in Nordelbien 1933-1945. Die Ausstellung in Kiel, Bremen: Edition Temmen 2003, S. 156-158 (online auf pkgodzik.de)
  10. Zankel: Christliche Theologie ..., S. 125
  11. Halfmann argumentierte 1936: „Die Kirche hat nicht die Aufgabe, in die Judengesetzgebung des Dritten Reiches einzugreifen. Vielmehr werden wir von der Kirche her aus der bald zweitausendjährigen Erfahrung mit den Juden sagen müssen: der Staat hat recht. Er macht einen Versuch zum Schutze des deutschen Volkes, wie er von hundert Vorgängern in der ganzen Christenheit gemacht worden ist, und zwar mit Billigung der christlichen Kirche. Man braucht nur Luthers Schriften zur Judenfrage zu lesen, um zu finden, daß das, was heute geschieht, ein mildes Verfahren gegenüber dem ist, was Luther und viele andere gute Christen für nötig gehalten haben.“ (Halfmann: Die Kirche und der Jude, Breklum 1936, S. 13 f.) Halfmann rechtfertigte diese Haltung 1958 gegenüber dem Chefredakteur der SPD-eigenen „Flensburger Presse“ Jochen Steffen: Seine Schrift habe „nun gerade nicht die nationalsozialistische Rassenpolitik gutheißen“ wollen, sondern sie bezweckte „das Gegenteil“. Kritik an der „Rassenpolitik“ konnte damals öffentlich nur unter „tendenzverhüllenden Zugeständnissen“ geschrieben werden. Der Angriff gegen die „NS-Rassentheorie“ sei auch den Nationalsozialisten bewusst gewesen, da die Schrift schnell beschlagnahmt wurde. Letztendlich sei er damals der Überzeugung gewesen, „daß die ‚Nürnberger Gesetze‘ von 1935 den Juden wenigstens einen Rechtsstand garantierten, wenn auch in der Art des Gettos. Dass eine feierlich proklamierte reichsgesetzliche Regelung nur ein Täuschungsmanöver sein würde, habe ich damals, fast drei Jahre vor der ‚Kristallnacht’ und allem, was folgte, nicht vorausgesehen.“ (Wilhelm Halfmann in: Flensburger Presse vom 29. Mai 1958, Kopie in: NEK-Archiv, 20.01, Nr. 660.)
  12. Er unterstreicht seine Aussage an dieser Stelle noch einmal: „aus dem  b e r e c h t i g t e n  Kampf gegen das Judentum“ (Halfmann: Die Kirche und der Jude, S. 3). Dagegen stehen die klaren Sätze von Elisabeth Schmitz: „Warum tut die Kirche nichts? Warum läßt sie das namenlose Unrecht geschehen? Wie kann sie immer wieder freudige Bekenntnisse zum nationalsozialistischen Staat ablegen, die doch politische Bekenntnisse sind und sich gegen das Leben eines Teiles ihrer eigenen Glieder richten? Warum schützt sie nicht wenigstens die Kinder? Sollte denn alles das, was mit der heute so verachteten Humanität schlechterdings unvereinbar ist, mit dem Christentum vereinbar sein? Und wenn die Kirche um ihrer völligen Zerstörung willen in vielen Fällen nichts tun kann, warum weiß sie dann nicht wenigstens um ihre Schuld? Warum betet sie nicht für die, die dies unverschuldete Leid und die Verfolgung trifft? Warum gibt es nicht Fürbittegottesdienste, wie es sie gab für die gefangenen Pfarrer? Die Kirche macht es einem bitter schwer, sie zu verteidigen. ... Daß es aber in der Bek. Kirche Menschen geben kann, die zu glauben wagen, sie seien berechtigt oder gar aufgerufen, dem Judentum in dem heutigen historischen Geschehen und dem von uns verschuldeten Leiden Gericht und Gnade Gottes zu verkündigen, ist eine Tatsache, angesichts deren uns eine kalte Angst ergreift. Seit wann hat der Übeltäter das Recht, seine Übeltat als den Willen Gottes auszugeben? Seit wann ist es etwas anderes als Gotteslästerung zu behaupten, es sei der Wille Gottes, daß wir Unrecht tun? Hüten wir uns, daß wir den Greuel unserer Sünde nicht verstecken im Heiligtum des Willens Gottes. Es könnte sonst wohl sein, daß auch uns die Strafe der Tempelschänder träfe, daß auch wir den Fluch dessen hören müßten, der die Geißel flocht und trieb sie hinaus.“ (Manfred Gailus: Mir aber zerriss es das Herz. Der stille Widerstand der Elisabeth Schmitz, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2011, S. 241 f.)
  13. Die „Verderbensmächte des Judentums“ beschreibt Halfmann 1936 so: „In furchtbar eintönigem Wechsel ist darum die jüdische Geschichte bis heute so verlaufen: wurde ihnen Freiheit gewährt, so bereicherten sie sich und wucherten das Volk aus. Dann folgte naturgemäß die Reaktion in blutiger Verfolgung und Austreibung. 1290 wurden die Juden aus England, 1384 aus Frankreich, 1492 aus Spanien, im 14. Jahrhundert auch aus den meisten deutschen Gebieten verjagt. Sie sind wiedergekommen, – es ist eine wirre Geschichte, in der Christen und Juden durch eine Kette gegenseitiger Schuld verhängnisvoll verknüpft sind. … In allen großen Ereignissen der abendländischen Geschichte sind die Juden viel stärker beteiligt, als die bisher übliche Geschichtsschreibung meldet. Es waren die aus Spanien vertriebenen Juden, die den Türken bei ihrem Einbruch in Europa die Kenntnisse zur Herstellung von Feuerwaffen lieferten. Im dreißigjährigen Krieg finanzierten sie die Kriegsführung gegen die Protestanten; seitdem sitzen sie in Wien fest. In den Feldzügen Napoleons, im Weltkrieg waren sie im Hintergrund tätig, – immer als Zersetzungsstoff für die christlichen Völker, bewußt oder unbewußt, geleitet durch ihre antichristliche Entscheidung. Auch die Geistesbewegungen, die geeignet waren, den Glauben an Gottes geschichtliche Offenbarung in Christus aufzulösen, sind von den Juden benutzt und getragen worden. … Die ganze heutige Geistesrichtung, die die Welt beherrscht, der Glaube an das Diesseits ohne Gott, der Glaube, durch menschliche Kraft das Reich des Glücks, des Friedens und der Gerechtigkeit herstellen zu können, stammt her aus jüdischer Religion, aus dem Glauben an das messianische Weltreich ohne Christus. Darum spielen die Juden eine Hauptrolle in den großen Weltprogrammen der neuesten Zeit, im Liberalismus, Sozialismus und Bolschewismus. Hier gilt überall das gleiche Ziel: die Welt ohne Christus zu erlösen und in Ordnung zu bringen. Und darum herrscht hier überall die gleiche Abneigung gegen das Christentum, dessen Grundgedanke die Erbsünde ist, dessen Heilsbotschaft die Erlösung durch Christus ist.“ (Halfmann: Die Kirche und der Jude, S. 12 f.)
  14. Halfmann: Die Kirche und der Jude, S. 3.
  15. Reumann: Halfmanns Schrift …, S. 153.
  16. Semper, S. 107. Halfmanns scharfe Bemerkung: „Weil das Alte Testament eine Heilige Schrift der Kirche ist, kann allein die Kirche seinen Sinn recht erfassen und ausdeuten. Alle andern Ausdeutungen, die nicht aus dem Raum der Kirche stammen, sind sinnentstellend, verkehrt, unverständig und böswillig“ (S. 4), richtet sich ausweislich des Zusammenhangs eindeutig gegen die Nationalsozialisten. Von der jüdischen Deutung der Schrift sagt er später sehr viel milder: „Darum ist Jesus Christus der Schlüssel zum Verständnis des Alten Testaments, der hineinpaßt in die Lücke, die im Alten Testament noch offen geblieben ist, wie der Schlüssel ins Schloß. … Die Juden lesen das Alte Testament ohne den Schlüssel Jesus Christus, die Christen lesen es mit dem Schlüssel Jesus Christus. … Nun behauptet die Kirche: wir Christen haben das allein richtige Verständnis des Alten Testaments, ihr Juden aber habt ein falsches Verständnis. …“ (S. 6 f.)
  17. In der Frage der kirchenrechtlichen Stellung Getaufter jüdischer Herkunft wurde die radikal deutsch-christliche Lösung vermieden und für Schleswig-Holstein eine Sonderregelung getroffen, die auch die Billigung der Bekennenden Kirche in Schleswig-Holstein fand. Vgl. dazu die Zusammenstellung von Peter Godzik auf geschichte-bk-sh.de. Altbischof Karl Ludwig Kohlwage zu den gegen Halfmann erhobenen Anwürfen: „Aber dass Halfmann in Übereinstimmung mit der BK, ausgehend von dieser Schrift, den Ausschluss von Christen jüdischer Herkunft aus der Kirche betrieben und ihre Taufe annulliert habe, ist und bleibt eine böse Verleumdung.“ (Vortrag in Breklum am 3. Februar 2015, abgedruckt in: Forum. Mitteilungsblatt der Vereine der Pastorinnen und Pastoren im Bereich der Nordkirche, Nr. 76, Mai 2015, S. 23; jetzt in: „Was vor Gott recht ist“ ... Dokumentation einer Tagung in Breklum 2015, S. 33)
  18. Semper, S. 108.
  19. http://www.geschichte-bk-sh.de/index.php?id=379
  20. a b Halfmann – Erkenntnisse über einen Ex-Bischof auf shz.de (Artikel vom 17. Februar 2009)
  21. Semper, S. 106. Dass auch eine gänzlich andere Stellungnahme zur Judenfrage zeitgeschichtlich möglich war im Rahmen der Bekennenden Kirche, zeigt die von Elisabeth Schmitz 1935/36 vorgelegte Denkschrift Zur Lage der deutschen Nichtarier, die vertraulich an leitende Persönlichkeiten der Bekennenden Kirche geschickt wurde (abgedruckt in: Manfred Gailus: Mir aber zerriss es das Herz ..., S. 223-252). Ob Halfmann diese Denkschrift kannte und bewusst anders schrieb, ist unbekannt.
  22. Nordelbisches Kirchenarchiv, 98.04, NL Halfmann, B IX, Nr. 179, Schreiben der Reichsschrifttumskammer an den Vorsitzenden der Breklumer Volksmission vom 12. Apr. 1937, und Nr. 180, Schreiben der Kanzlei der DEK an Halfmann vom 21. Apr. 1937.
  23. Predigt vom 16. Juli 1944 in Mölln, Nordelbisches Kirchenarchiv, Nachlass Halfmann, 98.04, Nr. 12 [1]
  24. Nordelbisches Kirchenarchiv, 98.04, NL Halfmann, A l, Predigten, Bd. 1944-45.
  25. Abgedruckt in: Kurt Jürgensen: Die Stunde der Kirche. Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schleswig-Holsteins in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, Neumünster 1976, S. 261-263 (online auf pkgodzik.de).
  26. a b c Kurt Jürgensen: Die Schulderklärung ..., S. 390 ff.
  27. Halfmann: Sind wir schuldig? Ein Wort zum Bußtag 1945, in: ders.: Predigten, Reden, Aufsätze, Briefe. Aus dem Nachlass zusammengestellt und bearbeitet von Wilhelm Otte, Karl Hauschildt und Eberhard Schwarz, hrsg. von Johann Schmidt, Kiel 1964, S. 97-99 (online auf pkgodzik.de). Kommentar dazu von Kurt Jürgensen: Das im Namen der Vorläufigen Kirchenleitung vorgelegte „Wort zum Bußtag“ ist im Wesentlichen von Professor D. Rendtorff, der der vorläufigen Kirchenleitung angehörte, abgefaßt worden, und zwar kurz vor Bekanntwerden der Stuttgarter Erklärung, also unabhängig von ihr. Das Wort ist zu Unrecht in der Sammlung der Predigten, Reden, Aufsätze und Briefe von Wilhelm Halfmann veröffentlicht worden, da er nicht Verfasser ist; aber Präses Halfmann stimmte dem Wort zum Bußtag in Form und Inhalt uneingeschränkt zu. (Kurt Jürgensen: Die Schulderklärung ..., S. 396).
  28. Zitiert nach: Clemens Vollnhals: Die evangelische Kirche zwischen Traditionsbewahrung und Neuorientierung. In: Martin Broszat, Klaus-Dietmar Henke, Hans Woller: Von Stalingrad zur Währungsreform: zur Sozialgeschichte des Umbruchs in Deutschland; Oldenbourg Verlag, 1990; S. 113–168; S. 113.
  29. Halfmann: Wie sollen wir heute predigen? In: Jürgensen: Die Stunde der Kirche ..., Neumünster 1976, S. 263 (online auf geschichte-bk-sh.de).
  30. Christian Kinder schreibt dazu: „Die Zustimmung des Bruderrates der BK bekam ich nach einer Rücksprache mit Pastor Tramsen, bzw. dessen Nachfolger, allerdings mit der Beschränkung, daß der Bruderrat Wert darauf lege, vor offizieller Zustimmung den Namen des in Aussicht genommenen Seelsorgers dieses neuen Gemeindekreises genannt zu bekommen. Ich konnte diesen Pastor zwar benennen, aber ich hatte ihn noch nicht befragen können. Und das mußte nun geschehen. Die Persönlichkeit, die nach meiner Meinung den neuen Dienst antreten sollte, war Pastor Auerbach. …“ (Kinder: Neue Beiträge … , S. 120 ff.) Vgl. dazu die Zusammenstellung der bisher bekannten historischen Tatsachen durch Peter Godzik auf geschichte-bk-sh.de.
  31. Kinder: Neue Beiträge ..., S. 76 ff.
  32. Kinder: Neue Beiträge ..., S. 192
  33. Der Spiegel vom 11. Juli 1951
  34. Zankel: Ich kann ..., S. 124. Vgl. dazu auch: Johann Schmidt: Geistliche Väter unserer Kirche. Claus Harms – Theodor Kaftan – Wilhelm Halfmann, in: Jens Motschmann (Hrsg.): Kirche zwischen den Meeren. Beiträge zu Geschichte und Gestalt der Nordelbischen Kirche, Heide in Holstein 1981, S. 101-107; Kurt Jürgensen: Kirche und Gesellschaft im Verständnis von Bischof D. Wilhelm Halfmann, in: Kurt Jürgensen, Friedrich-Otto Scharbau, Werner H. Schmidt (Hrsg.): Gott loben das ist unser Amt. Beiträge zu einem Leitwort (Gedenkschrift Johann Schmidt), Kiel 1984, S. 171-189.
  35. Johann Schmidt: Art. Halfmann, Wilhelm Heinrich Leonhard, in: Schleswig-Holsteinisches Biographisches Lexikon, Band 1, Neumünster 1970, S. 157.
  36. Zankel: Ich kann ..., S. 128.
  37. Zankel: Ich kann ..., S. 129 f. Dort auch die hier nicht wiedergegebenen Quellenangaben.
  38. Die bloße Wiederholung der fatalen Pauschalisierung „die Juden“ noch im Jahr 1960 schmerzt. Elisabeth Schmitz hatte schon 1950 dringend gebeten: „Rettet den Menschen, daß heißt vor allem: Seht den Menschen! Sagt nicht immer: die Franzosen, die Polen, die Juden, die Arbeiter, die Kapitalisten. Lernt den Menschen kennen, den Einzelnen, auch den Fremden, ehrt ihn darin, daß ihr freundlich zu ihm seid, auch den Schwachen und Verachteten gegenüber.“ (Manfred Gailus: Mir aber zerriss es das Herz ..., S. 261)
  39. Zankel: Ich kann ..., S. 133.
  40. Halfmann: Predigten, Reden, Aufsätze, Briefe …, S. 142.
  41. Kirchen im Norden deckten Nazi-Karrieren
  42. Diskussion um Halfmann: Wichtige Fragen wurden nicht beantwortet (online auf shz.de)
  43. Reumann: Halfmanns Schrift …, S. 158 ff.
Vorgänger Amt Nachfolger
Adalbert Paulsen als Landesbischof für Schleswig-Holstein Bischof des Sprengels Holstein der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schleswig-Holsteins
1946–1964
Friedrich Hübner