Wilhelm Keitel (Dirigent)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wilhelm Keitel beim Schlussapplaus nach einer Vorstellung der Operette Der Vogelhändler bei den Freilichtspielen Altusried, 2010

Wilhelm Keitel (* 2. Februar 1951 in Schwäbisch Hall) ist ein deutscher Dirigent.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilhelm Keitel erhielt seine Ausbildung bei Wolfgang Trommer und Charles Mackerras in Wien, sowie bei Leonard Bernstein und Seiji Ozawa in Tanglewood und New York. Von 1980 bis 1984 war Keitel der musikalische Leiter der Württembergischen Landesbühne Esslingen. 1984 war er ein Stipendiat der Kunststiftung Baden-Württemberg und Assistent bei Christoph Eschenbach beim Tonhalle-Orchester in Zürich. 1986 folgte eine Assistenz bei Zoltán Peskó an der Opéra National de Paris. Von 1985 bis 1987 arbeitete Keitel als Dramaturg und Kapellmeister am Stadttheater Würzburg. 1989 begründete er die Festspiele Rossini in Wildbad.[1]

Im Juni 1987 dirigierte er Glucks Orfeo ed Euridice in Stuttgart, ab April 1997 im Opernhaus von Manaus Carmen und La traviata. Es folgten verschiedene Rundfunk- und Fernsehaufnahmen für SWR, SDR, NDR, RAI, BBC, Norwegischer Rundfunk und ORF.

1994 gründete Wilhelm Keitel das Minsk Orchestra, mit dem er zahlreiche CDs produzierte und mehrere Europa-Tourneen machte. Seit 2003 ist er Inhaber eines eigenen Labels, in dem er unter anderem Rossinis Tancredi mit Altus Matthias Rexroth in der Titelrolle veröffentlichte.

Seit 2000 kooperiert Wilhelm Keitel mit der BOLSCHOI OPER MINSK. Eine große Publikumsresonanz mit ausverkauften Vorstellungen brachten die Opern-Open Air-Tourneen 2000–2008 mit Verdis Nabucco, Aida und La Traviata, Bizets Carmen, Mozarts Die Zauberflöte, Puccinis Turandot und Madama Butterfly und Orffs Carmina Burana durch Deutschland (Berlin, Waldbühne), Österreich (Wien, Schloss Schönbrunn) und Tunesien (Karthago).

Über 40.000 Zuschauer sahen die Zauberflöten-Produktion (Ausstattung: Wolfgang Thiel) auf einer großen Frankreich-Tour 2006 (u. a. Marseille, Lyon, Paris: Palais des congrès) und mehr als 6.000 im Hallenstadion in Zürich im April 2008.

2007/2008 war Wilhelm Keitel künstlerischer Leiter des Festivals MONSCHAU KLASSIK, bei dem er 2008 mit dem Doppelabend Così fan tutte/L‘Elisir d‘amore in der Regie von Anette Leistenschneider und im Bühnenbild von Karel Spanhak neue Akzente setzte.

Von der Presse einhellig bejubelt und als musikalisch beste Produktion der letzten Jahre gefeiert, gelang dem Dirigenten mit den sechs Aufführungen von Puccinis Tosca beim Festival MUSIK & THEATER SAAR 2008 ein besonderer Höhepunkt.

Seiner heimlichen Leidenschaft für die Operette huldigte Wilhelm Keitel von 2008 bis 2014 auf der Allgäuer Freilichtbühne. Lockte sein Zigeunerbaron im ersten Jahr über 20 000 Besucher nach Altusried, so zog sein Operetten-Ensemble 2010 mit Carl Zellers Vogelhändler bereits über 25 000 Besucher in seinen Bann. Höhepunkt des Sommers 2010 aber war die Aufführung des Schwarzwaldmädel an der Skisprungschanze Titisee/Neustadt. Die umjubelte Inszenierung am ungewöhnlichen Spielort wurde vom SWR Fernsehen aufgezeichnet und ging 2013 auf große Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Mit der Operette Im weißen Rössl begeisterte Wilhelm Keitel mit seinem Ensemble bei sechzehn Aufführungen im Sommer 2014 sein Publikum.

Neue Pfade betrat der Dirigent zusammen mit dem Orchester der Bolschoi Oper Minsk als musikalischer Begleiter auf der großen Helene-Fischer-Tour 2011, die durch ganz Deutschland, Schweiz, Dänemark bis zur Waldbühne nach Berlin führte. Die ausverkaufte Tournee wurde in der Köln-Arena für DVD aufgezeichnet und seither mehrfach im deutschen Fernsehen ausgestrahlt.

Eine erste Zusammenarbeit mit dem BELARUSSISCHEN RADIO- UND TV-SYMPHONIEORCHESTER (RSO Minsk) ergab sich zu Franz Liszts Geburtstag im Oktober 2011 mit dessen Faust Sinfonie und im Februar 2012 mit der Vierten Sinfonie von Johannes Brahms. Nach diesem Konzert ernannte das Orchester Wilhelm Keitel zu seinem Chefdirigenten.

Als Pianist trat Wilhelm Keitel 2012 zum ersten Mal beim Festival in Alamos/Mexiko in Erscheinung. Er begleitete den Bayreuth-Sänger Christian Tschelebiew bei Schuberts Winterreise. Das Konzert wurde live im mexikanischen Rundfunk übertragen. Weitere Konzerte fanden in Stuttgart, Zürich, Schaffhausen und Sofia statt.

Auf persönliche Einladung des Bürgermeisters von Stettin dirigierte Wilhelm Keitel das Neujahrskonzert 2013 mit Werken von Bernstein und Piazzolla in der Stettiner Philharmonie.

Eine ganz neue Erfahrung mit zeitgenössischer Musik ergab sich durch den Kontakt mit Gloria Bruni anlässlich ihres Kompositionsauftrags zum 275. Geburtstag der Hamburger Freimaurer-Loge »Absalom zu den drei Nesseln«. Bei der Uraufführung ihrer Sinfonie No. 1 Ring-Parabel im September 2012 in der ausverkauften Laeiszhalle spielten die Hamburger Sinfoniker unter der Leitung von Wilhelm Keitel. Es sangen die Chorknaben Uetersen, die Mezzo-Sopranistin Deborah Humble und der Bass-Bariton Christian Tschelebiew.

Dieses Konzert wurde im Mai 2013 in Istanbul im Anadolu Auditorium mit dem RSO Minsk wiederholt. Wie aktuell der in der Sinfonie vertonte Begriff der Toleranz auch heute noch ist, belegten eindrücklich die gleichzeitig ausbrechenden Unruhen am Taksim-Platz. Eine weitere Wiederholung des Werkes fand im Februar 2014 aus Anlass der Verleihung des Lessing-Preises im Thalia-Theater in Hamburg statt.

Die enge Freundschaft mit Gloria Bruni belegen auch die Aufführungen ihres Requiem in Minsk und Polotsk anlässlich des Gedenktages der Katastrophe von Tschernobyl. Diese Konzerte wurden von Rundfunk und Fernsehen aufgezeichnet. Aufführungen ihrer Oper Pinocchio sind u. a. an der Bolschoi Oper Minsk geplant.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilhelm Keitel und Dominik Neuner: Gioachino Rossini. Albrecht Knaus, München 1992, 3. Umschlagseite.