Wilhelm Schmied

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Selbstporträt Wilhelm Schmied, 1982

Wilhelm Schmied (* 13. April 1910 in Dresden; † 7. Dezember 1984 in Sangerhausen) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilhelm Schmied wurde in Dresden geboren, verbrachte seine Jugendjahre in Riesa, besuchte dort die Volksschule und absolvierte von 1924 bis 1927 eine Lehre als Dekorationsmaler und Lackierer mit anschließenden Gesellenjahren ab 1928. Er studierte u. a. 1930 ein Semester an der Kunstgewerbeschule in Nürnberg,[1] war außerdem Malergeselle in Nürnberg, Staffelstein und Schkeuditz und erhielt Weiterbildungen an der Burg Giebichenstein Halle[2] bei Charles Crodel. Seit 1933 gehörte er der NSDAP an.[3] 1934 legte er seine Meisterprüfung als Malermeister in Halle/Saale ab und war als solcher bis 1940 in Sangerhausen tätig. 1940 wurde er in die Wehrmacht einberufen und geriet während des Zweiten Weltkrieges in Gefangenschaft. Nach seiner Rückkehr war er wieder in seinem Malergeschäft tätig. 1946 begann er seine freiberufliche Tätigkeit mit autodidaktischer Weiterbildung als Maler und Grafiker und war seit 1948 freischaffend in Sangerhausen tätig.

1947 trat er der Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands bei.[2] Von 1959 bis 1973 war Schmied Vorsitzender des Verbandes Bildender Künstler des Bezirkes Halle. Des Weiteren leitete er den Zirkel „Bildnerisches Volksschaffen“. Ab 1970 war Schmied Außerordentliches Mitglied der Akademie der Bildenden Künste der DDR, ab 1974 bis zu seinem Tod Ordentliches Mitglied.[4]

Schmied war seit 1934 mit Johanna Lutze aus Schkeuditz verheiratet. Die gemeinsame Tochter war die Malerin Ursula Rein, geb. Schmied (1936–2014), Sangerhausen.[5] Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof in Sangerhausen.

Künstlerisches Schaffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Mit seinen überdimensionalen Wandmosaiken avancierte Schmied in der DDR schnell zum gefragten Künstler“.[6] So gewann er 1951 den Wettbewerb zur künstlerischen Ausgestaltung des Maxim-Gorki-Theaters in Magdeburg,[2] beteiligte sich an allen zentralen Ausstellungen in der DDR[7] und erhielt zahlreiche Kunst am Bau-Aufträge, die er im Stil des Sozialistischen Realismus ausführte. Vor allem in Sangerhausen hat Schmied bleibende Spuren durch seine Kunst am Bau hinterlassen. Er schuf eine Vielzahl von Gemälden, Grafiken, dekorativen Putzarbeiten an Gebäuden und großformatigen Mosaiken. Bei der Stadtsanierung wurden seine zeittypischen Putzmalereien aus den 1950er Jahren in der Westsiedlung restauriert und erhalten. „Schmieds Bilder, zu DDR-Zeiten gestaltet, [...] sind wertvolle Dokumente, die Sangerhausen aus der Sichtweise eines Künstlers im Sozialismus zeigen“.[8]

Blick von Bahnhofsvorplatz in Sangerhausen auf das Mosaik

1963 erstellte er in dem neu errichteten Bahnhofsgebäude von Sangerhausen ein großes Wandmosaik mit dem sozialistischen Realismus verpflichteten Bildmotiven, das heute noch besichtigt werden kann.[8][9] Dargestellt sind für die Stadt typische Handwerke und Berufe. Die künstlerische Zusammenarbeit mit Karl Erich Müller sowie Willi Neubert bereicherte seine Arbeit und gab dieser auch eine Vielzahl neuer Impulse. Zusammen mit Karl Erich Müller schuf er eine Reihe von Mosaiken und Wandbildern, etwa für das chemische Institut der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und die Leunawerke „Walter Ulbricht“.[2]

Schmied „hat die bildende Kunst in der DDR wesentlich mitgeprägt. Mit seinen Industrielandschaften, Stadtansichten und Landschaftsbildern dokumentierte er die durch den Menschen hervorgerufenen Veränderungen und wurde so zum Zeitzeugen einer entwickelten Industriegesellschaft“.[2] Er schuf Werke, „die sich mit den Kupferschächten, den Bergleuten und der vom Bergbau geprägten Kulturlandschaft dieser Region beschäftigen“.[8] Das Mansfelder Land und die nähere und weitere Umgebung seiner Heimat wurden immer wieder zum Bildmotiv.[10] Sein Bild Mansfelder Land erregte 1962 auf der V. Kunstausstellung der DDR Aufsehen und verhalf Schmied zu überregionaler Bekanntheit. Abgebildet sind „Wolferode, die Anlagen des Mansfelder Bergbaus, Schachtanlagen und die Hütten in Helbra und Eisleben“.[11]

Schmied führte in den 1960er- und 1970er-Jahren Studienreisen nach Nordkorea, Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, die CSSR, Finnland, Ägypten, Jugoslawien sowie in die UdSSR durch, von denen er eine Vielzahl an Motiven mitbrachte und in späteren Bilderzyklen umsetzte. Darüber hinaus faszinierten ihn besonders die Städte- und Landschaftsansichten sowie die Küstenlandschaft der Ostsee, welche er in seinem umfangreichen Werk von Grafiken, Aquarellen sowie Ölgemälden festhielt.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Werke befinden sich unter anderem im Kunstarchiv Beeskow, beim Wilhelm-Schmied-Verein zur Förderung seines künstlerischen Erbes e.V., der Akademie der Künste Berlin, der Kunsthalle Rostock, im Kunst-Depot des Landkreises Mansfeld-Südharz (Depot Sangerhausen-Othal, Bestand der ehemaligen Mansfeld-Galerie Eisleben), im Museum Junge Kunst Frankfurt/Oder, im Schlossmuseum Bernburg, in der Staatlichen Kunstsammlung Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und im Kunsthistorischen Museum Weißenfels. Das Spengler-Museum Sangerhausen besitzt unter anderem einige frühe Bilder von ihm, als er noch Landschaften und Stilleben als Wohnraumschmuck malte.[8]

1983 wurden ca. 200 Arbeiten von Schmied in seiner letzten großen Personalausstellung der Akademie der Künste im Marstall in Berlin gezeigt. Posthum fand zu seinem 90. Geburtstag im Jahr 2000 im Spengler-Museum eine umfangreiche Werkschau mit vielen Leihgaben statt, an seinem 100. Geburtstag 2010 waren viele seiner Bilder in der Galerie „art Kapella“ in Schkeuditz ausgestellt und anlässlich seines 30. Todestages wurden im Dezember 2014 Werke Schmieds in seimem ehemaligen Atelier in Sangerhausen Süd-West gezeigt.[8] 2018 fand im Galerie Café der Halloren Schokoladenfabrik in Halle die Ausstellung „Wilhelm Schmied. Ein Leben für die Kunst - Stadt- und Landschaftsansichten“ statt.[2] Sein Bild Leunawerke hing im Konferenzraum der Volkskammer im Palast der Republik[12] und ist 2019 Teil der von der Kulturstiftung des Bundes geförderten Ausstellung Palast der Republik – Utopie, Inspiration, Politikum in der Kunsthalle Rostock.[13]

Gemälde
  • Über Tage, 1949
  • Mansfelder Land, 1962 (im Bestand der Galerie Neue Meister in Dresden)
  • Halden bei Eisleben, 1963 (Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Galerie Neue Meister)[14]
  • Dorf im Nildelta, 1976
  • Rappbodetalsperre, o. J. (hing im Palast der Republik, im Bestand des Bundesverwaltungsamtes Berlin, derzeit ausgestellt in der Staatskanzlei Magdeburg)
  • Seeburg am Süßen See bei Lutherstadt Eisleben, im Bestand des Kunstarchiv Beeskow[15]
  • Selbstporträt Wilhelm Schmied, 1982
  • Wehe dem nuklearen Ende, 1983
Arbeiten in Industrieemaille
Wandmosaik an der Grund- und Sekundarschule in Halle-Neustadt
  • mit Karl Erich Müller: Paracelsus-Mosaik für das Chemische Institut der Martin-Luther-Universität Halle, 1951
  • mit Karl Erich Müller: Kachelwandbild für Speisesaal der Leunawerke „Walter Ulbricht“, 1955
  • Mosaikbilder in der Bahnhofshalle Sangerhausen, 1963
  • Fassadenmosaik Einkaufshalle Aschersleben, 1964
  • Außenwandgestaltung am Schillergymnasium in Sangerhausen zum Thema Juri Alexejewitsch Gagarin, nach dem die Schule früher benannt war, 1970
  • Malerei auf Keramikfließen „Musik verbindet die Völker“ über dem Haupteingang der Grund- und Sekundarschule, Kastanienallee in Halle-Neustadt, 1970
  • Kachelwandbilder für die Mensa der Martin-Luther-Universität in Halle, 1974
Buchillustrationen
  • Christa Wolf: Moskauer Novelle. Mitteldeutscher Verlag, Halle/Saale 1962
  • Über Tage, 1949

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrich Kuhirt: Dramatik und Poesie der Landschaft. Zum Bild „Halden bei Eisleben“ von Wilhelm Schmied. In: Bildende Kunst, 1964, S. 137
  • Christine Hofmeister: Industrielandschaft als Zeitaussage. In: Bildende Kunst, 1967, S. 196–200
  • Hans Ahr: Der Sangerhäuser Maler und Grafiker Wilhelm Schmied, Bibliographie, Sangerhausen 1971 (Maschinenschrift)
  • Wolfgang Hütt: Das Werdende sichtbar gemacht. Zu neuen Werken Wilhelm Schmieds. In: Bildende Kunst, 1969, S. 228–231
  • Wolfgang Hütt: Künstler in Halle – Welt der Kunst. Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin 1977 (mit zwanzig farbigen Tafeln und achtunddreißig einfarbigen Abbildungen)
  • Ruth Kraft: Ocker bis Rot in: Mir scheint, der Kerl lasiert – Dichter über Maler. Buchverlag Der Morgen, Berlin 1978, S. 236–245
  • Ingrid Schultz: Wilhelm Schmied, Reihe Maler und Werk. Verlag der Kunst, Dresden 1980
  • Wilhelm Schmied Malerei und Graphik. [Hrsg. von der Akademie der Künste der DDR zur Ausstellung "Wilhelm Schmied, Malerei und Graphik" vom 14.1. - 27.2.1983 in den Ausstellungsräumen der Akademie im Marstall, Berlin. Berlin: Akademie der Künste, 1983

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einar Schleef. Der Maler. Michael Freitag, Katja Schneider (Hrsg.), DuMont Buchverlag, 2008, S. 11, ISBN 978-3832190897
  2. a b c d e f g h hallelife.de: Ausstellungseröffnung - Wilhelm Schmied “Ein Leben für die Kunst" vom 17. April 2018. Abgerufen am 12. November 2019
  3. Harry Waibel: Diener vieler Herren. Ehemalige NS-Funktionäre in der SBZ/DDR. Peter Lang, Frankfurt am Main u. a. 2011, ISBN 978-3-631-63542-1, S. 295.
  4. Akademie der Künste: Bildende Kunst – Mitglieder. Abgerufen am 12. November 2019
  5. Schmied und Schokolade: Werke des Sangerhäuser Malers bei Halloren zu sehen. In: Fokus online vom 24. Juni 2018. Abgerufen am 11. November 2019
  6. Beate Lindner: Wilhelm-Schmied-Verein in Sangerhausen. Im Kletteratelier wird wieder gemalt. In: Mitteldeutsche Zeitung vom 14. November 2014. Abgerufen am 12. November 2019
  7. Deutsche Biographische Enzyklopädie (DBE). Schlumberger - Thiersch. Rudolf Vierhaus (Hrsg.), 2. Auflg., K. G. Saur Verlag, München 2008, S. 66, ISBN 978-3-598-25030-9
  8. a b c d e Ralf Poschmann: Bericht des Oberbürgermeisters zur 5. Stadtratssitzung am 04.12.2014. In: Sangerhäuser Nachrichten, Amtliches Mitteilungsblatt für die Stadt Sangerhausen vom 19. Dezember 2014, Sangerhausen/Südharz, Jahrgang 10, Nummer 24/2014, S. 2-3. Abgerufen am 12. November 2019
  9. Cornelia Heller: Ein starkes Stück Ostmoderne. In: Deutsche Bauzeitung vom 7. Februar 2017. Abgerufen am 30. Oktober 2019
  10. a b Virtuelle Galerie Dresden: Wilhelm Schmied, Mansfelder Land, 1962. Abgerufen am 9. November 2019.
  11. Heimatverein Wolferode: Bildtafel präsentiert. Abgerufen am 30. Oktober 2019
  12. prometheus – Das verteilte digitale Bildarchiv für Forschung und Lehre: Bildserie 24 / 2019: Palast der Republik. Abgerufen am 12. November 2019
  13. Kunsthalle Rostock: ''Palast der Republik. Abgerufen am 12. November 2019
  14. Bildatlas: Kunst in der DDR: Kunst in der DDR. Halden bei Eisleben. Abgerufen am 12. November 2019
  15. Bildatlas: Kunst in der DDR: Kunst in der DDR. Seeburg am Süßen See bei Lutherstadt Eisleben. Abgerufen am 12. November 2019
  16. Tobias Kühnel: Ein Kunstpreis aus Neustadt? Oder: Wie vor 50 Jahren Kultur „gebaut“ wurde. In: Stadtgeschichtsseite im Kulturfalter, Juli/August 2014, auf der Seite des Vereins für hallische Stadtgeschichte. Abgerufen am 12. November 2019
  17. Sangerhäuser Nachrichten - Amtliches Mitteilungsblatt für die Stadt Sangerhausen: Bekanntmachung der Stadt Sangerhausen über die Benennung einer Straße in der Kernstadt Sangerhausen. Sangerhausen/Südharz, Jahrgang 12, 12. Juli 2016, Nummer 13/2016, S. 8