Wilhelm Volkert

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Wilhelm Volkert (* 26. Februar 1928 in München; † 1. August 2020[1]) war ein deutscher Historiker und Archivar.

Der Sohn eines höheren Beamten verbrachte seine ersten Lebensjahre in München. 1932 ging die Familie nach Mittelfranken, wohin sein Vater versetzt wurde. 1942 kehrte die Familie nach München zurück. Als Sechzehnjähriger war er gegen Ende des Zweiten Weltkriegs Flakhelfer und geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft, die er in einem der Rheinwiesenlager verbrachte. Aus der Gefangenschaft zurückgekehrt, holte er zunächst 1946 das Abitur nach und begann 1947 ein Studium der Geschichte, Germanistik und Geographie an der Universität München.

Volkert wurde 1952 an der Philosophischen Fakultät mit einer Arbeit über den bayerischen Herzog Stephan II. promoviert und trat anschließend in den staatlich bayerischen Archivdienst ein. 1957 ging er für drei Jahre nach Amberg. Im Archivdienst stieg er bis zum Archivdirektor auf. 1962 wurde er Mitglied der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft. Zum 1. August 1978 wurde er Professor für Bayerische Landesgeschichte an der Universität Regensburg und lehrte dort bis zu seiner Emeritierung im September 1994. Von 1981 bis 1983 war er Dekan der Philosophischen Fakultät III. Zu seinen akademischen Schülern gehörten unter anderem Dirk Götschmann, Johannes Laschinger und Wolfgang Schmidt. Er war ab 1984 Mitglied der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und war von 1993 bis 2003 deren Zweiter Vorsitzender.

Seine Forschungsschwerpunkte waren die Geschichte des Mittelalters, die Landesgeschichte des süddeutschen Raums und hierbei speziell Bayerns im Mittelalter und in der Neuzeit. Größere Bekanntheit erlangte Volkert durch die Herausgabe der antisemitischen Leitartikel von Ludwig Thoma im Miesbacher Anzeiger.[2]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monografien

  • Geschichte Bayerns (= Beck’sche Reihe, 2602, C. H. Beck Wissen). 4., ergänzte Auflage. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-55159-8.
  • Adel bis Zunft. Ein Lexikon des Mittelalters. Beck, München 1991, ISBN 3-406-35499-8.
  • Kanzlei und Rat in Bayern unter Herzog Stephan II. 1331–1375. Phil. Diss. München 1952.

Edition

  • Das Rechtsbuch Kaiser Ludwigs des Bayern von 1346 (= Bayerische Rechtsquellen. Bd. 4). Unter Verwendung der Vorarbeiten von Walter Jaroschka und Heinz Lieberich. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-10659-0.

Herausgeberschaften

  • Im Dienst der bayerischen Geschichte. 70 Jahre Kommission für Bayerische Landesgeschichte. 50 Jahre Institut für Bayerische Geschichte (= Schriftenreihe zur bayerischen Landesgeschichte. Bd. 111). 2. aktualisierte Auflage. Beck, München 1999, ISBN 3-406-10692-7.
  • Ludwig Thoma: Sämtliche Beiträge aus dem „Miesbacher Anzeiger“ 1920/21. 2. Auflage. Piper, München u. a. 1990, ISBN 3-492-03276-1.
  • Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. siehe Todesmeldung in OVB-Heimatzeitungen, 21. August 2020.
  2. Daniel Drascek: Wirbel um Ludwig Thoma. In: Literatur in Bayern, Nr. 17, September 1989, S. 48–51 (online).