Wilhelm II. (Niederlande)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Portrait König Wilhelms II. von Cornelis Kruseman 1849
König Wilhelm II.
Reiterstandbild auf dem Place Guillaume II in der Hauptstadt von Luxemburg

Wilhelm Friedrich Georg Ludwig von Oranien-Nassau (niederländisch: Willem Frederik George Lodewijk van Oranje-Nassau) (* 6. Dezember 1792 in Den Haag; † 17. März 1849 in Tilburg) war als Wilhelm II. der zweite König der Niederlande und in Personalunion Großherzog von Luxemburg. Er regierte vom 7. Oktober 1840 bis zu seinem Tod im Jahr 1849.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilhelm II. wurde 1792 als Sohn des Prinzen Wilhelm Friedrich von Oranien-Nassau, des späteren Königs Wilhelm I., geboren. Er wurde in der Militärakademie in Berlin erzogen, studierte dann in Oxford und trat in englische Militärdienste. Im Krieg auf der Pyrenäischen Halbinsel war er Adjutant des Herzogs von Wellington. Als Kronprinz der Niederlande befehligte er 1815 das niederländische Heer und kämpfte bei Quatre-Bras und Waterloo, wo er am späten Nachmittag des 18. Juni an der Stelle des heutigen Löwenhügels leicht verwundet wurde. Wellington äußerte später über ihn: „Der Prinz ist ein mutiger junger Mann, das ist auch alles …“ Seine Truppen nannten ihn – ein wenig herablassend – den „schlanken Billy“.

1830, beim Ausbruch der belgischen Revolution, begab sich der Prinz sofort nach Belgien, wo er, seine Vollmacht überschreitend, am 16. Oktober die Freiheit Belgiens anerkannte. Der König kassierte des Prinzen Zugeständnis, und dieser ging daraufhin nach England. 1831 übernahm er wieder den Oberbefehl über die niederländische Armee, die er im August in dem Krieg mit Belgien siegreich anführte, bis er sich vor der bewaffneten Intervention Frankreichs zurückziehen musste. Später führte er das Kommando über die niederländische Observationsarmee an der belgischen Grenze.

Nach der Abdankung seines Vaters am 7. Oktober 1840 trat er an die Spitze der Regierung.[1] Er ging sein Amt energisch an. Der wachsenden Finanznot suchte er mit durchgreifenden Mitteln zu begegnen. Er verweigerte sich aber der Einführung der geforderten politischen Reformen, bis er unter der Drohung der europäischen Revolutionen im Jahre 1848 nach Verhandlungen mit dem Ministerpräsidenten Johan Rudolf Thorbecke in die Einführung der Verfassung und damit der heute noch bestehenden parlamentarischen Monarchie einwilligte. Es hieß damals, Wilhelm habe sich in einem Tage von konservativ zu liberal gewandelt. Von ihm ist die Äußerung überliefert: „Man muss mit seinem Jahrhundert marschieren, man muss frei heraus den konstitutionellen Weg begehen. Für die Souveräne gibt es keinen anderen Weg mehr.“[2] Nach seinem Tode (1849) folgte ihm sein Sohn Wilhelm III.[3]

Wilhelm II. hatte eine Vorliebe für die Stadt Tilburg (Nordbrabant), wo er sich 1847 ein Palais bauen ließ. Nach ihm benannt wurde auch der Fußballverein Willem II Tilburg. Beigesetzt wurde er am 4. April 1849 in Delft in der Nieuwe Kerk, der Familiengruft der Königlichen Familie der Niederlande.

Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

König Wilhelm II. mit seiner Familie

Wilhelm heiratete am 21. Februar 1816 in Sankt Petersburg die Großfürstin Anna Pawlowna (1795–1865), Tochter des russischen Zaren Paul I. und der deutschen Prinzessin Sophie Dorothee von Württemberg. Aus dieser Ehe gingen fünf Kinder, vier Söhne und eine Tochter, hervor:

Titel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war Prinz von Oranien-Nassau, Prinz von Oranien, Prinz der Niederlande (bis 1840), ab 1840 König der Niederlande, Großherzog von Luxemburg und Herzog von Limburg.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jan G. Kikkert: De drie Oranje Koningen. Willem I, Willem II, Willem III. 2. Druck. Aspekt, Soesterberg 2010, ISBN 978-90-5911-910-9.

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Horst Lademacher: Geschichte der Niederlande. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1983. S. 226.
  2. Ernst Heinrich Kossmann: De Lage Landen 1780–1940. Anderhalve eeuw Nederland en België. Elsevier, Amsterdam 1976, ISBN 90-10-01513-0, S. 126.
  3. Horst Lademacher: Geschichte der Niederlande. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1983. S. 277.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Willem II der Nederlanden – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Wilhelm I. König der Niederlande
Großherzog von Luxemburg

1840–1849
Wilhelm III.