Wilhelm von Drigalski

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Wilhelm von Drigalski (* 21. Juni 1871 in Dresden; † 12. Mai 1950 in Wiesbaden; vollständiger Name Karl Rudolf Arnold Arthur Wilhelm von Drigalski) war ein deutscher Bakteriologe, der als Stadtmedizinalrat und preußischer Oberstabsarzt der Landwehr wirkte.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drigalski war der Sohn des preußischen Hauptmanns und Redakteurs Arthur von Drigalski (1834–1897) und der Minna von Drigalski geb. Kuhn (1840–1900).

Er heiratete am 5. März 1905 in Wiesbaden die Schriftstellerin Liesbet Dill, Tochter des Dudweiler Guts- und Brauereibesitzers Friedrich Wilhelm Dill und der Elisabeth Dill geb. Bottler, und zeugte mit ihr die Tochter Leonore (* 1907) und den Sohn Wolfgang von Drigalski (1907–1943). [1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drigalski erwarb 1890 das Reifezeugnis und studierte anschließend an der Kaiser-Wilhelm-Akademie für das militärärztliche Bildungswesen. 1895 wurde er an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin promoviert. Danach war er bis 1907 Sanitätsoffizier.

1905 wurde Drigalski zum Titularprofessor ernannt. Im darauf folgenden Jahr habilitierte er sich an der Technischen Hochschule Hannover, 1907 folgte die Umhabilitierung an die Universität Halle. Im Ersten Weltkrieg wurde er unter anderem auf dem Balkan und an der Westfront eingesetzt. Von 1915 bis 1916 war er Gouvernementsarzt in Brüssel.

Im Jahr 1919 trat er in die Deutsche Demokratische Partei ein. Seit 1921 war er mit der Erfassung von sogenannten „schwachsinnigen“ Familien beschäftigt[2] und hielt seit 1923 Vorlesungen über Rassenhygiene.[2] Von 1925 bis 1933 leitete er das öffentliche Gesundheitswesen in Berlin. Wegen Ortsabwesenheit wurde ihm 1937 von der Universität Halle die Lehrbefugnis entzogen. In den folgenden Jahren arbeitete er als Schiffsarzt sowie als Betriebsarzt und praktischer Arzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er Ministerialrat im hessischen Innenministerium.

Nach ihm wurde auch der Drigalskispatel benannt, der in der Mikrobiologie zum Ausstreichen einer Probe z. B. auf einem in Petrischale befindlichen Gelmedium dient. Er besteht aus Glas, Metall oder Kunststoff.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Helmut Lissmann: Liesbet Dill. Eine Schriftstellerin aus dem Saarland (1877-1962).. BoD – Books on Demand, 2009, ISBN 978-3-8370-3254-3, S. 21.
  2. a b Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. 2. aktualisierte Auflage, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2005, S. 120.