William Holden

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter William Holden (Begriffsklärung) aufgeführt.
William Holden als Trauzeuge auf der Hochzeit von Ronald Reagan (1952)

William Holden (* 17. April 1918 in O’Fallon, Illinois, als William Francis Beedle junior; † 12. November 1981 in Santa Monica, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Filmschauspieler. Er gewann 1954 den Oscar als bester Hauptdarsteller für den Film Stalag 17 und spielte Hauptrollen in Filmklassikern wie Boulevard der Dämmerung und Die Brücke am Kwai. Das American Film Institute wählte ihn 1999 auf Platz 25 der 25 größten männlichen Leinwandlegenden des US-amerikanischen Films.

Leben[Bearbeiten]

William Holden wurde als Sohn wohlhabender Eltern geboren. Er nahm schon während seiner Zeit am Pasadena Junior College Schauspielunterricht und erregte während einer Schulaufführung die Aufmerksamkeit eines Talentsuchers, der ihm einen Vertrag bei Paramount verschaffte. Seine ersten Auftritte hatte Holden 1938 als Statist, doch bereits 1939 stieg er durch die Rolle des Joe Bonaparte in der Verfilmung von Clifford Odets’ Drama Golden Boy zu einem Star auf. Rouben Mamoulian überzeugte das Studio, Holden die Rolle zu geben, und nur dank der unermüdlichen Hilfe seines Co-Stars Barbara Stanwyck konnte der unerfahrene Schauspieler die herausfordernde Rolle meistern. Bis an sein Lebensende sandte Holden jedes Jahr zum wiederkehrenden Datum des Drehbeginns von Golden Boy Stanwyck einen Strauß roter Rosen mit einer Karte, auf der er sich für ihre Unterstützung bedankte.

In den folgenden Jahren war Holden in Filmen meist als „Junge von nebenan“ zu sehen. Er übernahm nur selten Rollen, die mehr verlangten, als Heldenmut zu zeigen oder eine romantische Zuneigung zu dem jeweiligen weiblichen Star; eine Ausnahme war der Western Arizona, der ihn 1940 an der Seite von Jean Arthur zeigte. Nach dem Krieg konnte Holden unter anderem 1947 mit der Komödie Dear Ruth neue Fans gewinnen. Die Verfilmung eines erfolgreichen Broadwaystücks schildert die haarsträubenden Verwicklungen, die dadurch entstanden sind, dass ein übermütiger Teenager unter dem Pseudonym der älteren Schwester eine Brieffreundschaft mit einem Soldaten beginnt. Die Autoren behaupteten, dass die teilweise exzentrischen Charaktere sich auf die Mitglieder der Familie von Groucho Marx bezögen. Ein Jahr später war Holden neben Robert Mitchum in Rachel and the Stranger als Farmer zu sehen, der für 50 Dollar Loretta Young auf einem Sklavenmarkt kauft und sich am Ende in sie verliebt. Der Film war ein großer finanzieller Erfolg, und Holden wurde dadurch bei Paramount neben Sterling Hayden zu einem gefragten Darsteller in romantischen Komödien.

Seinen endgültigen Durchbruch hatte Holden jedoch erst 1950. In Die ist nicht von gestern spielte er neben Judy Holliday und in Billy Wilders Boulevard der Dämmerung an der Seite von Gloria Swanson. 1954 gewann Holden den Oscar für seine Rolle als zynischer Kriegsgefangener und Geschäftemacher J.J. Sefton in dem Film Stalag 17, bei dem Wilder ebenfalls Regie führte. Im Jahr darauf war Holden an der Seite von Audrey Hepburn in Sabrina zu sehen, bei der Wilder wieder für die Regie verantwortlich war. Erfolge wie Picknick (1955), in dem er als sexuell aggressiver Herumtreiber eine ganze Stadt in Aufruhr versetzt und am Ende mit Kim Novak durchbrennt, oder Ein Mädchen vom Lande (1954), der ihn als Verehrer von Grace Kelly zeigt, die jedoch ihren alkoholkranken Ehemann, gespielt von Bing Crosby, nicht verlassen kann, machten Holden zu einem der großen Stars jener Dekade. Regelmäßig war sein Name unter den zehn kassenträchtigsten Stars des Jahres zu finden und seine Karriere dauerte bis zur Mitte der 1960er Jahre.

Zu seinen wichtigsten späteren Filmen gehört der Western The Wild Bunch (1969) von Sam Peckinpah. Seine letzten künstlerisch anspruchsvollen Rollen spielte er 1973 in dem Film Breezy unter der Regie von Clint Eastwood und 1976 in der Fernsehsatire Network von Sidney Lumet, in der er den Nachrichtenchef eines Fernsehsenders darstellte, der vergeblich gegen eine rücksichtslose Kommerzialisierung des Fernsehens ankämpft. 1981 hatte Holden seinen letzten Filmauftritt in Blake Edwards' Hollywood-Satire S.O.B. – Hollywoods letzter Heuler.

William Holden war ein guter Freund des späteren US-Präsidenten Ronald Reagan. Bei dessen Hochzeit mit Ehefrau Nancy war er Trauzeuge. Er zählte zu den prominentesten Unterstützern der Republikanischen Partei, obwohl er an Politik kaum interessiert war.

William Holden war mit Ardis Holden, geb. Brenda Marshall, verheiratet. Dank guter Investments sehr wohlhabend, verbrachte er die letzten Jahre seines Lebens überwiegend auf seiner großzügigen Ranch in Kenia, wo er seiner Passion der Großwildjagd nachging.

Am 16. November 1981 wurde er in seinem Appartement in Santa Monica tot aufgefunden. Der forensischen Untersuchung zufolge soll Holden unter Alkoholeinfluss gestürzt und mit dem Kopf auf einen Nachttisch aufgeschlagen sein. Das Todesdatum wurde auf den 12. November rückdatiert. Die Schauspielerin Stefanie Powers, mit der Holden eine Beziehung gehabt hatte, gründete zu seinem Gedenken eine Stiftung zum Schutz der Wildtiere in Afrika.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Oscar
  • Bester Hauptdarsteller für Sunset Boulevard (1951, nominiert)
  • Bester Hauptdarsteller für Stalag 17 (1954)
  • Bester Hauptdarsteller für Network (1977, nominiert)
BAFTA Award
  • Bester Hauptdarsteller für Picnic (1955, nominiert)
  • Bester Hauptdarsteller für Network (1976, nominiert)
Emmy Award
  • Bester Hauptdarsteller für The Blue Knight (1974)

Nach William Holden wurde der Asteroid (9340) Williamholden benannt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: William Holden – Sammlung von Bildern