Wilhelm Zahn (Pfarrer)

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Wilhelm Zahn (* 25. Juli 1848 in Rehfeld; † 21. April 1911 in Tangermünde) war ein deutscher evangelischer Pfarrer und bedeutender Lokalhistoriker für die Altmark.

Lebensstationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur in Wittenberg begann Zahn im Sommersemester 1870 das Studium der Theologie an der Universität Greifswald, das unterbrochen wurde durch seine Teilnahme am Deutsch-Französischen Krieg im Infanterie-Regiment Nr. 20. In Greifswald wurde er Mitglied in der Greifswalder Burschenschaft Rugia. Nach dem Krieg setzte er sein Studium an der Universität Leipzig fort, wo er zusätzlich Geschichte studierte. Nach bestandener Vorprüfung studierte er an der Universität Königsberg weiter. Nach weiterer Ausbildung seit 1874 am Königlichen Predigerseminar in Wittenberg war er von 1875 bis 1880 Pastor in Welnau, Kreis Gnesen/Posen und danach Pastor in Aken/Elbe. Im Winter 1884 nahm Zahn die Stelle als Archidiakonus in Tangermünde an, die Ende 1885 durch eine kurze Tätigkeit als Kurgeistlicher in Mentone/Frankreich unterbrochen wurde. Danach war er seit 1886 Pfarrer in Tangermünde. 1908 wurde er zum Oberpfarrer in Tangermünde gewählt und war ab 1910 im Vorstand der Ortsgruppe des Evangelischen Bundes.

Altertumsforschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ab 1888: regelmäßige Veröffentlichungen historischer Arbeiten
  • um 1889: Teilnahme an der Ausgrabung der Schloßkapelle Tangermünde,
  • ab 1899: Schriftführer des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte, dessen Mitglied er seit 1885 war
  • 1899: Vertrauensmann in der Provinzial-Kommission zur Erforschung und zum Schutz der Denkmäler der Provinz Sachsen
  • ab 1900: Herausgeber der Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte
  • 6. Juli 1902: Verwalter des Kuratoriums über die Spezial-Baukasse der Elbstrom-Bauverwaltung Tangermünde

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahn heiratete am 18. Januar 1876 Clara Kretzschmar. Sie hatten zusammen 7 Kinder: Clara (* 1876; † 1921), Katharina (* 1877), Lydia (* 1883), Ilse (* 1886), Wilhelm (* 1888; † 1888), Maria (* 1889) und Joachim (* 1892; † 1895).

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Stiftskirche St. Nicolai in Aken an der Elbe. In: Geschichts-Blätter für Stadt und Land Magdeburg. Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Altertumskunde des Herzogtums und Erzstifts Magdeburg 19. Jg., 1884, S. 47–79, 141–162, 266–293,
  • Tangermünder Kämmerei - Rechnung von 1611, In: Jahresbericht des Altmärk. Vereins für vaterl. Geschichte und Industrie zu Salzwedel, 1888.
  • Heimatskunde der Altmark. - Stendal : Schindler, 183 S ., 1892 (2. Aufl.: 1928).
  • Geschichte der Altmark. - 2. Aufl. - Stendal : Schindler; 92 S., 1892.
  • Geschichte der Kirchen und kirchlichen Stiftungen in Tangermünde, Magdeburg, 96 S., 1897.
  • Altmärker auf der Universität Erfurt : 1392 - 1636; 14 S., 1900.
  • Kaiser Karl IV. in Tangermünde : Festschrift zur Enthüllungsfeier des von S. M. Wilhelm II. gestifteten Denkmals Kaiser Karls IV.; 46 S., Tangermünde : Lutzack, 1900.
  • Der Turm des Köthener Thores in Aken; In: ? 1901, S. 281–284.
  • Mittelalterliche Topographie der Stadt Aken, In: ?, 1901, S. 270–280.
  • Bemerkungen zur Topographie der Reg. Archip. Magdeburg, In: ?, 1901, S. 266–269.
  • Die ältesten Schoßregister und Kataster der Stadt Tangermünde, 6 S.; 1902.
  • Die Tangermünder Gildebriefe, 50 S., 1902.
  • Bemerkungen zu dem Liber resignationum der Altstadt Salzwedel, 6 S., 1902.
  • Mittelalterliche Topographie und Befestigung der Stadt Tangermünde, 28 S., Magdeburg: 1903.
  • Testament des Landcomthurs der Ballei Sachsen deutschen Ordens Hans von Lossow (1594); 13 S.; 1904.
  • Auszüge aus dem Stadtbuche von Tangermünde, 32 S.; 1904.
  • Prähistorische Funde von der Burg Tangermünde, In: ?, 1904, S. 93–96.
  • Altmärker auf der Universität Bologna, 8 S., 1904.
  • Die Altmark im dreißigjährigen Kriege, Verein für Reformationsgeschichte ; Halle a. S., 1904.
  • Der Drömling : ein Beitrag zur Landeskunde und Geschichte der Altmark. Öbisfelde, Selbstverl. d. Drömlings - Korporation, 171 S., 1905. (Nachdruck 2013 durch Dr. Ziethen Verlag, Oschersleben)
  • Geschichte der Dörfer Wendig- u. Deutsch - Kalbau, 24 S.; 1905.
  • Geschichte der Stadt Gardelegen. In: Montagsblatt der Magdeburger Zeitung, 1907
  • Geschichte des Dorfes Röxe. In: ?, 1909, S. 92–98.
  • Mittelalterliche Eingemeindungen in Stendal. In: ?, 1909, S. 10–15.
  • Die Wüstungen der Altmark, hrsg. von der Historischen Kommission für die Provinz Sachsen und das Herzogtum Anhalt. Hendel, Halle 1909, 499 S.
  • Specialkarte der Altmark von W. Zahn später W. Zahn's Wanderkarte für die Altmark auf Grund amtlicher Unterlagen, wahrscheinlich erst ab 8. Auflage mit dem Zusatz „Geographische Anstalt Wagner & Debes, Leipzig“, erste Auflage um 1900 in R. Schindler's Buchhandlung (E. Schulze) in Stendal, 4. Auflage um 1910 in Stendal im Verlag Ernst Schulze, 5. Auflage um 1913, 8. Auflage um 1921, 10. Auflage um 1930

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Max Schulle: Oberpfarrer Wilhelm Zahn. (In: 38. Jahresbericht des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte zu Salzwedel. Im Auftrage des Vorstandes zusammengestellt von W. Zahn und nach dessen Tode herausgegeben von M. Schulle. Magdeburg 1911, S. 5–10 [Nachruf mit Foto und Namenszug-Faksimile])
  • Sigrid Brückner, Werner Brückner, Agnes-Almuth Griesbach: Wilhelm Zahn (1848-1911, Historiker der Altmark) und Clara Zahn (1876-1921, Kunstmalerin). (Tangermünde 2001) (Ausstellungskatalog mit Zeittafeln zum Leben von Wilhelm Zahn und seiner Tochter Clara Zahn sowie mit umfangreicher Bibliographie von Wilhelm Zahn)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]