Wilhermsdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Wilhermsdorf
Wilhermsdorf
Deutschlandkarte, Position des Marktes Wilhermsdorf hervorgehoben
Koordinaten: 49° 29′ N, 10° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Fürth
Höhe: 322 m ü. NHN
Fläche: 26,64 km2
Einwohner: 5264 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 198 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91452
Vorwahl: 09102
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 09 5 73 133
Marktgliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Hauptstraße 46
91452 Wilhermsdorf
Webpräsenz: www.markt-wilhermsdorf.de
Bürgermeister: Uwe Emmert (CSU)
Lage des Marktes Wilhermsdorf im Landkreis Fürth
Landkreis FürthBayernLandkreis AnsbachLandkreis RothSchwabachErlangenLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimLandkreis Erlangen-HöchstadtFürthNürnbergObermichelbachTuchenbachPuschendorfVeitsbronnSeukendorfWilhermsdorfLangenzennCadolzburgGroßhabersdorfAmmerndorfRoßtalZirndorfOberasbachStein (Mittelfranken)Karte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Lage

Wilhermsdorf ist ein Markt im mittelfränkischen Landkreis Fürth und gehörte bis zur Gemeindegebietsreform 1972 zum Landkreis Neustadt an der Aisch.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Markt liegt zwischen der Stadt Fürth und Bad Windsheim am Rande des Naturparks Frankenhöhe.
Durch Wilhermsdorf fließt die Zenn, die bei Atzenhof in die Regnitz mündet.
Der Ort sollte nicht mit der 15 km entfernten Gemeinde Wilhelmsdorf verwechselt werden.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbargemeinden sind:

(Aufzählung: im Norden beginnend im Uhrzeigersinn)

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindeteile (mit Einwohnerzahlen, Stand: Januar 2013) des Marktes sind:[2]

Die Denzel- und Walkmühle sind keine amtlich benannten Ortsteile.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vermutlich geht die Gründung von Wilhermsdorf auf die Karolinger im 9. Jahrhundert zurück. Erstmals erwähnt wird Regil de Willehalmesdorff in einer Urkunde aus dem Jahr 1096. Im Laufe der Zeit wurde aus Wilhalmsdorf Wilhelmßdorff[3] bzw. Wilhelmsdorf und später Wilhermsdorf. Der Ortsname hat als Bestimmungswort den Personennamen Willihalm, der als Gründer des Ortes angesehen werden kann.[4]

Wappen der Wilhelmsdorf
Ehemalige Schlosskulisse

Im Jahr 1566 verkaufte Wolff von Wilhelmsdorf die Rittergüter Wilhelmsdorf und Neidhardswinden an die Brüder Schutzbar genannt Milchling. Der 1536 geborene Heinrich Hermann von Burgmilchling war der bedeutendste und spätere Alleineigentümer von Wilhelmsdorf. Im Jahre 1569 wurde Heinrich Hermann vom Kaiser in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Mit dem Tod Wolffs von Wilhelmsdorf starb 1569 sein Geschlecht aus.

Die abgebrannte Veste Wilhelmsdorf baute Heinrich Hermann als stattliche Wasserburg mit dem Namen Veste Burgmilchling neu auf. Im Jahr 1592 starb Heinrich Hermann von Burgmilchling der Ältere. 1593 übernahm sein Sohn Heinrich Herrmann von Burgmilching der Jüngere die Herrschaft. Nach der Überlieferung sei er ein gütiger Burgherr und ein Freund der Wissenschaften gewesen. 1597 verlieh ihm Kaiser Rudolf II. das Privileg, eigene Taler zu prägen.

Kanzleigebäude

1612 wurde Wilhermsdorf zur Herrschaft mit eigener Blutgerichtsbarkeit erhoben und erhielt damit den Status eines reichsunmittelbaren Staates. Die reichsritterschaftliche Herrschaft war im fränkischen Ritterkreis dem Kanton Altmühl zugeordnet. Das ehemalige herrschaftliche Kanzleigebäude befindet sich westlich der Hauptkirche und wird heute von einer Brauerei und als Landgasthof genutzt.

Gustav Adolf von Schweden übernachtete 1632 auf der Veste Burgmilchling. 1656 verstarb Heinrich Hermann von Burgmilchling der Jüngere ohne Nachkommen, nach seinem Tod wechselte Wilhermsdorf mehrmals seine Besitzer. So gehörte der Ort zwischen 1659 und 1667 dem aus Österreich stammenden Exulanten Georg Hannibal von Egk.[5] Um diese Zeit wurde der Ort auch zur neuen Heimat zahlreicher Glaubensvertriebener vornehmlich aus Niederösterreich.[6]

Im Jahre 1667 erwarb Graf Wolfgang Julius von Hohenlohe-Neuenstein die Herrschaft von Wilhermsdorf und Neidhardswinden. Unter seiner Herrschaft wurden die Spuren des Dreißigjährigen Kriegs beseitigt, und Wilhermsdorf erhielt 1671 von Kaiser Leopold I. das Marktrecht verliehen. Zwischen 1672 und 1693 ließ er die Veste Burgmilchling abbrechen und anschließend ein Residenzschloss mit Nebengebäuden und Schlossanlage errichten. Den in Wilhermsdorf ansässigen Juden erteilte er die Erlaubnis, Druckereien zu betreiben. In Wilhermsdorf gedruckte jüdischen Schriften wurden in alle Welt verschickt, beispielsweise eine 1673/77 erschienene Ausgabe des Ma'assebuch. 1689 heiratete Wolfgang Julius nach dem Tod seiner Frau, der Herzogin von Holstein, die junge, aus einem österreichischen Exulantengeschlecht stammende Gräfin Franziska Barbara von Welz. 1698 verstarb Wolfgang Julius nach neun Jahren Ehe im Alter von 76 Jahren. Die Ehe blieb kinderlos. 1701 heiratete die 35-jährige Franziska Barbara den Grafen Philipp Ernst zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst. Franziska Barbara blieb in Wilhermsdorf, und unter ihrer Herrschaft erlebte Wilhermsdorf eine Blütezeit, in der sie die von Julius Wolfgang geplanten Bauvorhaben verwirklichte.

Wilhermsdorfer Hauptkirche

Nach ihrem Tod 1718 wurde Franziska Barbara in einem Prunksarg in der Gruft der evangelischen Hauptkirche feierlich beigesetzt. Nach dem Tode von Philipp Ernst fiel das Lehen Wilhermsdorf und Neidhardswinden an die beiden minderjährigen Kinder. 1733 übernahm der Sohn von Philipp Ernst die Herrschaft Wilhermsdorf, auch er blieb ohne Nachkommen. Sein Neffe Graf Philipp Ferdinand zu Limburg, Bronchorst-Styrum übernahm die Herrschaft. Aufgrund seiner hohen Schulden war er 1769 gezwungen, diesen Besitz zu veräußern und ihn an den Fuldaischen Geheimrat Freiherr Wurster von Kreuzberg zu verkaufen, der mit der Nürnberger Patriziertochter Dorothea Marie Kreß von Kressenstein verheiratet war. Ihr Sohn, Freiherr Johannes Friedrich Wurster von Kreuzberg, bezog aus dem Lehen noch eine jährliche Rente und starb 1839 als der letzte seines Geschlechts in Nürnberg.

Ritterhaus

Der Ritterkanton Altmühl hatte 1703 seine Kanzlei von Rügland[7] nach Wilhermsdorf verlegt und errichtete um 1720 seine neue Kanzlei östlich der Kirche am Marktplatz. Dieses Verwaltungsgebäude wird heute noch Ritterhaus genannt.[8]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Wilhermsdorf 130 Haushalte. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte die Herrschaft Wilhermsdorf aus. Die hatte das brandenburg-bayreuthische Kastenamt Neuhof inne. Die einzelnen Anwesen unterstanden unterschiedlichen Grundherren: 127 Anwesen der Herrschaft Wilhermsdorf und 3 Anwesen dem Ritterkanton Altmühl.[9] Die Herrschaft Wilhermsdorf gehörte zu dieser Zeit Freiherr Wurster von Creutzberg und Limpurg. Sie übte das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft auch über Buchklingen, Holzmühle, Kotzenaurach, Neidhardswinden (zum Teil), Rennhofen (z. T.) aus. In Kappersberg und Knochenhof hatte sie nur die Dorf- und Gemeindeherrschaft inne. Neben den 127 Anwesen in Wilhermsdorf war sie noch Grundherr in Adelsdorf (2 Anwesen), Borbath (2), Buchklingen (17), Emelsdorf (1), Kappersberg (6), Knochenhof (4), Kotzenaurach (20), Neidhardswinden (33), Rennhofen (7), Siedelbach (2) und Ziegelhütte (1).[10]

1791 ging die benachbarte Markgrafschaft Ansbach an das Königreich Preußen über. Der dirigierende Minister Karl August Freiherr von Hardenberg versuchte durch Aufkäufe von Herrschaften das Gebiet zu arrondieren, was aber nur teilweise gelang. Er erhöhte den Druck auf die reichsritterschaftlichen Gebiete durch herrschaftliche Eingriffe und militärische Aktionen, die größtenteils den Reichsrecht zuwider standen. Außer Protesten und Klagen in Wien und den dortigen Bescheiden, bis hin zu Exekutionsbeschlüssen, war jedoch nichts zu erlangen, geschweige denn diese Exekutionsbeschlüsse durchzusetzen. So wurden fast alle Akten des Archivs und der Registratur des Kantons Altmühl am 22. November 1796 überfallmäßig durch eine Regierungskommission aus Ansbach beschlagnahmt und nach Ansbach geschafft, um den reichsritterlichen Herren wichtige Dokument für die Prozessführung zu entziehen. Hier wurden ebenfalls Soldaten eingesetzt. Dem waren zuvor schon preußische Patentanschläge in den an Ansbach-Bayreuth angrenzenden ritterlichen Herrschaften und Reichsstädten im Februar und März 1792 vorausgegangen.[11]

Im Jahre 1796 kam der Ort dann unter preußische Landeshoheit, am 15. Dezember 1805 ging er für kurze Zeit mit dem Fürstentum Ansbach im Tausch gegen das Kurfürstentum Hannover an Frankreich und wurde 1806 dem Königreich Bayern einverleibt. Gleichzeitig wurden die unmittelbaren Rechte der Reichsritterschaften eingezogen.

1806 kam Wilhermsdorf an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 das Steuerdistrikt Wilhermsdorf gebildet, zu dem Denzelmühle, Fallmeisterei, Lenzenhaus, Walkmühle gehörten. 1813 wurde die Munizipalgemeinde Wilhermsdorf gebildet, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war.[12] Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Cadolzburg und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Cadolzburg. Die freiwillige Gerichtsbarkeit und Ortspolizei hatte jedoch bis 1839 das Patrimonialgericht Wilhermsdorf inne. Am 1. Oktober 1842 wurde Wilhermsdorf dem Landgericht Markt Erlbach und dem Rentamt Neustadt an der Aisch (1920 in Finanzamt Neustadt an der Aisch umbenannt) zugewiesen.[13] Ab 1862 wurde Wilhermsdorf von dem Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1938 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Markt Erlbach, von 1880 bis in die 1950er Jahre Amtsgericht Markt Erlbach, ab den 1950er Jahren Amtsgericht Fürth. Die Gemeinde hatte ursprünglich eine Gebietsfläche von 5,944 km².[14], die sich dann 1958 durch die Eingemeindung von Unterulsenbach auf 8,069 km² vergrößerte.[15]

Der Herrschaftsrichter Gottlieb Christian Eberhard Wunder übernahm 1817 im Auftrag von König Ludwig die Gerichtsbarkeit von Wilhermsdorf und Buchklingen.

Der älteste Verein in Wilhermsdorf ist der Schützenverein von 1846; er entstand in einer Welle der Vereinsgründungen im 19. Jahrhundert. In den Jahren 1878/1879 wurde das Residenzschloss abgerissen, nachdem der Staat das unbewohnte und vernachlässigte Bauwerk an eine Privatperson versteigert hatte. 1895 erreichte die Zenngrundbahn Wilhermsdorf.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1907 erhielt der Ort Anschluss an das Stromnetz.

Der Johanneszweigverein wurde 1907 als Träger der Kinderschule gegründet.

1930 wurde die Postkutschenverbindung Wilhermsdorf–Unteraltenbernheim eingestellt.

Im Juni 1928 hatte der Lehrer Adolf Meyer (1895–1966) in Wilhermsdorf eine NSDAP-Ortgruppe gegründet, war deren erster Leiter und wurde am 8. Dezember zum ersten nationalsozialistischen Gemeinderat von Wilhermsdorf gewählt. Ab Mai 1932 fungierte Meyer als Zweiter Bürgermeister bis er im Herbst 1933 nach Neustadt an der Aisch versetzt wurde, damit sein Sohn die dortige Mittelschule besuchen konnte.[16] Laut einer Beurteilung des Bürgermeisters und späteren Landrats Heinrich Sperber vom März 1947 habe Meyer wohl mehrere Wilhermsdorfer Bürger vor einer Einlieferung ins KZ Dachau bewahrt.[17] In der Zeit des Nationalsozialismus, trat bei NSDAP-Veranstaltungen neben Adolf Meyer[18] als Redner 1932 der Fürther Stadtrat Franz Jakob in Wilhermsdorf auf,[19] wurden die Juden vertrieben und der Markt erklärte sich im Dezember 1938 für „judenfrei“.[20][21] 1963 errichtete die katholische Pfarrgemeinde eine Kirche. 1964 wurde an der Steige ein neues Schulhaus eingeweiht. Am 1. Juli 1972 wurde Wilhermsdorf im Rahmen der Gebietsreform in Bayern aus dem Landkreis Neustadt an der Aisch in den Landkreis Fürth umgegliedert. Im Rahmen dieser Gebietsreform wurden einige Orte südlich Wilhermsdorfs eingemeindet.

1976 wurde ein Hallen-Freibad an der Straße nach Unterulsenbach errichtet.

Jüdischer Friedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gräber auf dem jüdischen Friedhof in Wilhermsdorf, 2011

Mindestens seit Mitte des 15. Jahrhunderts besteht an der Straße nach Siedelbach ein jüdischer Friedhof in Wilhermsdorf. Eine Darstellung aus dem Jahr 1842 zeigt einen Grabstein mit der Jahreszahl 5212 des Jüdischen Kalenders, das wäre das Jahr 1452. Der älteste lesbare Grabstein stammt aus dem Jahr 1690; seit diesem Jahr wurde auch ein Sterberegister geführt, welches bis zur letzten Beisetzung am 8. April 1936 fortgeschrieben wurde. 1865 wurde der Friedhof erweitert. Auf dem 39,5 Ar großen Friedhof liegen auch Bürger aus den Nachbargemeinden Markt Erlbach und Dietenhofen. Heute sind noch etwa 500 Grabsteine vorhanden.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1958 wurde Unterulsenbach eingemeindet. Am 1. Januar 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Dippoldsberg eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kamen Teile der aufgelösten Gemeinde Katterbach hinzu.[22] Kirchfarrnbach folgte am 1. Januar 1978.[23]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Wilhermsdorf

Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 1995 2005 2016
Einwohner 1172 1190 1364 1348 1313 1311 1326 1351 1304 1232 1298 1398 1448 1419 1370 1507 1737 1717 2415 2605 3029 2967 3937 4535 5065 5177
Häuser[24] 368 185 218 201 203 248 303 468 993 1551
Quelle [25] [26] [27] [28] [27] [29] [27] [27] [30] [27] [27] [31] [27] [27] [27] [32] [27] [27] [27] [14] [15] [33] [34] [35]

Ort Wilhermsdorf

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002018
Einwohner 1172 1172 1322 1289 1267 1365 1478 2563 2897 2940 3137 4318
Häuser[24] 368 180 195 198 243 298 446 801
Quelle [25] [26] [28] [29] [30] [31] [32] [14] [15] [33] [34] [36]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wilhermsdorfer Rathaus, ehemaliges Consulentenhaus

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marktgemeinderat von Wilhermsdorf bestand zur Kommunalwahl 2002 aus 16 Mitgliedern; auf Grund der gestiegenen Einwohnerzahl wurde zur Wahl 2008 die Zahl der zu vergebenden Mandate auf 20 erhöht.[37]

CSU SPD FW Parteilos Gesamt
2002 8 6 2 0 16 Sitze
2008 9 7 3 1 20 Sitze
2014 11 5 4 0 20 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. Mai 1996 war Harry Scheuenstuhl (SPD) 1. Bürgermeister. 2002 wurde er mit 54,6 % im Amt bestätigt. Am 16. März 2008 gewann er die Stichwahl gegen Werner Koch (CSU) mit 53,7 % zu 46,3 % der Stimmen.

Seit 16. März 2014 ist Uwe Emmert (CSU) 1. Bürgermeister. Er gewann die Kommunalwahl 2014 im ersten Durchgang mit 52,8 %. Scheuenstuhl trat bei dieser Wahl nicht mehr an.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geteilt von Gold und Blau; oben nebeneinander drei stehende rote Rauten, unten der silberne Großbuchstabe W.[38]

1926 wurde das Wappen neu gestaltet, dabei griff man auf das Wappen der Herren von Wilhelmsdorf zurück und fügte das silberne W hinzu. Das W soll auf den Ortsnamen hinweisen, die Farben Blau und Silber sind die Bayerischen Landesfarben. Das Wappen wurde durch Ministerialentschließung vom 23. Juni 1926 durch das Bayerische Innenministerium beglaubigt.[38]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rathaus ist ein unter Franziska-Barbara zwischen 1717 und 1718 entstandenes herrschaftliches Wohn- und Verwaltungsgebäude. Dieses Consulentenhaus wurde zwischen 1719 und 1720 um einen Gebäudeflügel auf der Rückseite erweitert, in dessen Obergeschoss sich ein barocker Ballsaal befindet. Es wurde 1811 vom Königreich Bayern privatisiert und als Handwerkerhaus genutzt. 1939 erwarb der Markt das Haus, um es als Rathaus zu nutzen. Zwischen 2000 und 2005 wurde das Haus saniert und erweitert.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der TSV 1886 Wilhermsdorf e. V. besteht aus den Abteilungen Fußball, Judo, Tennis, Tischtennis, Turnen und Volleyball.

Seit Dezember 2017 besteht der Förderverein Badfreunde-Wilhermsdorf e.V. zur Erhaltung und Sanierung des Hallen- und Freibades.[39]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchweih ist jedes Jahr an Pfingsten und Mitte September. Mitte Juli findet das Marktplatzfest statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staatsstraße 2252 führt von Ost nach West durch das Gemeindegebiet und bindet den Ort bei Langenzenn an die Südwesttangente (Bundesstraße 8) an bzw. führt nach Emskirchen. Die Kreisstraße NEA 23/FÜ 18 führt nach Siedelbach bzw. nach Meiersberg. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Dürrnbuch zur NEA 19 und nach Dippoldsberg.

2002 entstand durch die Verbindung der Ansbacher Straße und der Nürnberger Straße südlich der Bahnlinie eine Umgehungsstraße, die den Ortskern von einem Großteil des Durchgangsverkehrs entlastet.

Seit dem 9. September 1895 verbindet die Zenngrundbahn den Ort mit der Station Siegelsdorf an der Bahnstrecke Nürnberg–Würzburg, am 5. Dezember 1902 wurde sie bis nach Markt Erlbach verlängert; die Züge verkehren teils von und nach Fürth Hbf, teils von und nach Nürnberg Hbf. 1998 ging zusätzlich die Station Wilhermsdorf Mitte in Betrieb.

Energie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wilhermsdorf befinden sich seit 2009 die höchsten Windkraftanlagen Bayerns in Form von zwei Windkraftanlagen des Typs Enercon E-82 mit 138 Metern Nabenhöhe und 179 Metern Gesamthöhe.[40] Seit dem Jahr 2010 befinden sich drei weitere Windkraftanlagen desselben Typs auf dem Marktgebiet. Jede Anlage kann 2,3 MW leisten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Kaspar Bundschuh: Wilhermsdorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 6: V–Z. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1804, DNB 790364328, OCLC 833753116, Sp. 242 (Digitalisat).
  • Armin Dürr: Vom Ministerialensitz zur Marktgemeinde. Wilhermsdorf von 1096 bis 1996. Wilhermsdorf 1995
  • Hanns Hubert Hofmann: Neustadt-Windsheim (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 2). Komm. für Bayerische Landesgeschichte, München 1953, DNB 452071216, S. 141 (Digitalisat). Ebd. S. 207 (Digitalisat).
  • Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Band 2. Verl. für Kunstreprod. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1993, ISBN 3-923006-90-X, S. 372–374 (Erstausgabe: Beck, Nördlingen 1879).
  • Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 244.
  • Hans Sponholz u. a. (Hrsg.): Landkreis Neustadt an der Aisch. Verl. f. Behörden u. Wirtschaft Hoeppner, Aßling-Pörsdorf/Obb. 1972, DNB 720137675, S. 134–138.
  • Gottfried Stieber: Kirchfarrnbach. In: Historische und topographische Nachricht von dem Fürstenthum Brandenburg-Onolzbach. Johann Jacob Enderes, Schwabach 1761, S. 523–524 (Digitalisat).
  • Richard Strobel: Landkreis Neustadt an der Aisch (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 32). Deutscher Kunstverlag, München 1972, DNB 730125742, S. 188–200.
  • Johann Christian Wibel: Historische Beschreibung von Wilhermsdorf Nürnberg 1742

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wilhermsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhermsdorf in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek
  3. Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a.d. Aisch 1950, S. 73 f.
  4. W.-A. v. Reitzenstein, S. 244.
  5. Werner Wilhelm Schnabel: Georg Hannibal von Egk. Besitzer Wilhermsdorfs von 1659 bis 1667. In: Wilmersdorfer Heimatblättla 19 (1994), S. 1–7.
  6. Eberhard Krauß: Exulanten im früheren Evang.-Luth. Dekanat Markt Erlbach im 17. Jahrhundert (Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte, 26). Gesellschaft für Familienforschung in Franken, Nürnberg 2011, ISBN 978-3-929865-35-6, S. 51–59 u. passim.
  7. Kanzlei in Rügland
  8. Bild des Ritterhauses
  9. H. H. Hofmann, S. 141.
  10. H. H. Hofmann, S. 71f.
  11. Michael Puchta Mediatisierung »mit Haut und Haar, Leib und Leben«: Die Unterwerfung der Reichsritter durch Ansbach-Bayreuth (1792–1798) Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, 2012; 813 Seiten ISBN 978-3-525-36078-1
  12. H. H. Hofmann, S. 226. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 28 (Digitalisat).
  13. H. H. Hofmann, S. 207.
  14. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1102–1104 (Digitalisat).
  15. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 808 (Digitalisat).
  16. Wolfgang Mück: NS-Hochburg in Mittelfranken: Das völkische Erwachen in Neustadt an der Aisch 1922–1933. Verlag Philipp Schmidt, 2016 (= Streiflichter aus der Heimatgeschichte. Sonderband 4); ISBN 978-3-87707-990-4, S. 222–225.
  17. Wolfgang Mück (2016), S. 224, Anm. 680.
  18. Wolfgang Mück (2016), S. 144.
  19. Wolfgang Mück (2016), S. 114.
  20. »Der Stürmer«, Heft-Nr. 51, Dezember 1938
  21. Armin Dürr: Vom Ministerialensitz zur M1arktgemeinde. Wilhermsdorf von 1096 bis 1996. Wilhermsdorf 1995
  22. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 536.
  23. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 714.
  24. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 2016 als Wohngebäude.
  25. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 103 (Digitalisat).
  26. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 102–103 (Digitalisat). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 1172 Einwohner.
  27. a b c d e f g h i j k l Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 180, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  28. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1062, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  29. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1229–1230, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  30. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1163–1164 (Digitalisat).
  31. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1236 (Digitalisat).
  32. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1274 (Digitalisat).
  33. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 174 (Digitalisat).
  34. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 337 (Digitalisat).
  35. Wilhermsdorf: Amtliche Statistik des LfStat
  36. www.markt-wilhermsdorf.de
  37. Markt Wilhermsdorf: Zahlen und Fakten, abgerufen am 11. Dezember 2012
  38. a b Eintrag zum Wappen von Wilhermsdorf in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  39. Badfreunde-Wilhermsdorf: Satzung (PDF-Online).
  40. Information von »www.landkreis-fuerth.de« (PDF; 31 kB), eingesehen am 14. Juli 2011