Willem Schermerhorn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Willem Schermerhorn, 1970

Willem (Wim) Schermerhorn (* 17. Dezember 1894 in Akersloot; † 11. März 1977 in Haarlem) war ein niederländischer Geodät und Kartograf, Techniker und Politiker.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schermerhorn war von Juni 1945 bis Juli 1946 Premierminister der Niederlande und führte damit die erste niederländische Regierung nach dem Zweiten Weltkrieg, das Kabinett Schermerhorn/Drees. Das von Schermerhorn 1946 mit indonesischen Nationalisten ausgehandelte Linggadjati-Abkommen über die Unabhängigkeit der damaligen Kolonie innerhalb einer Niederländisch-Indonesischen Union konnte wegen Schermershorns Abwahl zunächst nicht ratifiziert werden (erst 1947) und wurde schließlich von seinem katholischen Amtsnachfolger Louis Beel zugunsten einer „Polizeiaktion“ verworfen. Von 1946 bis 1951 saß Schermerhorn für die sozialdemokratische PvdA im Parlament.

In den 1950ern gründete er das International Training Center für Photogrammetrie in der Stadt Delft, aus dem bald ein großes Entwicklungs- und Forschungs-Institut wurde – unter gegenseitiger Befruchtung durch die dortige Hochschule. Schon vorher hatte der Ingenieur und geschickte Organisator den geodätischen Dienst von Rijkswaterstaat – der niederländischen Behörde für den Bau und Unterhalt von Straßen und Wasserwegen – den gewachsenen Anforderungen angepasst.

Als auch international tätiger Zivilingenieur und Photogrammeter erneuerte er die Karten Neuguineas. Er wirkte lange als Hochschulprofessor an der Technischen Universität Delft und wurde um 1940 zum Präsidenten der International Society of Photogrammetry gewählt.

Ihm zu Ehren finden alle zwei Jahre die internationalen Schermerhorn-Vorlesungen (Schermerhorn Lectures) statt, welche viele bekannte Fachleute der Photogrammetrie, Kartografie und der GIS-Informatik zusammenführen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herman Langeveld: De man die in de put sprong: Willem Schermerhorn 1894–1977. Uitgeverij Boom, 2014, ISBN 978-90-8953-277-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]