Wilhelm Mielck

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Wilhelm Mielck (* 24. November 1879 in Hamburg; † 5. Oktober 1933 auf Helgoland) war ein deutscher Meeresbiologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilhelm Mielck besuchte die Gelehrtenschule des Johanneums in Hamburg und das Gymnasium in Wismar. Anschließend studierte er an den Universitäten Göttingen, Straßburg und Kiel. 1903 wurde er Mitglied des Corps Hercynia Göttingen.[1] Von 1906 bis 1907 war er Assistent am Institut für Meeresforschung in Kiel bei Karl Brandt, wo er 1907 zum Dr. phil. promoviert wurde. Von 1907 bis 1910 war er als Assistent an der Königlichen Biologischen Anstalt Helgoland tätig. 1910 wurde er zum Kustos für Seefischerei ernannt. Am Ersten Weltkrieg nahm er als Hauptmann der Reserve und Adjutant des Kommandanten von Helgoland teil.

Wilhelm Mielck wurde 1918 zum Professor ernannt. Er leitete zahlreiche wissenschaftliche Forschungsfahrten. 1921 wurde er zum Direktor der Preußischen Staatlichen Biologischen Anstalt auf Helgoland als Nachfolger von Friedrich Heincke berufen, mit dem er während der Inflationszeit die Schließung des Instituts auf Helgoland und dessen Verlegung auf das Festland verhinderte. Unter seiner Leitung wurde die Anstalt einer Neuorganisation unterworfen und 1925 ein moderner Neubau errichtet.

Mielck forschte und publizierte über Plankton, Fischbrut, Fische und Fischereiforschung und betrieb Forschung zum Schutz der Seevögel. Im Auftrag des Preußischen Kultusministeriums war er Herausgeber der Zeitschrift Wissenschaftliche Meeresuntersuchungen, Abteilung Helgoland.

Er war Mitglied der Deutschen Wissenschaftlichen Kommission für Meeresforschung beim Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Der Wiedereintritt Deutschlands in die Internationale Wissenschaftliche Meereskommission (IWK) wird als Verdienst von Mielck angesehen. Er war 2. Delegierter Deutschlands beim Zentralausschuss für Internationale Meeresforschung, Mitglied der Deutschen Zoologischen Gesellschaft und des Hamburger Naturwissenschaftlichen Vereins.

Als Mitglied der Deutschen Volkspartei waren seine letzten Lebensmonate durch politische Auseinandersetzungen mit dem kommissarischen Bürgermeister von Helgoland Carl Meunier und dem Leiter der Wissenschafts-Unterabteilung des Preußischen Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung Theodor Vahlen gekennzeichnet.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilhelm-Mielck-Haus, BAH/AWI-Gästehaus auf Helgoland

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pacifische Acanthometren, 1907
  • Pharmakognostisch-Chemische Untersuchung des javanischen Lackharzes "Gala-Gala", 1908
  • Die Laichverhältnisse von Scholle und Flunder, 1909
  • Quantitative Untersuchungen an dem Plankton der deutschen Nordsee-Terminfahrten im Februar und Mai 1906, 1911
  • Eine Untersuchungsfahrt des deutschen Forschungsdampfers "Poseidon" nach der Barentssee (Weißes Meer) im Juni und Juli 1913, 1914
  • Untersuchungen an Nordsee-Protisten
  • Fischbrut- und Plankton-Untersuchungen auf dem Reiseforschungsdampfer "Poseidon" in der Ostsee, Mai-Juni 1931

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kösener Corpslisten 1960, 43, 119
  2. Wilhelm-Mielck-Haus, Helgoland