Willi Reiche

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Willi Reiche in seiner Kunstmaschinenhalle

Willi Reiche (* 1954 in Fürth) ist ein deutscher Künstler, der über Jahre gesammelte, ausgediente und meist anachronistische, Gegenstände und Maschinenbestandteile mechanisch in Bewegung setzt und dabei humorvoll neu inszeniert. Er ist ein Vertreter der Kinetischen Kunst und war als solcher im November 2016 beteiligt an der Sonderausstellung Hommage à Tinguely in der MAG – Montreux Art Gallery[1] anlässlich der 12. Contemporary Art Fair 2016 im Montreux Music & Convention Centre (2m2c).[2]

Reiches kinetische Kunstmaschinen wurden bereits sechsmal auf der NordArt präsentiert. Mehrere Kunstmaschinen waren von 2012 bis 2016 im The MAD (Mechanical Art & Design) Museum[3] in Stratford-upon-Avon zu sehen. Seit Mai 2017 verfügt Reiche oberhalb von Remagen über eine Kunstmaschinenhalle, in der seine Werke in Bewegung besichtigt werden können.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reiche wuchs die ersten fünf Lebensjahre in Oberfranken, Bayern, auf. Wegen des Baus der Trinkwassertalsperre Mauthaus – auch Ködeltalsperre genannt – wurden Reiches Eltern zwangsenteignet, mussten ihr Haus im Ködeltal verlassen und zogen nach Bonn.[4] Dort ging Willi Reiche zur Schule und studierte von 1975 bis 1982 an der Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Kunstgeschichte. Anschließend war er bis 1990 Geschäftsführer der Grafischen Werkstatt in Wachtberg. Bereits seit 1982 ist Reiche künstlerisch aktiv, seit 1990 widmet er sich ausschließlich der bildenden Kunst. Ende 1989 beginnt Reiche mit der Konstruktion kinetischer Objekte. Seine Kunstmaschinen werden meist von Elektromotoren angetrieben, teilweise aber auch durch Muskelkraft. Seit Ende der 1970er-Jahre lebt der Künstler Willi Reiche in Wachtberg und arbeitet dort in seiner Metallwerkstatt, umgeben von seinem beachtlichen Materialfundus. Diese Werkstatt diente bereits in mehreren Kurzfilmen als außergewöhnliche Filmkulisse.[5]

Einblick in die Kunstmaschinenhalle

Ein Großteil seiner Kunstmaschinen ist in der Kunstmaschinenhalle untergebracht, individuell ausgeleuchtet und mit einem Tastschalter versehen, mit dem die Maschinen einzeln für ein mehrminütiges Zeitintervall in Bewegung gesetzt werden können. Diese Halle kann von Kunstinteressenten und Anhängern der kinetischen Kunst nach vorheriger Terminabsprache besichtigt werden.

Die Kunstmaschinenhalle inmitten einer Obstplantage schafft eine atmosphärisch außergewöhnliche Verbindung zwischen historischem Gebäude und zeitgenössischer Kunst.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ausstellung im öffentlichen Raum anlässlich des offiziellen Empfangs am 8. Februar 2000 zur Einweihung der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin (heute Hochschule Bonn-Rhein-Sieg)
  • Teilnahme an Robodonien, Kölner Roboter-Kunst-Festival, in den Jahren 2015, 2016, 2017 und 2018,[6] Köln
  • Teilnahme an der NordArt in den Jahren 2007, 2008, 2009, 2014, 2015 und 2016,[7] Schleswig-Holstein
  • Teilnahme Kinetic Project Field 2008/2009 – Skulpturenpark Groeneveld[8], Almelo (NL)
  • Dauerleihgaben im The MAD (Mechanical Art & Design) Museum in Stratford-upon-Avon, UK, (2012–2016)
  • Gemeinschaftsausstellung im Forschungszentrum caesar in Bonn (6. Mai bis 29. Juni 2012)
  • Einzelausstellung Vom Objekt zur Kunstmaschine im The New Yorker | Hotel in Köln (23. Juni 2016 bis Mitte September 2016)
  • Sonderausstellung Hommage à Jean Tinguely – kinetische Kunst heute in der Montreux Art Gallery – MAG, Schweiz (9. bis 20. November 2016)[1]
  • Dauerausstellung Kunstmaschinenhalle nahe der Stadt Remagen (seit dem 6. Mai 2017)[9]
  • Teilnahme 45 Jahre BBK Bonn Rhein-Sieg, KUNSTPUMPWERK – Ausstellung im Pumpwerk Siegburg[10]
  • Gemeinschaftsausstellung Bewegung in Ruhe – ruhige Bewegung, Thomas Riedel (Fotografie) & Willi Reiche (kinetische Kunst)[11]
  • Einzelausstellung Die Ästhetik des Seriellen in der Kinetik, Kunstmaschinen von Willi Reiche in der Galerie Gerhard Grabsdorf | Galerie in München (7. Februar 2020 bis 18. Juli 2020)[12]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mephisto
  • Machina Ludens
  • Oh my deer
  • A Tön(n)schen please
  • Spy 'n' Spy
  • Nous sommes en piste
  • Gequirlte Alge
  • The piano is still baking
  • Holy Prong
  • Les Gammas existent

Kunst am Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kunst im öffentlichen Raum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wachtberger Drache

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Faszination Technik: Die kühnen Kinetiker – was uns bewegt. Edition Olympische Sport Bibliothek, OSB GmbH Cloppenburg
  • Rebecca Northfield: Photo essay: Kinetic art at the MAD museum, Engineering & Technology E&T magazine, volume 10, issue 11, December 2015, Institution of Engineering and Technology (IET)[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Expositions thématiques: Hommage à Jean Tinguely – art cinetique. Abgerufen am 21. Juli 2017
  2. L’esprit de Tinguely se perpétue, 24 heures, Vaud & Régions. Abgerufen am 22. Juli 2017
  3. Willi Reiche im The MAD (Mechanical Art & Design) Museum. Abgerufen am 21. Juli 2017
  4. Die "Luftfrachter der Wahrheit" und die Rache der Stasi. Abgerufen am 20. Juli 2017
  5. Times, Kurzfilm von Bo Riedel-Petzold. Abgerufen am 21. Juli 2017
  6. Die Künstlerinnen und Künstler Robodonien 2018. Abgerufen am 31. Dezember 2018
  7. NordArt - Künstler Willi Reiche. Abgerufen am 31. Dezember 2018
  8. Galerie & Skulpturenpark Groeneveld. Abgerufen am 21. Juli 2017
  9. Kunstmaschinenhalle. Abgerufen am 31. Dezember 2018
  10. 45 Jahre BBK Bonn Rhein-Sieg. Abgerufen am 31. Dezember 2018
  11. Bewegung in Ruhe – ruhige Bewegung. Abgerufen am 31. Dezember 2018
  12. Die Ästhetik des Seriellen in der Kinetik. Abgerufen am 3. Mai 2020
  13. Fotobericht vom MAD Museum von Rebecca Northfield. Abgerufen am 22. Juli 2017