Willie Soon

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Willie Wei-Hock Soon (* 1966 in Kangar, Malaysia) ist ein US-amerikanischer Astrophysiker. Internationale Bekanntheit hat Soon vor allem mit Studien und öffentlichen Wortmeldungen zu Umweltproblemen erlangt.

Leben und Schaffen[Bearbeiten]

Soon studierte nach Schulbesuch in Perlis in Malaysia ab 1980 an der University of Southern California, an der er 1985 seinen Bachelor-Abschluss und 1987 seine Master-Abschluss erwarb und 1991 promoviert wurde (Non equilibrium kinetics in high temperature gases). Er forscht seit 1991 am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics. Darüber hinaus ist er auch für das George C. Marshall Institute, einen politisch konservativen Think-Tank, tätig gewesen.[1]

2003 veröffentlicht er mit Stephen H. Yaskell ein Buch über das Maunder-Minimum.[2]

Im Jahr 2003 veröffentlichte Soon gemeinsam mit Sallie Baliunas zwei nahezu identische Artikel im Fachjournal Climate Research und in der Zeitschrift Energy & Environment, in denen sie die aktuelle Erderwärmung als unbedeutend einstuften im Vergleich zu anderen historischen Klimaveränderungen des letzten Jahrtausends.[3] Nach scharfer fachlicher Kritik[4] wegen methodischer Mängel der Studie distanzierten sich der Herausgeber der Fachzeitschrift, Otto Kinne, und der Chefredakteur, Hans von Storch, von dem veröffentlichten Artikel. Von Storch trat zudem von seinem Posten als Chefredakteur zurück.[1] Trotzdem wurde die Studie von der damaligen US-Regierung unter George W. Bush als angeblicher Beweis für die Behauptung herangezogen, dass Klimaschutz unnötig sei.[5]

2007 war Soon Co-Autor einer Studie, der zufolge Eisbären nicht vom Klimawandel bedroht seien.[6] Die republikanische Politikerin Sarah Palin nahm dies zum Anlass, die Streichung der Eisbären von der Liste der geschützten Tierarten zu fordern.[5]

In einem 2011 erschienenen Meinungsbeitrag für das konservative Wall Street Journal behauptete Soon, dass die US-Umweltbehörde EPA die gesundheitlichen Gefahren von industriellen Quecksilberemissionen übertreiben würde.[7]

Seine Thesen hat Soon auch als Gastredner bei Wahlveranstaltungen der rechtspopulistischen Tea-Party-Bewegung verbreitet.[5]

Sponsoring durch Energiekonzerne[Bearbeiten]

2011 veröffentlichte die Umweltschutzorganisation Greenpeace die Ergebnisse einer Untersuchung, der zufolge Soon über einen Zeitraum von 10 Jahren über 1 Million US-Dollar aus Industrie- und Lobbykreisen erhalten hat. Unter Soons Geldgebern waren demnach u.a. der Ölkonzern ExxonMobil, der Energiekonzern Southern Co., die Lobbygruppe American Petroleum Institute sowie eine Stiftung von Charles Koch. Soon gab den Erhalt der Zahlungen zu, bestritt aber, dadurch beeinflusst worden zu sein.[8]

Neueren Ergebnissen zufolge erhielt er ca. 1,25 Mio. US-Dollar, womit seine Forschungen fast ausschließlich durch Unternehmen der Fossil-Energiebranche finanziert wurden. Zudem soll er den Interessenkonflikt in wissenschaftlichen Papern nicht öffentlich gemacht haben. Nach 2015 veröffentlichten Dokumenten erhielt er 2005 ca. 410.000 Dollar von dem Kohlekonzern Southern Co. und verpflichtete sich im Gegenzug, Forschungen zu dem Einfluss der Sonne auf den Klimawandel zu publizieren.[9]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Politics Reasserts Itself in the Debate Over Climate Change and Its Hazards, in: The New York Times, 5. August 2003
  2. Soon, Willie Wei-Hock; Yaskell, Steven H.: The Maunder Minimum and the Variable Sun-Earth Connection. World Scientific Publishing 2003
  3. Global warming is not so hot: 1003 was worse, reserachers find, in: Harvard Gazette, 24. April 2003
  4. Fachartikel: Mann et al. (2003): On Past Temperatures and Anomalous Late-20th Century Warmth, in: Eos, Vol. 84, No. 27, S. 256–258; Pressemitteilung dazu: Leading Climate Scientists Reaffirm View that Late 20th Century Warming Was Unusual and Resulted From Human Activity. Pressemitteilung der American Geophysical Union. 7. Juli 2003, abgerufen am 24. Dezember 2014.
  5. a b c Seine Skepsis ist 1 Million Dollar wert, von Constantin Seibt, in: Tages-Anzeiger, 29. Juni 2011
  6. Climate change sceptics criticise polar bear science, in: New Scientist, 1. Juli 2007
  7. The Myth of Killer Mercury, von Willie Soon und Paul Driessen, in: The Wall Street Journal, 25. Mai 2011
  8. Climate sceptic Willie Soon received $1m from oil companies, papers show, in: The Guardian, 28. Juni 2011
  9. Work of prominent climate change denier was funded by energy industry. In: The Guardian, 21. Februar 2015. Abgerufen am 22. Februar 2015.