Wilhelm Maler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wilhelm Maler (* 21. Juni 1902 in Heidelberg; † 29. April 1976 in Hamburg) war ein deutscher Komponist, Musiktheoretiker und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maler war in seinem Geburtsort Heidelberg Schüler von Hermann Grabner. Danach studierte er in München bei Joseph Haas und in Berlin bei Philipp Jarnach. 1925 wurde er Dozent für Musiktheorie an der Musikhochschule in Köln. Von 1931 bis 1944 unterrichtete er außerdem an der Universität Bonn.

In der Zeit des Nationalsozialismus komponierte er verschiedene systemkonforme Musikstücke, wie 1933 das zweistimmige Lied Einmal noch oder eine Musik zu Josefa Berens-Totenohls Trilogie Freyas Erdenfahrt – Balder segnet die Erde – Lokis Sühne.[1] Trotz seiner seit 1937 bestehenden Mitgliedschaft in der NSDAP (Parteinummer 4.614.048) wurde er 1938 versehentlich in der NS-Ausstellung Entartete Musik angeprangert.[1] 1944 bis 1945 wurde Maler zur Wehrmacht einberufen und leistete Kriegsdienst.[1]

Ab 1946 leitete er die von ihm mitgegründete Nordwestdeutsche Musikakademie, die heutige Hochschule für Musik Detmold. Von 1959 bis 1969 war er als Nachfolger von Philipp Jarnach Direktor der Musikhochschule Hamburg.

Seine Werke sind in polyphonem Stil geschrieben und verwenden eine erweiterte Tonalität.

Sein Beitrag zur durmolltonalen Harmonielehre (München und Leipzig, 1931; vielfach neuaufgelegt) beeinflusste die Entwicklung der harmonischen Funktionstheorie.

1974 wurde ihm der Kulturpreis des Landesverbandes Lippe verliehen.

Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abkürzungen für Verlage: **Schott, Mainz (S), **Müller, Heidelberg (M), **Tonger, Köln (T), **Kallmeyer, Wolfenbüttel (K), **Leuckart, Leipzig (L)

Orchester[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Op.6 - Konzert für Cembalo und Kammerorchester (S) (1927)
  • Op.11 - Concerto grosso (2 Holzbi., Klavier und Streichorchester) (S) (1928)
  • Orchesterspiel (S) (1930)
  • Violinkonzert in A (S) (1937)
  • Flämisches Rondo (S) (1938)
  • Musik für Streichorchester (S) (1938)
  • Konzert für Klaviertrio und Orchester (S) (1940)

Vokalwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kantate nach Versen von Stefan George für Bariton, Chor und Orchester (S) (1930)
  • Oratorium “Der ewige Strom” für 3 solisten, Chor und Orchester (S) (1932)
  • 4 Hölderlin-Chöre für a cappella Chor (S) (1933)
  • “Leuchte schein goldne Sonne” für Chor und Orchester (T) (1936)
  • Kantate “Kume Geselle min”, für Sopran und Orchester (M) (Manuskript) (1941)

Kammermusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Streichquartett in G-dur (S) (1935)
  • Klaviersonate in C-dur (M) (1937)
  • Streichterzett für 2 vln. und Vla, oder 3 vln (S) (1938)
  • Klaviersonate in e-moll (M) (1939)
  • Rondo in D-dur (T) (1940)
  • Klaviersonate in A-dur (M) (Manuskript) (1941)
  • Kleine Serenade für Klavier (T) (1941)
  • Streichquartett in A-dur (S) (1942)
  • Suite “Im Maien” für Klavier (T) (1942)
  • Klaviersonate in B-dur (M) (Manuskript) (1943)

Maler komponierte auch viele Lieder, Chorsätze und weitere Werke für Jugend- und Laienchöre.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Krützfeldt: Maler, Wilhelm. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 15, Duncker & Humblot, Berlin 1987, ISBN 3-428-00196-6, S. 727 f. (Digitalisat).
  • Wilhelm Maler: Beitrag zur durmolltonalen Harmonielehre. 13. Aufl. Leuckart, München/Leipzig 1984.
  • Karl Laux; “Musik und Musiker der Gegenwart”, 1949. Verlag Dr. W. Spiel K.G., Essen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945. CD-Rom-Lexikon. Kopf, Kiel 2004, S. 4.422–4.426. ISBN 3-00-037705-0