Willmenrod

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Willmenrod
Willmenrod
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Willmenrod hervorgehoben
Koordinaten: 50° 32′ N, 7° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Westerburg
Höhe: 305 m ü. NHN
Fläche: 3,63 km2
Einwohner: 662 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 182 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56459
Vorwahl: 02663
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 312
Adresse der Verbandsverwaltung: Neumarkt 1
56457 Westerburg
Webpräsenz: www.willmenrod.de
Ortsbürgermeister: Günter Weigel
Lage der Ortsgemeinde Willmenrod im Westerwaldkreis
Karte

Willmenrod im Westerwald ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis im Nordosten von Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Westerburg an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Willmenrod liegt im Tal des Elbbachs zwischen dem 475 m hohen Watzenhahn und dem Stromberg mitten im Westerwald.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landschaft ist geprägt durch Basalt- und Tonvorkommen. Bis nach dem Krieg wurde in Willmenrod Basalt abgebaut und vor Ort unter anderem zu Splitt und Schotter gebrochen. 120 ha des Gemeindegebietes bestehen aus Wald.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es herrscht hier ein gemäßigtes Klima. Im Winter hält sich der Schnee in Grenzen, im Sommer ist es nur selten unerträglich heiß und wenn es stürmt, halten die beiden Bergrücken den Wind von der Ortslage ab.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Willmenrod wurde 1212 erstmals als Wernbolderode urkundlich erwähnt. Seit 1712 hat es den heutigen Namen.

Willmenrod gehörte bis Anfang des 19. Jahrhunderts zur Herrschaft Westerburg und kam 1806 im Zuge der Bildung des Rheinbunds unter Napoleon zum Großherzogtum Berg. 1813 kam Willmenrod vorübergehend an das Haus Oranien-Nassau und infolge des Wiener Kongresses 1815 an das Herzogtum Nassau.[2] Unter der nassauischen Verwaltung gehörte die Gemeinde Willmenrod zur Standesherrschaft Leiningen-Westerburg im Amt Rennerod.[3] Im Jahr 1858 lebten in Willmenrod 118 Familien und 477 Einwohner. 1866 kam das Herzogtum Nassau und damit auch Willmenrod zum Königreich Preußen.

Im Jahr 1805 ist fast ganz Willmenrod einem Großbrand zum Opfer gefallen. Durch die damalige Art die Dächer mit Stroh zu decken und die enge Bauweise der Häuser war eine solche Katastrophe nahezu unvermeidlich. Durch seine Lage am Elbbach und das hier vorhandene starke Gefälle war es möglich fünf Mühlen im Ort zu betreiben.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Willmenrod, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[4]

Jahr Einwohner
1815 384
1835 440
1871 506
1905 483
1939 480
Jahr Einwohner
1950 541
1961 523
1970 541
1987 596
2005 691

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung in Willmenrod ist überwiegend evangelisch.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Willmenrod besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden. Die zwölf Sitze im Gemeinderat verteilen sich auf zwei Wählergruppen. 2004 fand eine Mehrheitswahl statt.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[5]

Wahl WfW WG Pro Gesamt
2014 7 5 12 Sitze
2009 8 4 12 Sitze
2004 Mehrheitswahl 12 Sitze
  • WfW = Wir für Willmenrod e. V.
  • WG Pro = Wählergruppe Pro Willmenrod e. V.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mühlrad steht für die ehemalige Bedeutung der fünf Mühlen. Die schräg gestellten Rauten stehen für das niederadlige Geschlecht derer von Willmenrod. Das blaue Wellenband steht für die besondere Bedeutung des Elbbaches. Die unterschiedlichen Farben stehen für die wechselnden Herrschaftsverhältnisse.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehs Liste der Kulturdenkmäler in Willmenrod

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freiwillige Feuerwehr, Sportverein und Gemischter Chor

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der bekannteste Willmenroder Bürger war der Fernsehkoch Clemens Wilmenrod (1906–1967), der seinen Künstlernamen von dem Namen der Gemeinde ableitete und auf dem dortigen Friedhof beerdigt ist.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am ca. 3 km entfernt gelegenen Busbahnhof am Bahnhof Westerburg besteht zudem Anschluss an Regionalbuslinien in Richtung Montabaur, Rennerod und Bad Marienberg.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Willmenrod – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Annalen des Vereins für Nassauische Alterthumskunde und Geschichtsforschung, Band 10, 1870, S. 321 (Google Books)
  3. Staats- und Adreß-Handbuch des Herzogthums Nassau für das Jahr 1859, S. 118 (www.dilibri.de)
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen