William Hamilton

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William Douglas Hamilton
William Douglas Hamilton

Sir William Douglas Hamilton (* 13. Dezember 1730 in Henley-on-Thames; † 6. April 1803 in London) war ein schottischer Diplomat, Kunstsammler und Vulkanologe.

Leben[Bearbeiten]

Hamilton war der vierte Sohn von Lord Archibald Hamilton, dem Gouverneur von Jamaika. Wie für viele Söhne seines Standes üblich, trat William Hamilton bereits sehr früh in die britische Armee ein und diente dort von 1747 bis 1758. Die Armee verließ er aufgrund seiner Hochzeit mit Catherine Barlow, der Tochter des Parlamentsmitglieds Hugh Barlow. Die Ehe blieb kinderlos. Catherine starb am 25. August 1782.

Von 1764 bis 1799 diente Hamilton als britischer Diplomat am Hof des Königreichs Neapel. Er nutzte diese Zeit unter anderem, um die lokalen vulkanischen Aktivitäten und Erdbeben zu untersuchen. Er berichtete über seine Forschungen als korrespondierendes Mitglied an die Royal Society in London und verfasste außerdem jeweils ein Buch über die römische Stadt Pompeji, über etruskische, römische und griechische Antiquitäten sowie über den Vesuv. Einen großen Teil seiner griechischen Vasen, die er zuvor von Pierre-François Hugues d’Hancarville im Werk Collection Of Etruscan, Greek And Roman Antiquities From The Cabinet Of The Honble. Wm. Hamilton publizieren ließ und damit einen Antikenboom auslöste, verkaufte Hamilton 1772 an das British Museum in London. Später begann er eine zweite Sammlung, die ebenfalls an das British Museum verkauft wurde.

Für die Weimarer Klassik ist Hamilton insofern von Bedeutung, als er in Rom und Neapel mit Johann Wolfgang von Goethe und Karl Philipp Moritz zusammentraf und wegen seines archäologischen Sachverstandes großen Einfluss auf deren beider Italienbild ausübte.

1786 lernte William Hamilton Emma Lyon kennen, die die Geliebte eines seiner Neffen gewesen war. Hamilton war fasziniert von dieser Frau, die sich ihren Lebensunterhalt unter anderem durch erotische Tänze verdiente. Goethe berichtete über seine Besuche bei Hamilton und die Darbietungen Emmas in der Italienischen Reise. Am 6. September 1791 heiratete Hamilton die 26-Jährige, was zu der damaligen Zeit einen größeren Skandal auslöste. Emma Hamilton wurde später die Geliebte von Horatio Nelson.

Schriften[Bearbeiten]

  • Observations on Mount Vesuvius, Mount Etna, and other Volcanos. Cadell, London 1772; 2. Auflage 1773 (Digitalisat); Neuauflage 1774 (Digitalisat).
    • Beobachtungen über den Vesuv, den Aetna und andere Vulkane. In einer Reihe von Briefen an die Königlich Großbritannische Gesellschaft der Wissenschaften. Nebst neuen, erläuternden Anmerkungen des Herrn Verfassers. Haude und Spener, Berlin 1773 (Digitalisat).
  • Campi Phlegræi. Observations on the Volcanoes of the Two Sicilies, as they have been communicated to the Royal Society of London. = Campi Phlegræi. Observations sur les volcans des Deux Siciles, telles qu'elles ont été communiquieés à la Societé Royale de Londres. s. n., Neapel 1776–1779; Nachdruck: Banco di Napoli, Neapel 1985.
  • Bericht vom gegenwärtigen Zustande des Vesuvs, und Beschreibung einer Reise in die Provinz Abruzzo und nach der Insel Ponza. Der Königlichen Societät zu London vorgelesen den 4. May, 1786. Waltherische Hofbuchhandlung, Dresden 1787 (Digitalisat; Digitalisat einer Rezension).

Literatur[Bearbeiten]

  • Eintrag in der Classic Encyclopedia (englisch)
  • Susan Sontag: Der Liebhaber des Vulkans. Roman. Hanser, München 1993, ISBN 3-446-16017-5.
  • Ian Jenkins, Kim Sloan: Vases & Volcanoes. Sir William Hamilton and his collection. British Museum Press, London 1996, ISBN 0-7141-1766-8.
  • Lucilla Burn (Hrsg.): Sir William Hamilton, collector and connoisseur. (= Journal of the History of Collections 9, 2), Ashmolean Museum, Oxford 1997.
  • John A. Davis, Giovanni Capuano (Hrsg.): The Hamilton letters. The Naples dispatches of Sir William Hamilton. Tauris, London 2008, ISBN 978-1-84511-611-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: William Hamilton – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien