William P. Young

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

William Paul Young (* 11. Mai 1955 in Grande Prairie) ist ein kanadischer Autor, bekannt durch seinen Roman Die Hütte (The Shack).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er wurde als ältestes von vier Kindern in Grande Prairie (Kanada) geboren, verbrachte aber seine ersten Lebensjahre zusammen mit seinen Eltern, die Missionare waren, in Niederländisch-Neuguinea beim Volk der Dani. Diese wurden für ihn zu einer Art Familie und er war der erste Weiße, der ihre Sprache sprach. Im Alter von sechs Jahren kam Young auf ein Internat.

Young schrieb zunächst für Freunde, denen er ein Geschenk machen wollte. Seine Frau Kim[1] animierte ihn, seine Sicht auf Gott und die innere Heilung, die er als Erwachsener erfahren hatte, für seine Kinder nieder zu schreiben. Dieses Manuskript, aus dem später sein Buch Die Hütte entstand, war nur für seine Kinder und ein paar gute Freunde gedacht.[2] Young wohnt mit seiner Frau in Happy Valley (Oregon). Sie haben sechs Kinder.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maclean’s, das kanadische Nachrichtenmagazin, beschrieb Young im August 2008 als einen Kanadier, der von seinen Missionarseltern in Niederländisch-Neuguinea von Geburt an großgezogen wurde. Young ließ sich als Erwachsener durch das Leben treiben, ein wenig Auftrieb gab ihm sein Glaube und eine Menge seine Frau Kim, die seine Geheimnisse bewahrte und seine Hütte baute. „Der Ort, an dem wir all unsern Mist verstecken“, wie er es bezeichnet. Mit 38 war Young am Tiefpunkt und sagte: „Ich hatte eine dreimonatige Affäre mit einer der besten Freundinnen meiner Frau. Das war’s, das hat meine kleine Glaubenswelt auseinander getrieben. Ich musste entweder auf die Knie gehen und mich dem Schmerz und der Wut meiner Frau stellen oder mich umbringen.“[3]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Young ließ anfangs 15 Exemplare des Buches drucken. Zwei Freunde ermutigten ihn, das Buch zu veröffentlichen und halfen ihm dabei, das Manuskript für die Veröffentlichung zu überarbeiten. Nachdem 26 Verlage das Buch abgelehnt hatten, gründeten sie einen eigenen Verlag namens Windblown Media und veröffentlichten es, wobei nur etwa 300 US-Dollar für Werbung ausgegeben wurden.[2] Durch Mundpropaganda erreichte dieses Buch im Juni 2008 Platz 1 der Belletristik-Bestsellerliste der New York Times.[4][5] The Shack war das meistverkaufte Buch im Bereich Belletristik in den USA zwischen Januar und November 2008.[6] Es wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt.

  • Der Weg: Wenn Gott Dir eine zweite Chance gibt

In diesem 2012 erschienenen Roman erzählt Young die Geschichte des geldgierigen Multimillionärs Tony Spencer, der - im Koma liegend - von der irgendwo zwischen Himmel und Erde feststeckt und dabei Jesus, Gottvater, dem Heiligen Geist und sich selbst begegnet. Das ungepflegte Landgut, das er in dieser surrealen Zischenwelt bewohnt, stellt sein eigenes Leben und seine Seele dar. Hier begegner er seinem Hochmut, seinem Ego und den von ihm selbst - mangels Vertrauen - errichteten Schutzmauern. Spencer erhält von Gott eine letzte Möglichkeit, das Richtige zu tun. Er darf auf die Erde zurück, allerdings unter der Bedingung, dass er einen Menschen auswählen und diesen heilen muss, um damit die eigenen Vergehen zu sühnen. Die entsprechende Heilkraft ist ihm verliehen. Dabei findet er sich im Kopf eines Down-Syndrom-Jungen wieder, zu dem er auch reden kann. Witzigerweise wechselt Tony, der sogar mit einem Dämon verwechselt wird, bei einem Kuss seinen Kopfwirt. Zunächst wandert er so zur Mutter des Jungen, die in der Kirche dadurch einen "dämonischen Anfall" erleidet und von ihr zu dem von ihr insgeheim verehrten und auch geküssten Kirchenvorsteher. Wenn die Besuchten schlafen kehrt Tony zwingend in die Zwischenwelt seiner Seele zurück, wo weitere Erlebnisse und Erkenntnisse auf ihn warten. Tony hat im Kopf der Mutter nur einen Wunsch, nämlich zu seinem im Koma liegenden Körper im Krankenhaus zu gelangen, um diesen zu heilen, weil er als nunmehr Geläuterter mit seinem Reichtum noch so viel Gutes tun könnte. Die Kindesmutter Maggie, die selber Krankenschwester ist, geht mit ihm auf die Intensivstation, auf der sein komatöser Körper liegt. Er entscheidet sich im letzten Moment ein krebskrankes Kind zu heilen, führt eine gerechte Erbfolge herbei und lässt im Kopf von Maggie seine Patientenverfügung auffinden, so dass er als geänderter Mensch, nach Abbruch der Komabehandlung sterben kann. Das zuweilen witzig geschriebene, bei den Schilderungen der seelischen Zwischenwelt beeindruckende Buch, leidet am voraussehbaren Happy End und erreicht nicht die Qualität der "Hütte".

  • Die Hütte für jeden Tag: 365 Meditationen und Gedanken zur Güte Gottes

Das Kalendarium zitiert für jeden Tag des Jahres ein Stelle aus der Hütte.

  • Eva: Wie alles begann

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „William Paul Young und "Die Hütte" (DVD)“ von Susanne Aernecke erzählt, wie das Buch "Die Hütte" entstanden ist bis zum Aufstieg zum Weltbestseller. Dazu dokumentiert der Film den ersten Besuch von Young in Deutschland, Österreich und der Schweiz und zeigt den Autor in der Diskussion mit seinen deutschen Lesern und Pfarrer Christian Führer
  • "Die Hütte - Ein Wochenende mit Gott" wird 2016 als Romanverfilmung gedreht. Regisseur ist Stuart Hazeldine, Hauptdarsteller Sam Worthington.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paul Young’s Bio Biographie des Autors (Englisch)
  2. a b Author William Paul Young Interview: Nourish The Dream Podcast.
  3. A God Who Looks Like Aunt Jemima, Macleans. 20. August 2008. Abgerufen am 14. Mai 2009. 
  4. Motoko Rich: Christian Novel Is Surprise Best Seller, The New York Times. 24. Juni 2008. 
  5. Aim at 'spiritually interested' sparks 'The Shack' sales USA Today, 30. April 2008
  6. Nielsen.com Top selling books 2008.