Wilhelm Wagner (Architekt)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Wilhelm Wagner (* 2. September 1875 in Rudolstadt;[1]1953[2] in Berlin) war ein deutscher Architekt, kommunaler Baubeamter und Fachschullehrer, der in verschiedenen deutschen Städten und Regionen wirkte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Schulbesuch studierte Wagner Architektur an der Technischen Hochschule Braunschweig und an der Technischen Hochschule München.[1] Er arbeitete – wohl während seines Referendariats – im Atelier von Franz Schwechten in Berlin.[1] Auch bei der Hochbaudeputation in Stettin und den Kreisbauinspektionen Potsdam und Köln soll er tätig gewesen sein.[2]

Wagner bestand 1903 das Zweite Staatsexamen, kurz nach der anschließenden Ernennung zum Regierungsbaumeister (Assessor in der öffentlichen Bauverwaltung) schied er aber vorübergehend aus dem preußischen Staatsdienst aus.[3] Er bekam Anstellungen als Lehrer an der Herzoglich Braunschweigischen Baugewerkschule Holzminden und an der Kölner Gewerbefachschule.[1] An eine kurze Tätigkeit als Hochschulassistent bei Johannes Vollmer an der Technischen Hochschule (Berlin-)Charlottenburg[1] schlossen sich Anstellungen in den kommunalen Bauverwaltungen von Naumburg (Saale), Gelsenkirchen (1904–1906) und Glogau an.[1][2] Als Stadtbaurat in Glogau war er nebenamtlich als Preisrichter bei verschiedenen Architektenwettbewerben im Bereich Niederschlesiens tätig und erhielt Ende 1911 oder Anfang 1912 den preußischen Kronen-Orden IV. Klasse.[4]

1914 wurde er zum Direktor der 2. Handwerkerschule Berlin, der späteren Städtischen Kunst- und Handwerkerschule ernannt. In diesem Amt wurde ihm später der Professoren-Titel verliehen.

In den 1920er Jahren waren Wagners Bauten vom Expressionismus und von der Neuen Sachlichkeit geprägt, vorrangig unter Verwendung von Klinkern für die Fassaden; als gestalterische Elemente kamen Zahnschnitte, Zickzackbänder, Lisenen, Maßwerkbrüstungen oder Zinnenkränze am oberen Fassadenabschluss zum Einsatz.

1930 wurde er aus unbekannten Gründen zwangspensioniert, ohne dass eine spätere anderweitige Berufsausübung zu belegen wäre.[2]

Im Stadtarchiv Rudolstadt ist ein Nachlass-Bestand Wagners erhalten, der persönliche Dokumente, Architekturzeichnungen, Stadt- und siedlungsplanerische Entwürfe sowie Fotos – insgesamt über 400 Dokumente – enthält.[2]

Bauten und Entwürfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k Wagner, Wilhelm. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 35: Waage–Wilhelmson. E. A. Seemann, Leipzig 1942, S. 54.
  2. a b c d e Kurzbiografie in der Bestandsbeschreibung zum Nachlass Wilhelm Wagner beim Stadtarchiv Rudolstadt auf www.archive-in-thueringen.de (Als Quelle für die Kurzbiografie wird auf die Publikation von Maria-Luise Krohn aus 2003 verwiesen, vgl. Literatur.)
  3. Amtliche Mitteilungen. In: Zentralblatt der Bauverwaltung. 23. Jahrgang, Nr. 41, 23. Mai 1903, S. 253, (linke Spalte unten digital.zlb.de).
  4. Amtliche Mitteilungen. In: Zentralblatt der Bauverwaltung. 32. Jahrgang, Nr. 1/2, 3. Januar 1912, S. 1 (Preußen, linke Spalte digital.zlb.de).
  5. Entwurf zum Deutschen Künstlerheim in Rom im Schinkelwettbewerb im Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin
  6. a b Hanna Nogossek: Annäherungen. Ansichten von Glogau. Marburg (Lahn) 1997.
  7. Grabmalanlage des Sägewerksbesitzers Franz Schlobach (Memento des Originals vom 25. Juli 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.paul-benndorf-gesellschaft.de auf den Internetseiten der Paul-Benndorf-Gesellschaft zu Leipzig e.V. abgerufen am 26. Juni 2016.
  8. W. Wagner: Neuere Baukunst in Schlesien. In: Architektonische Rundschau. Jahrgang 1913, S. 49 (Abbildung, Haus der Burschenschaft Alemania, digi.ub.uni-heidelberg.de, und Tafel 169 digi.ub.uni-heidelberg.de).
  9. Rathaus Neuenhagen. In: archINFORM; abgerufen am 9. August 2016.
  10. Matthias Noell: Das Turmrathaus in Neuenhagen bei Berlin. Ein Zweckbau zwischen traditioneller Symbolik und aktueller Architekturdiskussion. In: Christina Hübener (Hrsg.): Preußische Verwaltungen und ihre Bauten 1800–1945. (= Einzelveröffentlichungen der Brandenburgischen Historischen Kommission e.V., Band 4.) Potsdam 2001, S. 129–138. (Textbeitrag einzeln online als PDF; 8,98 MB)