Wilhelm Ott (Heimatforscher)

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Wilhelm Ott (* 15. April 1947 in Sprendlingen) ist ein deutscher Heimatforscher mit Arbeitsschwerpunkt in der Landschaft Dreieich.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1953 bis 1963 besuchte er die Grund- und Realschule in Sprendlingen, wechselte dann auf die Oberstufe der Goetheschule in Neu-Isenburg und legte dort 1966 die Abiturprüfung ab. Anschließend studierte er Chemie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er promovierte 1975 mit einer Arbeit über Valenzisomerisierungen im Arbeitskreis von Horst Kessler.

Sein Berufsleben verbrachte er z. T. als Leitender Angestellter in den Bereichen Forschung & Entwicklung, Internationales Produktmanagement, Strategisches Marketing in der pharmazeutischen Industrie, u. a. bei der Firma Merck in Darmstadt. Er arbeitete auch einige Zeit bei einer Tochtergesellschaft in Kalifornien. Wilhelm Ott war seit 2007 technischer Leiter eines Kooperationsprojektes mit der WHO zur Bilharziose-Bekämpfung in afrikanischen Ländern (Merck Praziquantel Donation Program)[1], durch das mittlerweile über 300 Millionen Kinder behandelt werden konnten.

Nach dem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2009 erwachte sein Interesse an der Geschichte der Landschaft Dreieich (Westkreis Offenbach), insbesondere an historischen Landschaftselementen. Wilhelm Ott wurde 2010 als Obmann zur Erfassung und zum Nachweis von historischen Grenzsteinen durch das Hessische Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation bestellt. In diesem Zusammenhang dokumentierte er bisher über 1000 historische Grenzsteine, die jetzt in verschiedenen Datenbanken gespeichert sind. Er befasst sich aber auch mit Sühnekreuzen, Kilometersteinen oder Borne und Quellen seiner Heimat. Er publiziert seine lokalhistorischen Forschungsergebnisse auf seiner Website Steine in der Dreieich und auf der Website des Heimatkundevereins Freunde Sprendlingens, dessen Vorsitzender er seit 2014 ist. Weiterhin hält er Vorträge über heimatkundliche Themen, verfasst Artikel in Fachzeitschriften und publiziert Bücher und Broschüren. Ihm wurde für sein ehrenamtliches, kulturhistorisch herausragendes Engagement der Kulturpreis der Stadt Dreieich 2018 verliehen.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Synthese und DNMR-Untersuchungen 2,6 disubstituierter Homotropilidene, Wilhelm Ott, Inaugural-Dissertation, 1975
  • Patentanmeldung: Integrated program for team-based project evaluation, Christine Hartung, Wilhelm Ott, Sandra Schwebke, US-Patent US20030074291A1
  • Ysenburgische Grenzsachen zum Dritten, eine kulturhistorische Schnitzeljagd, Wilhelm Ott, Landschaft Dreieich 2011, S. 17
  • Grenzen und Grenzsteine im Neurott und in den umliegenden Waldungen, Wilhelm Ott, in: Neusel, Manfred: Im Neurott, Langens nordwestlicher Stadtteil 2013, S. 123
  • Grenzen und Grenzsteine der Neu-Isenburger Gemarkungen, Wilhelm Ott, Isenburger Facetten 2, Edition Momos, Neu-Isenburg, 2016
  • Vorgeschichte(n) von Breitensee und Hirschsprung, Wilhelm Ott, in Peter Holle et. al.: Buch der Ringe, Edition Momos, Neu-Isenburg, 2017
  • Grenzen und Grenzsteine der Heusenstammer Gemarkung, Wilhelm Ott, Heusenstammer Hefte Nr. 27, Geschichts- und Heimatverein Heusenstamm, 2018
  • Die ehemaligen Flakstellungen in der Neu-Isenburger Ostgemarkung – Eine Dokumentation gegen das Vergessen, Wilhelm Ott, Ferdinand Stegbauer, GHK Neu-Isenburg, 2019
  • Der Mordfall Stara Baumgarten – Eine Dokumentation über Tod, Schuld und Sühne, Wilhelm Ott, Wilhelm Schäfer, Freunde Sprendlingens, 2019
  • Meilensteine im Großherzogtum Hessen – Ein Nachschlag, Wilhelm Ott, Das Meilenstein Journal Nr. 79, Juni 2020

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Auszeichnung der World Health Organization