Wilhelmiten

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Der Orden der Wilhelmiten (Ordo Fratrum Eremitarum Sancti Wilhelmi, „Orden der Eremitenbrüder des hl. Wilhelm“), selten auch Wilhelmiter oder Guglielmiten, war ein Mönchsorden, der vor allem in Italien, Frankreich, Deutschland, Österreich, in der Schweiz und in den Niederlanden vertreten war.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Orden beruft sich auf den Eremiten Wilhelm von Malavalle († 1157), aus dessen Umgebung die Wilhelmiten hervorgingen. Die Einsiedelei des hl. Wilhelm südwestlich von Siena wurde zum Kloster erweitert. Papst Gregor IX. verlieh der jungen Gemeinschaft die kirchliche Anerkennung, mit der Maßgabe, dass sie nach der Benediktinerregel leben sollten.[1] Danach breitete sich der Orden in Italien, Frankreich und nördlich der Alpen aus.

Mitte des 13. Jahrhunderts kam es zu grundlegenden Veränderungen. Aufgrund der päpstlichen Bulle Licet ecclesiae catholicae von Papst Alexander IV. wurden mehrere Eremitenorden zu dem Bettelorden der Augustiner-Eremiten zusammengefasst. Der Wilhelmiterorden wurde 1256 aufgelöst und seine Angehörigen in die Augustiner-Eremiten integriert. Nach erheblichen Interventionen seitens der Wilhelmiten löste der übernächste Papst, Clemens IV., im Jahr 1266 diese wieder aus dem Ordden der Augustiner-Eremiten heraus und stellte so den Wilhelmitenorden wieder her.[2]

In Frankreich wurden die Wilhelmiten wegen ihres Habits auch Blancs-Manteaux („weiße Mäntel“) genannt. Sie hatten Prioreien in Louvergny bei Rethel (1249 gegründet von Graf Johann von Rethel, † 1251) und Montrouge bei Paris (ihre zweite Priorei in Frankreich, gegründet in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts), sowie ab 1297 in Paris, wo sie die Augustiner ersetzten. Ihr Haus in Paris stand im heutigen 4. Arrondissement an der Nordseite der Rue des Blancs Manteaux, etwa dort, wo heute die Rue des Guillemites beginnt. Nach den Wilhelmiten ist Guillemins benannt, ein Ortsteil von Lüttich. Hier hatten die Wilhelmiten ab 1287 eine Niederlassung, um die herum sich die Siedlung entwickelte.

Die Wilhelmiten bestanden bis ins 18. Jahrhundert. Nach der Auflösung der Ordensniederlassungen in Österreich unter Kaiser Joseph II. war Gräfinthal (Gemeinde Mandelbachtal, Saarland) das letzte Wilhelmitenkloster im Reich. Mit der Bulle vom 24. November 1785 löste der Papst auf Wunsch der Mönche auch dieses Kloster auf.

Niederlassungen in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Häuser der Wilhelmiten in Deutschland waren (in Klammern heutige Zuordnung der Lage):

Niederlassungen in Frankreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederlassungen in der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kaspar Elm: Beiträge zur Geschichte des Wilhelmitenordens. Böhlau, Köln 1962.

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kaspar Elm: Die Annahme der Benediktregel unter Gregor IX., in: Ders.: Beiträge zur Geschichte des Wilhelmitenordens. S. 43ff.
  2. Kaspar Elm: Die Union zwischen Wilhelmiten und Augustiner-Eremiten (1256–1266). In: Ders.: Beiträge zur Geschichte des Wilhelmitenordens, S. 108–119

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wilhelmiten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien