William H. McRaven

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William McRaven (2012)

William Harry „Bill“ McRaven (* 6. November 1955 in Pinehurst, North Carolina[1]) ist ein ehemaliger Admiral der United States Navy. Er war vom 8. August 2011 bis zum 28. August 2014 Oberbefehlshaber des United States Special Operations Command. Zuvor diente er von Juni 2008 bis 2011 als Kommandeur des United States Joint Special Operations Command (JSOC).

Beteiligung an Special Operations[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

McRaven hatte auf allen Ebenen von Special Operations Befehlsgewalt, seine Aufgabe als kommandierender General bei Operationen des JSOC eingeschlossen, als Commodore der Naval Special Warfare Group 1, Befehlshaber des SEAL Team 3, verantwortlicher Arbeitsgruppenleiter im CENTCOM-Bereich, Task-Unit-Commander während des Zweiten Golfkriegs, Anführer einer Schwadron bei der United States Naval Special Warfare Development Group und SEAL Platoon Commander beim Underwater Demolition Team 21/SEAL Team 4.

McRaven diente auch als Stabsoffizier mit Hauptaugenmerk auf Interaktion und Koordination, einschließlich seiner Tätigkeit als Direktor für Strategische Planung im Büro zur Terrorismusbekämpfung des Stabs des National Security Council, als Assessment Director beim US Special Operations Command und beim Stab des Chefs der Naval Operations und selbst als Stabschef der Naval Special Warfare Group 1.

Am 6. April 2011 wurde McRaven von Präsident Barack Obama zur Ernennung zum Admiral und als neunter Kommandeur des U.S. Special Operations Command (USSOCOM) vorgeschlagen. Dies wurde im Juni 2011 bestätigt.[2]

Am 28. August 2014 übergab McRaven das Kommando über das USSOCOM an General Joseph L. Votel (USAR) und trat in den Ruhestand.[3]

Von Januar 2015 bis Mai 2018 übernahm er das Amt des Chancellors der University of Texas System.[4] [5]

Operation Neptune’s Spear: Tod Osama bin Ladens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

McRaven scheint der Verantwortliche für die Organisation und die Durchführung der Operation Neptune’s Spear zu sein,[6] der Aktion, die zum Tod von Osama bin Laden führte. CIA-Direktor Leon Panetta übertrug die Aufgabe an McRaven, der seit 2001 fast ausschließlich an Operationen und Strategien im Kampf gegen den Terrorismus teilgenommen hatte.[6] Die New York Times schrieb:

„In February, Mr. Panetta called Vice Adm. William H. McRaven, commander of the Pentagon’s Joint Special Operations Command, to C.I.A. headquarters in Langley, Va., to give him details about the compound and to begin planning a military strike. Admiral McRaven, a veteran of the covert world who had written a book on American Special Operations, spent weeks working with the C.I.A. on the operation, and came up with three options: a helicopter assault using American Navy SEAL commandos, a strike with B-2 bombers that would obliterate the compound, or a joint raid with Pakistani intelligence operatives who would be told about the mission hours before the launch.“[7]
„Im Februar bat [der damalige CIA-Chef] Panetta Vizeadmiral William H. McRaven, den Kommandeur des Joint Special Operations Command des Pentagon zu einem Treffen am CIA-Hauptsitz in Langley, Virginia, um ihm genauere Informationen über die örtlichen Verhältnisse zu geben und um mit der Planung eines Militärschlags zu beginnen. Admiral McRaven, ein erfahrener Mann im Bereich verdeckte Operationen, der ein Buch über amerikanische Sondereinsätze geschrieben hatte, arbeitete über Wochen hin mit der CIA zusammen. Es ergaben sich drei Optionen: ein Hubschrauberangriff mit einem Kommando der Navy SEALs, ein Angriff mit B-2-Bombern, der das Zielgebiet vollständig zerstören würde, oder ein gemeinsamer Angriff mit pakistanischen Geheimdienst-Einheiten, die erst Stunden vor Beginn der Operation informiert würden.“

Zum Tag vor der Aktion hieß es: „Mr. Obama took a break from rehearsing for the White House Correspondents Dinner that night to call Admiral McRaven, to wish him luck.“[8] [„Präsident Obama unterbrach die Vorbereitungen für das Korrespondenten-Dinner des Weißen Hauses, um Admiral McRaven anzurufen und ihm gutes Gelingen für die Operation zu wünschen.“]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

McRaven hat nach seiner Pensionierung mehrfach US-Präsident Trump öffentlich kritisiert. Unter anderem nannte er Trumps wiederholte Angriffe auf die Medien „die größte Bedrohung für unsere Demokratie“. Wer wie Trump das Recht auf freie Meinungsäußerung infrage stelle, untergrabe damit eine wichtige Säule der Verfassung.[9][10]

McRaven veröffentlichte, nachdem er 2014 einen vielbeachteten Vortrag zu diesem Thema an University of Texas in Austin, Texas, gehalten hatte, 2017 ein Buch mit dem Titel Make Your Bed. Little Things That Can Change Your Life ... And Maybe the World. (Dt. Übersetzung: Mach dein Bett. Die 10 wichtigsten Dinge, die ich als Navy SEAL gelernt habe und die auch dein Leben verändern).[11]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auswahl der Dekorationen, sortiert in Anlehnung der Order of Precedence of Military Awards:

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: William H. McRaven – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "Nominations Before the Senate Armed Services Committee, First Session, 112th Congress". Committee on Armed Services. PDF, Seite 477, englisch, abgerufen am 17. Juli 2013
  2. Flag Officer Announcement. Release No: 275-11. 6. August 2011, abgerufen am 26. August 2014 (englisch).
  3. USSOCOM Changes Command. (Nicht mehr online verfügbar.) 28. August 2014, archiviert vom Original am 24. September 2015; abgerufen am 28. August 2014 (englisch).
  4. Jim Vertuno: University Of Texas Picking William McRaven As New Chancellor. In: huffingtonpost.com. 29. Juli 2014, abgerufen am 9. Oktober 2014 (englisch).
  5. Office of the Chancellor: Former Chancellors. In: utsystem.edu. Abgerufen am 22. März 2018 (englisch).
  6. a b Richard Spencer: Osama bin Laden dead: Hamas condemns killing of bin Laden. Hamas, the militant group which has just signed a deal to join the Palestinian government, on Monday condemned the killing of Osama bin Laden. In: Telegraph. 2. Mai 2011, abgerufen am 26. August 2014 (englisch).
  7. ARK MAZZETTI, HELENE COOPER und PETER BAKER: Behind the Hunt for Bin Laden. In: New York Times. 2. Mai 2011, S. 2, abgerufen am 26. August 2014 (englisch).
  8. ARK MAZZETTI, HELENE COOPER und PETER BAKER: Behind the Hunt for Bin Laden. In: New York Times. 2. Mai 2011, S. 3, abgerufen am 26. August 2014 (englisch).
  9. spiegel.de 20. November 2018: Jetzt verärgert Trump auch noch das Militär
  10. newsweek.com 18. November 2018: Donald Trump Mocked by Former CIA Head for Not Catching ISIS and Al-Qaeda Leaders
  11. Dietgard Stein: Wer morgens sein Bett macht, hat ein besseres Leben. In: Die Welt vom 16.09.2017. (Online).