William Boog Leishman

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William Boog Leishman

Sir William Boog Leishman (* 6. November 1865 in Glasgow; † 2. Juni 1926 ebenda) war ein schottischer Militärarzt, Tropenarzt und Pathologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

William Boog Leishman, Sohn des schottischen Gynäkologen William Leishman (1834–1894), besuchte die Westminster School in Glasgow und studierte anschließend an der Universität Glasgow. Nach dem Abschluss trat er in den Medizinischen Dienst der Armee ein. Er wurde in Indien eingesetzt und untersuchte dort Typhus und die später nach ihm benannte Leishmaniose. Er kehrte 1897 nach Großbritannien zurück und wurde 1900 zum Assistenzprofessor für Pathologie an der Army Medical School ernannt.

Er forschte besonders auf dem Gebiet der Humanparasiten und entwickelte die nach ihm benannte Leishman-Färbung zum Nachweis von Malariaerregern und anderen Parasiten im Blut.

Gleichzeitig mit Charles Donovan beschrieb er 1901 Leishmania donovani, den nach beiden benannten Erreger der Leishmaniose, und veröffentlichte die Ergebnisse 1903. Zuvor hatte bereits im Jahr 1898 der russische Militärarzt Peter Borowski den Erreger der Orientbeule („Leishmania tropicalis“) entdeckt.[1]

Leishman war Mitglied und langjähriger Präsident der Royal Society of Tropical Medicine and Hygiene.[1] Leishmans Name bekam durch Ronald Ross einen Platz in der Geschichte der Parasitologie, der die von Leishman identifizierten Erreger „Leishmania“ genannt hatte.[1]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • On the possibility of the occurence of trypanosomiasis in India, in: British Medical Journal 2 (1903), 1376.[1]
  • Critical review of Kala-Azar and tropical score. In: Journal of the Royal Army Medical Corps. Band 17, 1911, S. 567–580, und Band 18, 1912, S. 125–137.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sir John Boyd: Sir William Leishman. In: Journal of the Royal Army Medical Corps. Band 112, 1966, S. 4–16.
  • Werner Köhler: Leishman, Sir William Boog. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/ New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 838.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Wolfgang U. Eckart: William Leishman, in: Wolfgang U. Eckart und Christoph Gradmann (Hrsg.): Ärztelexikon. Von der Antike bis zum 20. Jahrhundert, 1. Aufl. 1995 C. H. Beck München, Ärztelexikon. Von der Antike bis zur Gegenwart, 2. Aufl. 2001, 3. Aufl. 2006 Springer Verlag Heidelberg, Berlin, New York. Ärztelexikon 2006, doi:10.1007/978-3-540-29585-3.