Willadingen

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Willadingen
Wappen von Willadingen
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Emmentalw
BFS-Nr.: 0423i1f3f4
Postleitzahl: 3425
Koordinaten: 613358 / 22160447.1452757.614732465Koordinaten: 47° 8′ 43″ N, 7° 36′ 53″ O; CH1903: 613358 / 221604
Höhe: 465 m ü. M.
Fläche: 2.2 km²
Einwohner: 211 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 86 Einw. pro km²
Website: www.willadingen.ch
Willadingen

Willadingen

Karte
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Willadingen ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Emmental des Kantons Bern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Willadingen liegt auf 465 m ü. M., 10 km nördlich der Stadt Burgdorf und 9 km südöstlich von Solothurn (Luftlinie). Das Haufendorf erstreckt sich an einem Seitenkanal der Ösch, die hier zwischen zwei Moränehügeln hindurchtritt, am östlichen Rand der Schwemmebene der Emme, im Schweizer Mittelland.

Die Fläche des 2.2 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des Berner Mittellandes. Der nördliche Gemeindeteil liegt in der flachen, landwirtschaftlich intensiv genutzten Emmeebene und reicht in die Fluren Neumatt und Moosmatt sowie bis an den Chrümelbach (rechter Zufluss der Ösch). Im Osten gehört der Erlenwald zu Willadingen. Nach Süden erstreckt sich der Gemeindeboden auf die vom eiszeitlichen Rhonegletscher geformten Moränenhügel Schuelwald (490 m ü. M.), Fänglenberg (mit 519 m ü. M. die höchste Erhebung von Willadingen) und auf das vorgelagerte Plateau von Mösli. Zwischen Schuelwald und Fänglenberg befindet sich die Talniederung der Ösch. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 6 % auf Siedlungen, 27 % auf Wald und Gehölze, 66 % auf Landwirtschaft und etwas weniger als 1 % war unproduktives Land.

Zu Willadingen gehört die Hofgruppe Mösli (490 m ü. M.) auf einem Plateau westlich des Fänglenberges. Nachbargemeinden von Willadingen sind Höchstetten und Koppigen im Kanton Bern sowie Recherswil und Drei Höfe im Kanton Solothurn.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Mit 211 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) gehört Willadingen zu den kleinsten Gemeinden des Kantons Bern. Von den Bewohnern sind 98.8 % deutschsprachig, 0.6 % englischsprachig und 0.6 % sprechen Portugiesisch (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Willadingen belief sich 1850 auf 141 Einwohner, 1900 auf 198 Einwohner. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts schwankte die Bevölkerungszahl im Bereich zwischen 180 und 260 Einwohnern und wies in den letzten Jahren eine leicht steigende Tendenz auf.

Willadingen hat seit den 1950er Jahren keine eigene Gemeindeverwaltung mehr, diese Dienstleistungen werden bei der Nachbargemeinde Koppigen eingekauft. Willadingen besitzt auch keine eigenen Schulen. Die Unterstufe (Primarschule), die Oberstufe (Real- und Sekundarschule) und der Kindergarten ist im regionalen Gemeindeverband mit den Mitgliedsgemeinden Alchenstorf, Hellsau, Höchstetten, Koppigen und Willadingen angesiedelt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Willadingen war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Noch heute haben der Ackerbau, die Milchwirtschaft, die Viehzucht und die Waldnutzung einen wichtigen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der ortsansässigen Landwirtschaft und geben dem Dorf das ländliche Gepräge. Einige weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor angesiedelt. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf zu einer Wohngemeinde entwickelt. Die Mehrheit der Erwerbstätigen sind deshalb Wegpendler, die hauptsächlich in den grösseren Ortschaften der Umgebung (im Raum Burgdorf, Bern und Solothurn) arbeiten.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt abseits der grösseren Durchgangsstrassen; die Hauptzufahrt erfolgt von Koppigen oder Höchstetten. Der nächste Anschluss an die Autobahn A1 (Bern-Zürich) befindet sich rund 7 km vom Ortskern entfernt. Mit dem regionalen Bürgerbus besitzt Willadingen eine direkte Anbindung an das Netz des öffentlichen Verkehrs in Koppigen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1259 unter dem Namen Wielanding. Später erschienen die Bezeichnungen Wilandingen (1273), Willedingen (1274) und Wiladingen (1367). Der Ortsname geht auf den althochdeutschen Personennamen Willihad zurück und bedeutet demnach bei den Leuten des Willihad.

Seit dem Mittelalter gehörte Willadingen zur Herrschaft Koppigen. Nachdem die Herren von Koppigen im 14. Jahrhundert ausgestorben waren, gelangte Willadingen an die Herrschaft Thorberg und 1397 an die Kartause Thorberg. Im Jahr 1528 kam das Dorf unter Berner Herrschaft und wurde der Landvogtei Wangen und dem Gerichtskreis Koppigen zugeordnet. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) gehörte Willadingen während der Helvetik zum Distrikt Wangen und ab 1803 zum Oberamt Burgdorf, das mit der neuen Kantonsverfassung von 1831 den Status eines Amtsbezirks erhielt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Kernzone von Willadingen gehört zu den schützenswerten Ortsbildern von nationaler Bedeutung. Im Ortskern sind zahlreiche charakteristische Bauernhäuser im bernischen Landstil aus dem 17. bis 20. Jahrhundert mit den dazugehörenden Stöckli (Wohnhäuser der Alt-Landwirte) und Bauerngärten, sowie die teilweise über den Dorfbach gebauten Kornspeicher erhalten. Willadingen besitzt keine eigene Kirche, die Gemeinde gehört zur Kirchgemeinde Koppigen.

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)