Wilhelm Moritz (Nassau-Siegen)

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Wilhelm Moritz von Nassau-Siegen (* 18. Januar 1649 in Terborg; † 23. Januar 1691 in Siegen) war ein Graf von Nassau-Siegen, ab 1664 als Fürst von Nassau-Siegen.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilhelm Moritz war das zweite von vier Kindern von Graf Heinrich von Nassau-Siegen (1611–1652) und seiner Frau Maria Magdalena von Limburg-Styrum (ca. 1632–1707).[1] Seine Schwester Sophia Amalia war verheiratet mit Friedrich Casimir Ketteler Herzog von Kurland.

Er heiratete am 6. Februar 1678 in Schaumburg Ernestine Charlotte von Nassau-Dillenburg-Schaumburg (1662–1732), Tochter von Fürst Adolf von Nassau-Schaumburg. Sie war eine Enkelin des bekannten Feldmarschalls Melander von Holzappel. Aus der Ehe gingen die beiden Söhne hervor[2]:

∞ Elisabeth Prinzessin von Hessen-Homburg (* 6. Januar 1681; † 12. November 1707) mit fünf Kindern, darunter Friedrich Wilhelm II. (Nassau-Siegen)
∞ Amalie Luise Prinzessin von Kurland (* 23. Juli 1687; † 18. Januar 1750) mit acht Kindern
  • Karl Ludwig Heinrich Prinz von Nassau-Siegen (1682–1694)

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1664 wurde Wilhelm Moritz in den Reichsfürstenstand erhoben. 1678 setzte der kinderlose Fürst Johann Moritz von Nassau-Siegen seinen Neffen und Adoptivsohn Wilhelm Moritz als Mitregenten testamentarisch für das Fürstentum Nassau-Siegen und den protestantischen Landesteil ein.[3] Von 1679 bis zu seinem Tode 1691 war er als Nachfolger von Johann Moritz Herrscher von Nassau-Siegen.

Fürst Wilhelm Moritz ließ am Siegener Unteren Schloss ein Torhaus erbauen und weitere Umbauten vornehmen.

Wilhelm Moritz hatte in der Hilchenbacher Burg seinen Sommersitz. Ab 1683 baute er dort ein neues Schloss (Wilhelmsburg), das aber bei einem Brand 1689 in großen Teilen zerstört wurde, heute befindet sich dort der Sitz des Hilchenbacher Stadtarchivs. Er hatte es im Dienst der Generalstaaten zum General gebracht und trat auch im Johanniterorden die Nachfolge seines Adoptivvaters Johann Moritz an.

Nach dem Tod von Wilhelm Moritz übernahm Ernestine Charlotte für die minderjährigen Söhne die vormundschaftliche Regentschaft (vgl. Hessisches Hauptstaatsarchiv Abt. 171).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alfred Lück: Siegerland und Nederland. Vorländer, Siegen 1981, S. 116.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VorgängerAmtNachfolger
Johann MoritzFürst von Nassau-Siegen
1679–1691
Johann Franz Desideratus

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Benjamin Schillern im Dohm: Chronologie des allgemeinen Staats-Archivs. 1704, S. 308 (google.de).
  2. Bernhard Peter; Auszug aus der Genealogie, abgerufen am 15. Januar 2020
  3. Sebastian Schmidt: Glaube - Herrschaft - Disziplin: Konfessionalisierung und Alltagskultur in den Ämtern Siegen und Dillenburg (1538-1683), Ferdinand Schöningh 2005, S. 230