Willibald Böck

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Willibald Böck auf einem Wahlplakat zur Landtagswahl 1994
Landesregierung Thüringen 1990, W. Böck 2. v. l.

Willibald Böck (* 30. Dezember 1946 in Bernterode (bei Worbis); † 2. August 2016 in Breitenworbis[1]) war ein deutscher Politiker (CDU).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Böck war katholisch, verheiratet und hatte fünf Kinder. 1965 schloss er seine Ausbildung zum Forstarbeiter ab und studierte im Anschluss Deutsch und Kunsterziehung. Von 1967 bis 1984 war er Lehrer, danach bis 1990 Bürgermeister in seinem eichsfeldischen Heimatort Bernterode.

Er gehörte zur DDR-Blockpartei CDU, die sich 1989 mit der gesamtdeutschen CDU vereinigte. Seit März 1990 war er Mitglied der ersten frei gewählten Volkskammer. Im Thüringer Landtag saß er von Oktober 1990 bis zum Ende der dritten Wahlperiode (2004). Von 1990 bis 1992 war Böck der erste Thüringer Innenminister. Von 1990 bis 1993 war er Landesvorsitzender der Thüringer CDU. Nach eigener Darstellung war er die entscheidende Person, die Bernhard Vogel dazu animierte, sich 1992 als Nachfolger des zurückgetretenen Josef Duchač zum Ministerpräsidenten des Freistaates Thüringen wählen zu lassen.[2]

Böck behielt seine Parteiämter zunächst auch unter Vogel und trat wegen einer Korruptionsaffäre im Zusammenhang mit der Konzessionsvergabe für Autobahnraststätten im August 1992 als Innenminister zurück.[3] Nach knapper Wiederwahl auf dem Landesparteitag 1993 löste ihn Vogel auch als Parteivorsitzender ab.[4] Fünf Jahre später sorgte Böck noch einmal für Aufsehen, als bekannt wurde, dass das Land Thüringen 1991 über 500.000 DM für den Sicherheitsausbau seines Privathauses ausgegeben hatte.[5]

Seit seinem Abgang vom politischen Parkett unterhielt Böck in Erfurt die Galerie Feine Thüringer art und war als Unternehmensberater im In- und Ausland tätig. Auch ehrenamtlich war Willibald Böck aktiv. Als Präsident des Freundeskreises des Kinderhospizes Mitteldeutschland kümmerte er sich um Familien mit todkranken Kindern.[4]

Seit Dezember 2007 präsentierten Willibald Böck und Christoph Jahn von der Galerie Feine Thüringer art eine Auswahl ihrer Bilder im Hotel Radisson SAS Erfurt an verschiedenen Punkten im Hause. Die Ausstellung war als Dauerausstellung konzipiert und der Eintritt frei.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Willibald Böck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ehemaliger Thüringer Innenminister Willibald Böck gestorben. (Memento vom 24. Dezember 2016 im Internet Archive) mdr.de, 2. August 2016.
  2. Hans-Joachim Noack: „Eine stürmische Braut“. Der Spiegel 18/1992, 24. April 1992, S. 101–110, abgerufen am 2. August 2016.
  3. Hausmitteilung Betr.: Rücktritte. Der Spiegel 36/1992, 31. August 1992, S. 3, abgerufen am 2. August 2016.
    Josef Duchač: „Ich habe eine für die DDR normale Geschichte“. Mitteldeutscher Rundfunk, 1. Oktober 2010, archiviert vom Original am 14. Juli 2014; abgerufen am 2. August 2016.
  4. a b Martin Debes: Willi, der Hammer: Was Thüringens erster Innenminister Böck heute macht. Thüringer Allgemeine, 9. März 2015, abgerufen am 2. August 2016.
  5. Im Keller versenkt. Der Spiegel 28/1998, 6. Juli 1998, S. 34, abgerufen am 2. August 2016.