Wilhelmshavener Raffinerie

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Luftbild der Raffinerie von Westen (Mai 2012)
Luftbild, Blick nach Westen

Die Wilhelmshavener Raffinerie ist eine ehemalige Raffinerie von ConocoPhillips in Wilhelmshaven, die seit 2011 stillgelegt ist und seit dem 1. Januar 2012 von dem privaten Investor HES International (zuvor: Hestya Energy) als Tanklager betrieben wird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte der Wilhelmshavener Raffinerie begann am 21. Juni 1972 mit der Unterzeichnung eines Vertrags zwischen der Mobil Oil AG Deutschland, dem Land Niedersachsen und der Stadt Wilhelmshaven über den Bau einer Raffinerie im neu eingedeichten Voslapper Groden. Mit dem Bau wurde 1973 begonnen.[1]

Bereits im September 1975, noch vor der Fertigstellung der Raffinerie, brachte der unter liberianischer Flagge betriebene Tanker „Monrovia“ die ersten 80.000 Tonnen Rohöl aus Algerien. Am 14. September 1976 begann Mobil Oil mit der Produktion. Die Ölkrise von 1979, die nachfolgende wirtschaftliche Rezession und der damit verbundene Rückgang beim Verbrauch von Mineralölprodukten führten am 31. März 1985 zur Einstellung der Produktion. Erst nach ihrem Verkauf an die Beta Raffinerie Wilhelmshaven GmbH wurde die Raffinerie am 1. September 1991 wieder in Betrieb genommen.[1]

Am 25. Januar 1997 wurde die Beta-Raffinerie durch die Wilhelmshavener Raffineriegesellschaft (heute: HES Wilhelmshaven GmbH) übernommen. Die Geschäfte gingen gut und am 7. Juni 2002 löschte der tausendste Tanker seit der Wiederinbetriebnahme 1997 seine Ladung. Im März 2006 ging die Raffinerie in den Besitz von ConocoPhillips über, die die Anlagen von der Louis Dreyfus Energy Holdings Ltd. kaufte.[1]

Nachdem die Anlage ab Herbst 2009 und über den harten Winter 2009/2010 den Raffineriebetrieb eingestellt hatte, wurden bei ihrem Wiederanfahren Anfang Mai 2010 bei einem Brand wichtige Anlagen zerstört. Die Feuerwehr brachte den Brand damals unter Kontrolle, der Raffineriebetrieb konnte seitdem aber nicht mehr aufgenommen werden. Im Juli 2011 folgte schließlich nach fünf Jahren des Wartens die Ankündigung des US-Konzerns ConocoPhillips, dass man Überlegungen für eine Milliardeninvestition an der Jade verworfen habe. Die Anlage vor Ort wolle man entweder verkaufen oder als Tanklager fortführen. Der Inhalt der Tanks käme dann nicht mehr aus Wilhelmshaven, sondern von anderen Raffinerien.[2]

Stilllegung und Betrieb als Terminal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011 erwarb Hestya Energy die Anlage von ConocoPhillips.[3] Die Raffinerie wurde jedoch nicht wieder in Betrieb genommen.[4] Seit 2012 wird das Tanklager als Terminal weiterbetrieben. Die Anzahl der Mitarbeiter wurde dabei stark reduziert,[5][6] im Mittel des Jahres 2015 wurden 84 Personen beschäftigt.[7] 2018 wurden Pläne über eine Wiederaufnahme der Kraftstoffproduktion bekannt.[8] [9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Chronologie der Stadt Wilhelmshaven; Zugriff am 7. Januar 2012.
  2. Conoco Phillips will Raffinerie in Tanklager umwandeln - 400 Mitarbeiter sollen gehen, Weser-Ems-Businessportal vom 12. Oktober 2011; Zugriff am 7. Januar 2012.
  3. Pressemitteilung von Hestya Energy B.V. vom 10. August 2011 (Memento des Originals vom 11. März 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hestya-energy.com (PDF; 50 kB), Zugriff am 20. August 2011.
  4. Berichterstattung auf Bloomberg.com vom 15. August 2011, Zugriff am 19. August 2011.
  5. NWZ-Online, Ausgabe vom 7. Januar 2012@1@2Vorlage:Toter Link/www.nwzonline.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.; Zugriff am 7. Januar 2012.
  6. Bild-Online vom 5. Januar 2012; Zugriff am 7. Januar 2012.
  7. Bundesanzeiger: Jahresabschluss 2015 der HES Wilhelmshaven GmbH
  8. Gerd Abeldt: HES will Mitarbeiter einstellen und Tankvolumen erweitern. In: Wilhelmshavener Zeitung. 13. März 2018, abgerufen am 14. März 2018.
  9. Tanklager bald wieder Raffinerie Wilhelmshavener Zeitung vom 27. Juli 2018

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wilhelmshavener Raffinerie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 53° 36′ 46″ N, 8° 5′ 46″ O