Wilhelm von Kaufmann

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Wilhelm Ritter von Kaufmann-Asser (* 16. Mai 1888 in Berlin; † 21. Oktober 1959 ebenda) war ein deutscher Arzt und Filmproduzent.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grab Wilhelm von Kaufmanns

Der gebürtige Berliner, Sohn des Kunstsammlers und Geheimen Regierungsrats im Finanzministerium Richard von Kaufmann, hatte nach dem Besuch eines humanistischen Gymnasiums in seiner Heimatstadt Medizin studiert und mit dem Staatsexamen abgeschlossen. Als approbierter Arzt führte er zunächst seine eigene Praxis und avancierte später zum Leiter des Sanatoriums Wiggers Kurheim in Garmisch-Partenkirchen. Sein Bruder war der Diplomat Heinrich von Kaufmann-Asser.

Kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs lernte er den Stummfilmstar Henny Porten kennen und heiratete sie am 24. Juni 1921. Kaufmann beendete vorübergehend seine Tätigkeit als Arzt und wurde Leiter der Produktionsfirma seiner Frau, der Henny-Porten-Film GmbH Berlin. In den folgenden zehn Jahren (bis 1931), in denen Henny Porten noch einmal eine beträchtliche Anzahl an Filmerfolgen aufweisen konnte, übernahm Kaufmann die Funktion eines Produzenten bzw. Produktionsleiters.

Infolge der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde Wilhelm von Kaufmann als „Halbjude“ mit Berufsverbot belegt. Trotz Drucks seitens der Goebbels-Behörde auf seine Frau weigerte sich Henny Porten bis zuletzt beharrlich, sich von Kaufmann scheiden zu lassen und musste daraufhin einen beträchtlichen Karriereeinbruch hinnehmen.

Nach Kriegsende arbeitete Dr. med. von Kaufmann in Ratzeburg in der schleswig-holsteinischen Provinz wieder als Arzt, in einem Behelfskrankenhaus für ostdeutsche Flüchtlinge, zeitweise mit seiner als Schauspielerin unterbeschäftigten Frau als Hilfskraft. Seit 1957 wieder in Berlin ansässig, lebte das Ehepaar die verbleibenden Lebensjahre in wirtschaftlich äußerst schwierigen Verhältnissen.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kay Weniger: Zwischen Bühne und Baracke. Lexikon der verfolgten Theater-, Film- und Musikkünstler 1933 bis 1945. Mit einem Geleitwort von Paul Spiegel. Metropol, Berlin 2008, ISBN 978-3-938690-10-9, S. 395.
  • Kurt Mühsam, Egon Jacobsohn: Lexikon des Films, Berlin 1926, S. 93

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]