Wilhelm von Gottberg

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Wilhelm von Gottberg (2010)

Wilhelm von Gottberg (* 30. März 1940 auf Gut Woopen / Groß Klitten, Landkreis Bartenstein (Ostpr.)) ist ein deutscher Politiker und Beamter im Ruhestand. Seit 2017 ist er Abgeordneter der Partei Alternative für Deutschland (AfD) im 19. Deutschen Bundestag. Er gilt unter anderem aufgrund von Aussagen zum Holocaust als rechtsextrem.

Von 1992 bis 2010 war er Bundesvorsitzender der Landsmannschaft Ostpreußen. Von 1971 bis 2011 gehörte er der CDU an, seit 2013 ist er Mitglied der AfD. Von 1991 bis 2016 war er Bürgermeister von Schnega.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilhelm von Gottberg wurde 1940 als Sohn des Gutsbesitzers Heinrich von Gottberg und seiner Frau Gertrud, geb. Freiin von der Goltz, auf dem Gut Woopen / Groß Klitten im Regierungsbezirk Königsberg geboren. Die Eltern stammten aus den Adelsgeschlechtern Gottberg und Goltz.[1] Seine Familie flüchtete mit ihm vor Ende des Zweiten Weltkriegs aus dem damaligen Ostpreußen. Nach Eigenaussage verlief ihre Flucht von Gdingen über Swinemünde und Schwerin nach Lüneburg.[2]

Seit 1972 ist von Gottberg verheiratet. Er ist Vater von sechs Kindern.

Ausbildung und Berufstätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Gottberg absolvierte zunächst eine landwirtschaftliche und handwerkliche Ausbildung und wurde dann Polizist. In seiner neunjährigen Tätigkeit als Polizeibeamter erwarb er berufsbegleitend das Fachabitur. Während der folgenden sechsjährigen Leitungstätigkeit im Sicherheitsbereich eines Industriebetriebs absolvierte er ein Studium der Mathematik und Geschichtswissenschaft für das Lehramt, danach ein Zusatzstudium der Psychologie. Ab 1977 lehrte er Staats- und Verfassungsrecht sowie Psychologie an einer Polizeifachschule des Bundesgrenzschutzes (BGS).

Politischer Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Gottberg trat 1971 in die CDU ein, weil er die Ostpolitik der damaligen SPD-FDP-Koalition und deren Verzicht auf die ehemals deutschen Gebiete jenseits der Oder-Neiße-Grenze ablehnte. Seit 1980 war er Kommunalpolitiker und wurde Kreistagsabgeordneter im Landkreis Lüchow-Dannenberg. 2011 trat er nach 40 Jahren Mitgliedschaft aus der CDU aus, nach Eigenangaben, weil er nicht den zuvor vereinbarten Listenplatz für die damalige Kreistagswahl erhalten hatte. Weil er die „Politik der Rettungsschirme“ für verschuldete EU-Staaten ablehnte, trat er 2013 in den damals gegründeten Landesverband der AfD Niedersachsen ein und wurde dort Vorstandsmitglied.[3]

Von 1991 bis September 2016 war von Gottberg Bürgermeister von Schnega.[4] Im Mai 2016 lehnte er gelbe Ortsschilder für mehr Verkehrssicherheit in der Teilgemeinde Molden als finanziell unvertretbar ab.[5] Im selben Monat beschloss der Gemeinderat von Schnega, eine gemeindeeigene Wohnung für insgesamt rund 100.000 Euro zu einer Arztpraxis für einen Sohn von Gottbergs ausbauen zu lassen. Der Bund der Steuerzahler Deutschland kritisierte das in einem Brief an von Gottberg als Steuerverschwendung. Dieser warf dem Bund Beihilfe zu „Rufmord und zur üblen Nachrede“ vor.[6] Im September 2016 wurde er bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen für die AfD in den Kreistag des Landkreises Lüchow-Dannenberg und dann zum Fraktionssprecher der AfD-Fraktion gewählt.[7]

Im Februar 2017 beteiligte sich von Gottberg an einer Intrige in der AfD Niedersachsen mit dem Ziel, einen internen Kritiker des Landesvorsitzenden Armin-Paul Hampel zu entmachten und auszuschließen. Die Initiatoren nannten den Plan „Operation Trappenjagd“ und spielten damit auf das Unternehmen Trappenjagd der Wehrmacht von 1942 an. Von Gottberg ließ sich zusichern, „den Krieg“ nicht vor dem 13. Februar zu beginnen, weil die AfD dann die Wahlliste für die kommende Bundestagswahl 2017 beschließen wollte und er mit Listenplatz vier des Landesverbands gute Aussichten auf ein Bundestagsmandat hatte. Nach Bekanntwerden seiner Aussage bestritt er seine Absicht, den internen Kritiker loszuwerden.[8] 2017 wurde er über die Landesliste für die AfD in den 19. Bundestag gewählt.[9]

Ämter in Vertriebenenorganisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1983 gehört von Gottberg dem Vorstand der Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft Ostpreußen (LO) an. 1987 übernahm er deren Landesvorsitz. 1990 wurde er zum stellvertretenden Sprecher gewählt. Von November 1992 bis November 2010 war er Sprecher (Bundesvorsitzender) der LO.[10] Als solcher ließ er beim Jahrestreffen der LO 1994 Hans-Günter Schodruch als Redner auftreten, der die damals als rechtsextrem eingestufte Partei Die Republikaner im Europaparlament vertrat. Die rechtsextreme Zeitschrift Nation und Europa (7-8/1994) begrüßte den Auftritt: „Unter Wilhelm von Gottberg scheint sich die früher unionsfixierte Landsmannschaft Ostpreußen aus der parteipolitischen Umklammerung zu befreien und neue Verbündete zu suchen.“[11]

Von 1994 bis 2013 war von Gottberg Vorsitzender des Stiftungsrats der Ostpreußischen Kulturstiftung.[12] Diese verlieh ihm 2005 ihre höchste Auszeichnung, den Preußenschild.[13]

Als LO-Vorsitzender gab von Gottberg die Preußische Allgemeine Zeitung (PAZ) heraus,[14] die früher „Ostpreußenblatt“ hieß. Er ließ es 2003 umbenennen, um es nicht als reines Verbandsblatt der LO erscheinen zu lassen und neue Leser zu gewinnen.[15] Im Sommer 2011 war er kommissarischer Chefredakteur des Blattes.[16]

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forderungen zu ehemaligen deutschen Ostgebieten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1995 kritisierte Bundesaußenminister Klaus Kinkel öffentlich die Aktivitäten des rechtsextremen Verlegers Dietmar Munier im russischen Teil des früheren Ostpreußens. Munier betrieb dort mit mehreren von ihm gegründeten Vereinen Haus- und Grundstückskäufe und die Ansiedlung von Russlanddeutschen, um den Anspruch auf frühere deutsche Ostgebiete zu demonstrieren. In einem Brief an Kinkel verteidigte von Gottberg daraufhin Muniers Aktivitäten und meinte, Kinkels Kritik habe den Interessen der heimatvertriebenen Ostpreußen geschadet. Dies berichtete dann auch das „Ostpreußenblatt“ (13/95). Kinkel wies die Vorwürfe am 4. April 1995 zurück und bekräftigte, dass rechtsextreme Aktivitäten Deutscher im Ausland das Ansehen Deutschlands beschädigten. Er sehe jedoch nicht, wie diese Kritik die Interessen der heimatvertriebenen Ostpreußen beeinträchtige. Die Bundesregierung bestätigte den Dialog in der Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion und bekräftigte, dass Muniers Vereine „mit streng ausgerichteter nationalistischer und chauvinistischer Ideologie“ agierten und von den Vertriebenenverbänden erheblich unterstützt würden. Konkrete Kenntnisse über Hilfen durch von Gottberg und die LO an Muniers Vereine habe sie nicht.[17]

Bei der Fünfzigjahrfeier der LO (Juli 1998) im Rathaus Schöneberg beklagte von Gottberg nach Angaben des Sozialwissenschaftlers Samuel Salzborn: Die „Rückkehr in unsere Heimat Ostpreußen“ sei den Vertriebenen bis heute versagt geblieben. Eine Aufhebung der Visumspflicht für Reisen nach Kaliningrad sei wünschenswert, damit das „Menschenrecht auf die Heimat“ für die Deutschen und ihre Nachkommen realisiert werden könne. Er forderte „Eigentumserwerb und ungehinderte Ein- und Ausreise“ nach Russland, „zweisprachige Ortsschilder“ und eine „staatlich geförderte Volksgruppenautonomie für Deutsche“ in Polen und erklärte: „Wir warten schon lange auf eine offizielle Bitte um Vergebung durch Polen, Tschechien und Russland für die völkermordartigen Vertreibungsverbrechen.“[18]

2001 schrieb er: „Die nach der Flucht und Vertreibung der Deutschen neu in Ostpreußen angesiedelten Bewohner wussten nichts über den kulturellen Wert der vorgefundenen Bauten.“ Der polnische Historiker Krzysztof Ruchniewicz nannte das Zitat als Beispiel dafür, wie das Wort „Vertreibung“ heute noch immer ideologisch benutzt und auf die Flucht und den Zwangstransfer von Deutschen nach 1945 begrenzt werde, obwohl viele Nichtdeutsche und deutsche Juden in der NS-Zeit und danach ebenfalls zur Flucht gezwungen und vertrieben worden waren.[19]

Aussagen zum Holocaust[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Leitartikel des Ostpreußenblatts vom 6. Januar 2001 behauptete von Gottberg: „Als wirksames Instrument zur Kriminalisierung der Deutschen und ihrer Geschichte wird immer noch (…) der Völkermord am europäischen Judentum herangezogen.“ Er fragte, „wie lange noch die nachwachsende Generation mit dem Makel der Schuld für zwölf Jahre NS-Diktatur belastet“ werde. Als Antwort zitierte er den Neofaschisten Mario Consoli: „Jeder noch so fadenscheinige Vorwand (…) ist gut genug, um den Holocaust in Erinnerung zu rufen. Die Propaganda-Dampfwalze wird mit den Jahren nicht etwa schwächer, sondern stärker, und in immer mehr Staaten wird die jüdische ›Wahrheit‹ über den Holocaust unter gesetzlichen Schutz gestellt. Der Holocaust muß ein Mythos bleiben, ein Dogma, das jeder freien Geschichtsforschung entzogen bleibt.“ Von Gottberg kommentierte: „Wir haben dem nichts hinzuzufügen.“ Die Wochenzeitung Die Zeit gab die Passage im März 2017 bekannt. Auf deren Nachfrage behauptete er, er habe sich für die Zitate öffentlich entschuldigt, wollte aber nicht angeben, wann und wo. Zudem habe er den Holocaust in mehreren eigenen Artikeln klar benannt und geächtet. Weitere Nachfragen, was er dann unter einer „jüdischen Wahrheit“ und einem „Mythos Holocaust“ verstehe, blieben ungeklärt.[20] Nach dem Bekanntwerden erklärte er, das Zitat sei „etwas leichtfertig“ gewesen und er habe es in einer Regionalzeitung bedauert.[21] Eine klare Distanzierung von dem Zitatinhalt blieb aus.[22] Gottbergs Zustimmung zu dem Zitat wurde als Holocaustleugnung verstanden.[23]

Weitere umstrittene Aussagen und Auftritte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2005 schrieb die Tageszeitung Neues Deutschland, von Gottberg habe die als antisemitisch geltende Rede des Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann öffentlich verteidigt. Von Gottbergs Unterlassungsklage dagegen wurde abgewiesen, weil die Aussage von der Meinungsfreiheit gedeckt sei.[24]

2007 hielt von Gottberg bei der Burschenschaft Danubia München eine Rede zum „Ostdeutschen Heimatbewusstsein heute“. Der Auftritt wurde als Verbindung zu Rechtsextremisten betrachtet, da der Verfassungsschutz Bayerns die Danubia als rechtsextrem einstuft.[20]

Im Februar 2017 beschloss die AfD die Wahlliste ihrer Kandidaten für die Bundestagswahl 2017. In seiner Bewerbungsrede erklärte von Gottberg, er wolle sich dafür einsetzen, den „Kult mit der Schuld“ zu beenden. Die NS-Zeit sei die dunkelste Zeit der deutschen Geschichte, aber sie sei aufgearbeitet worden. Die Aussage wurde mit der Forderung Björn Höckes (AfD) verglichen, vom Holocaustgedenken abzurücken.[25]

Als ältester Bundestagsabgeordneter der 19. Legislaturperiode wäre von Gottberg beim Einzug der AfD in den Bundestag Alterspräsident geworden und hätte damit die Eröffnungsrede halten dürfen. Um zu verhindern, dass ein mutmaßlicher Holocaustleugner dieses Recht beansprucht, änderte eine Mehrheit der Bundestagsabgeordneten im April 2017 die Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages dahingehend, dass fortan nicht der älteste, sondern dienstälteste Bundestagsabgeordnete Alterspräsident wird.[26] Wegen seiner Aussagen zum Holocaust stuft Die Zeit von Gottberg als einen von mehreren „ultrarechten“ Bundestagsabgeordneten der AfD ein.[27]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilhelm von Gottberg auf der Internetseite des Bundestages

 Commons: Wilhelm von Gottberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stiftung Deutsches Adelsarchiv (Hrsg.): Genealogisches Handbuch des Adels. Starke, Limburg 2000, S. 113.
  2. Jürgen Liminski: Gottberg: „Die Flucht“ ist in Teilen unrealistisch und klischeehaft. Deutschlandfunk, 7. März 2007
  3. Querdenker setzt auf die „Alternative“. Allgemeine Zeitung, 8. Juni 2013
  4. Tilo Giesbers: Rechte Kandidaturen bei den niedersächsischen Kommunalwahlen am 11.09.2016. Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin, 8. September 2016
  5. Menschen kämpfen gegen für gelbe Ortsschilder gegen ihren Bürgermeister Wilhelm von Gottberg, Elbe-Jeetzel-Zeitung, 27. Mai 2016
  6. AfD im Wendland: Präsent für Bürgermeister-Sohn, taz, 1. Juni 2016
  7. Lüchow-Dannenberg, Kreistag, Mandatsträger
  8. AfD-Mitglieder eröffnen „Trappenjagd“ auf Kritiker. NDR, 8. Februar 2017
  9. Bundeswahlleiter: Gewählte auf der Landesliste der AFD
  10. Bund Junges Ostpreußen: Das Königsberger Gebiet und seine Perspektiven. 23. Oktober 2002
  11. Deutscher Bundestag: Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke und der Gruppe der PDS. Drucksache 13/1186
  12. Preußische Allgemeine Zeitung: Archiv Folge 41-10 vom 16. Oktober 2010
  13. Landsmannschaft Ostpreußen: Träger des Preußenschildes
  14. Deutscher Bundestag: Wilhelm von Gottberg, AfD (Biografien der Abgeordneten, 19. Wahlperiode)
  15. Anton Maegerle: Autorengeflecht in der Grauzone. In: Stephan Braun, Daniel Hoersch (Hrsg.): Rechte Netzwerke — eine Gefahr. Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2004, ISBN 978-3-322-81009-0, S. 37
  16. Die große kress.de-Übersicht: Die Medienschaffenden im Deutschen Bundestag, kress.de, 14. Oktober 2017
  17. Deutscher Bundestag: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke und der Gruppe der PDS. 16. Juli 1997
  18. Samuel Salzborn: Sattel die Elche, Wilhelm! Jungle World, 22. Juli 1998.
  19. Krzysztof Ruchniewicz: Versöhnung - Normalisierung - Gute Nachbarschaft. In: Andreas Lawaty, Hubert Orlowski (Hrsg.): Deutsche und Polen. Geschichte, Kultur, Politik. Beck, München 2003, ISBN 3-406-49436-6, S. 135.
  20. a b Paul Middelhoff: Wilhelm von Gottberg: „Als wirksames Instrument zur Kriminalisierung der Deutschen (…) wird immer noch der Völkermord am europäischen Judentum herangezogen“. Die Zeit, 30. März 2017
  21. AfD-Politiker von Gottberg: „Der Holocaust muss ein Mythos bleiben“. Bayerischer Rundfunk, 16. März 2017
  22. Wilhelm von Gottberg: AfD-Politiker lehnte Distanzierung von Holocaustzitat ab. Die Zeit, 15. März 2017
  23. Christian Bommarius: AfD-Politiker: Designierter Bundestags-Alterspräsident nennt Holocaust einen „Mythos“. Berliner Zeitung, 15. März 2017; Christian Bommarius: Wilhelm von Gottberg: Die AfD und der „Mythos“ Holocaust. Frankfurter Rundschau, 15. März 2017
  24. „Neues Deutschland“ und Wilhelm von Gottberg vor dem Landgericht (Memento vom 2. September 2005 im Internet Archive) Landeszeitung für die Lüneburger Heide, 9. März 2005; „Neues Deutschland“ gewinnt Rechtsstreit (Memento vom 23. Mai 2005 im Internet Archive) Landeszeitung vom 11. Mai 2005
  25. Listenplätze: Hampel an AfD-Spitze, Rest dauert. NDR, 5. Februar 2017
  26. Bundestag: Koalition verhindert möglichen Alterspräsidenten der AfD. Die Zeit, 27. April 2017
  27. Kai Biermann, Astrid Geisler, Christina Holzinger, Paul Middelhoff, Karsten Polke-Majewski: AfD-Fraktion: Rechts bis extrem im Bundestag. Die Zeit, 26. September 2017, ISSN 0044-2070