Wilhelm I. (Burgund)

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Gemälde in der Kathedrale von Besançon
Das Königreich Hochburgund im 10. Jahrhundert mit der Grafschaft Burgund

Wilhelm I. der Große (französisch Guillaume I. le Grand oder Guillaume I. Tête Hardie; * 1020; † 12. November 1087 in Besançon) war Graf von Burgund und Mâcon. Er war der Sohn von Graf Rainald I. aus dem Haus Burgund-Ivrea und Adelheid von Normandie aus dem Haus der Rolloniden.

Leben[Bearbeiten]

1057 folgte er seinem Vater als Graf von Burgund. 1078 übernahm er auch die Grafschaft Mâcon, als sein Vetter, Graf Guido II., in die Abtei Cluny eintrat.[1] Spätestens jetzt war er der mächtigste Mann der Region, dem es einige Jahre später auch gelang, das wichtigste Bistum der Grafschaft Burgund mit einem seiner sieben Söhne zu besetzen: Hugo wurde 1086 Erzbischof von Besançon. Ein Jahr nach seinem Tod wurde ein anderer Sohn, Guido, Erzbischof von Vienne; 1119 schließlich wurde Guido als Calixt II. Papst. Wilhelm empfing Heinrich IV. 1076 auf dessen Zug nach Canossa in Besançon und ermöglichte ihm den Zug über das Jura ins Gebiet der Grafen von Savoyen, scheint sich aber nicht am Konflikt zwischen Papst und König beteiligt zu haben.

Wilhelm I. wurde in der Kathedrale Saint-Étienne in Besançon beigesetzt. Als die Kathedrale im 18. Jahrhundert durch die Kathedrale Sainte-Jean ersetzt wurde, wurden die Gräber der Grafen von Burgund, auch das Wilhelms, transferiert.

Seine Söhne Rainald II. und Stephan I. wurden seine Nachfolger.

Ehe[Bearbeiten]

Wilhelm heiratete zwischen 1049 und 1057, also bereits zu Lebzeiten seines Vaters, Stephanie († 19. Oktober nach 1088), die zeitweise als Tochter von Graf Adalbert von Longwy, 1047 Herzog von Oberlothringen (Haus Châtenois) und Clémence de Foix angesehen wurde.

Diese Angabe zur Herkunft Stephanies stammt von Szabolcs de Vajay aus der Zeit um 1960; er traf die Aussage auf der Basis von zwei Dokumenten, mit denen er Adalbert die Grafschaft Longwy sowie eine Ehe mit Clémence, einer Tochter des Grafen von Foix zuwies; aus dieser Ehe sollten zwei Töchter stammen, Stephanie, die Ehefrau Wilhelms, und Ermesinde, Ehefrau von Wilhelm VII., Herzog von Aquitanien. Später korrigierte sich Vajay dahingehend, dass er die genannten Dokumente falsch interpretiert habe.

Folglich ist weiterhin ungeklärt, wer der Vater der beiden Frauen ist. Stephanie wird mittlerweile dem Haus Barcelona zugeordnet, Ermesinde und Longwy dem Haus Luxemburg. Clemence, anhand der das Auftauchen dieses Namens unter den Nachkommen Stephanies und Ermesindes erklärt werden sollte, wird nicht mehr als Ehefrau Adalberts angesehen. Tatsächlich ist nicht bekannt, ob Adalbert verheiratet war, folglich auch nicht der Name seiner Ehefrau bzw. die Existenz von Nachkommen.

Nachkommen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Foundation for Medieval Genealogy : Guillaume Ier, comte de Bourgogne