Wilhelmshausen

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Wilhelmshausen
Gemeinde Fuldatal
Koordinaten: 51° 24′ 14″ N, 9° 34′ 45″ O
Höhe: 133 m ü. NHN
Fläche: 4,51 km²[1]
Einwohner: 875 (31. Dez. 2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 194 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1970
Postleitzahl: 34233
Vorwahl: 05541

Wilhelmshausen ist der nordöstlichste Ortsteil der Gemeinde Fuldatal im Landkreis Kassel in Nordhessen (Deutschland).

Geografische Lage und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flusstal der Fulda bei Wilhelmshausen

Wilhelmshausen liegt an der Südabdachung des Reinhardswalds am Nordufer der Fulda. Durch das Dorf fließt der Mühlbach und am Ostrand, welcher der nordöstlichen Gemeindegrenze entspricht, der Elsterbach; beide entspringen nördlich am Gahrenberg und münden in die Fulda.

Die Hauptverkehrsader in Wilhelmshausen ist die „Mündener Straße“, die als Bundesstraße 3 die nahe Großstadt Kassel im Südwesten mit der Mittelstadt Hann. Münden im Nordosten verbindet. Zudem führen die ineinander übergehenden Landesstraßen 3233 und 3239 in Richtung Nordwesten vorbei am Steinkopf nach Holzhausen, einem Stadtteil von Immenhausen. Von dieser Straße zweigt die Kreisstraße 40 in Richtung Süden zum am Osterbach gelegenen Gemeindeteil Knickhagen ab.

Früher hatte Wilhelmshausen im Süden einen Haltepunkt an der 1856 errichteten Hannöverschen Südbahn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Siedlungsplatz Wilhelmshausen ging aus dem 1150 erstmals urkundlich erwähnten Benediktinerinnen-Kloster Walshausen hervor. In diese Zeit fällt auch der Bau der romanischen Marienbasilika. 1293 erfolgte die Übertragung an das Zisterzienserkloster Hardehausen, das den in den Folgejahren eingegangenen Konvent zunächst 1310 aus Riddagshausen und 1320 aus dem eigenen Haus mit Mönchen neu belegte. Mit Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen 1526 wurde das Kloster aufgehoben und der Besitz von Landgraf Philipp eingezogen.

Im Jahr 1572 vergab Landgraf Wilhelm IV. von Hessen-Kassel die ehemaligen Klosterländereien systematisch an Neusiedler. Seitdem trägt der Ort den Namen Wilhelmshausen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg entstand die Siedlung Am Berge, wo anfangs vor allem die ärmere Bevölkerungsschicht wohnte.

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurde Wilhelmshausen am 1. Januar 1970 ein Ortsteil der Gemeinde Fuldatal.[3]

Bis 1988 gab es eine Fähre über die Fulda. Auf der ursprünglich von einer Seilfähre betriebenen Strecke wurde ab 1928 die PKW-Fähre Wilhelmshausen eingesetzt.[4] Dieses Fährschiff ist heute als Personen- und Fahrradfähre Amanda auf der Weser bei Bad Oeynhausen im Einsatz.

Sehenswürdigkeiten und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An Sehenswürdigkeiten bietet Wilhelmshausen vor allem die evangelische Kirche, eine romanische Marienbasilika, die zum Kirchspiel Holzhausen gehört. Der Ort besitzt ein Dorfgemeinschaftshaus und einen Kindergarten. An der Fulda steht die Staustufe Wilhelmshausen.

Besuchenswert ist das Naturschutzgebiet Termenei, das mit bedeutendem Heide-Vorkommen westlich am Steinkopf liegt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zahlen und Fakten im Internetauftritt der Gemeinde Fuldatal, abgerufen im März 2016.
  2. Einwohnerzahlen (Haupt- und Nebenwohnungen) im Vorbericht des Haushaltsplans 2016 der Gemeinde Fuldatal. Seite 21, abgerufen im März 2016.
  3. Der Hessische Minister des Inneren: Zusammenschluß der Gemeinde Ihringshausen, Knickhagen, Simmershausen, Wahnhausen und Wilhelmshausen im Landkreis Kassel zu der neuen Gemeinde „Fuldatal“  vom 17. Dezember 1970. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1970 Nr. 1, S. 6, Punkt 11 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 4,0 MB]).
  4. Fähre auf fjordfaehren.de

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Reimer: Historisches Ortslexikon für Kurhessen. S. 517–518.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]