Willmenrod

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Willmenrod
Willmenrod
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Willmenrod hervorgehoben

Koordinaten: 50° 32′ N, 7° 59′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Westerburg
Höhe: 305 m ü. NHN
Fläche: 3,63 km2
Einwohner: 656 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 181 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56459
Vorwahl: 02663
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 312
Adresse der Verbandsverwaltung: Neumarkt 1
56457 Westerburg
Website: www.willmenrod.de
Ortsbürgermeister: Günter Weigel
Lage der Ortsgemeinde Willmenrod im Westerwaldkreis
Karte

Willmenrod im Westerwald ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis im Nordosten von Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Westerburg an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Willmenrod liegt im Tal des Elbbachs zwischen dem 475 m hohen Watzenhahn und dem Stromberg mitten im Westerwald.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landschaft ist geprägt durch Basalt- und Tonvorkommen. Bis nach dem Krieg wurde in Willmenrod Basalt abgebaut und vor Ort unter anderem zu Splitt und Schotter gebrochen. 120 ha des Gemeindegebietes bestehen aus Wald.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Willmenrod wurde im Jahr 1212 erstmals als Wernbolderode urkundlich erwähnt. Seit 1712 hat es den heutigen Namen. Bei einer früheren Erwähnung aus dem Jahr 879 lässt sich nicht mehr zweifelsfrei klären, ob Willmenrod oder der weiter südöstlich gelegene Ort Wilsenroth gemeint war.

Willmenrod war Sitz eines Kirchspiels, das spätestens 1344 bestand. Zumindest zeitweise waren Gershasen, Girkenroth, Langenhahn und Teile von Berzhahnh in dieses Kirchspiel eingeordnet, dazu die heute wüsten Orte Watzenhahn, Ettingen, Kötenhilse und Hombusch. Eine Besonderheit war das Fehlen eines eigenen Kirchspielgerichts. Um 1564 herum wurde im Kirchspiel die Reformation eingeführt. 1645 erfolgte die Rekatholisierung.

Willmenrod gehörte bis Anfang des 19. Jahrhunderts zur Herrschaft Westerburg und kam 1806 im Zuge der Bildung des Rheinbunds unter Napoleon zum Großherzogtum Berg. 1813 kam Willmenrod vorübergehend an das Haus Oranien-Nassau und infolge des Wiener Kongresses 1815 an das Herzogtum Nassau.[2] Unter der nassauischen Verwaltung gehörte die Gemeinde Willmenrod zur Standesherrschaft Leiningen-Westerburg im Amt Rennerod.[3] Im Jahr 1858 lebten in Willmenrod 118 Familien und 477 Einwohner. 1866 kam das Herzogtum Nassau und damit auch Willmenrod zum Königreich Preußen.

Eine niederadlige Familie, die wohl dem edelfreien Haus von Nister entstammte und sich nach Willmenrod benannte, ist von 1288 bis 1489 fassbar. Im Willmenroder Pfarrhof sind möglicherweise noch Gebäudeteile enthalten, die auf den Sitz der Familie zurückgehen.

Die Kirche verfügt über einen spätromanischen Westturm. Das ursprüngliche Dionysius-Patrozinium weist auf eine Entstehung spätestens im 9. Jahrhundert hin. 1688 brannten die Kirche und rund die Hälfte des Orts ab. 1780 wurde ein Erweiterungsbau fertiggestellt. 1894 wurde ein Neubau von Schiff und Chor fertiggestellt. 1590 ist erstmals Schulunterricht im Ort durch den Pfarrer nachgewiesen. Spätestens 1696 gab es eine Kirchspielschule mit eigenen Räumen und einem Schulmeister.

Im Jahr 1805 fiel fast ganz Willmenrod einem Großbrand zum Opfer.

Die Lage am Elbbach und das dort starke Gefälle begünstigten den Betrieb von Mühlen. 1475 wird erstmals eine Mühle erwähnt, 1525 eine zweite, die aber kurz darauf brach lag. 1587 war eine kurz zuvor erbaute dritte Mühle im Betrieb. Die 1691 auf der Sainscheider Gemarkung erbaute Mühle wurde später der Willmenroder Gemarkung zugeschlagen. Vor 1826 erfolglgte der Bau einer Ölmühle sowie im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts der einer weiteren Mahlmühle. 1595 wird am westlichen Rand der Gemarkung eine Schleifmühle erwähnt, 1626 eine Walkmühle, von der heute noch Reste in der Flur Waldmühle zu sehen sind. Hinweise auf eine Wassermühle am Elbbach finden sich auch aus der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg. So geschah im Jahr 1689 im Wald bei Obertiefenbach der Mord an dem Müllergesellen „Hirse-Fritz“, der von einer Hirsemühle kam.[4] Eine Ziegelhütte ist für 1817 verbürgt und Töpferöfen erstmals im 17. Jahrhundert.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Willmenrod, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[5]

Jahr Einwohner
1490 17 Feuerstätten
1525 21 leibeigene Familien
1590 15 Hausgesäße
1603 68
1644 13 Mann
1815 384
1835 440
1871 506
Jahr Einwohner
1905 483
1939 480
1950 541
1961 523
1970 541
1987 596
2005 691

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung in Willmenrod ist überwiegend evangelisch.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Willmenrod besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl WfW WG Pro Gesamt
2019 per Mehrheitswahl 12 Sitze
2014 7 5 12 Sitze
2009 8 4 12 Sitze
2004 per Mehrheitswahl 12 Sitze
  • WfW = Wir für Willmenrod e. V.
  • WG Pro = Wählergruppe Pro Willmenrod e. V.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Günter Weigel wurde bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 mit einem Stimmenanteil von 74,92 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt als Ortsbürgermeister von Willmenrod bestätigt.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Willmenrod
Wappenbegründung: Das Mühlrad steht für die ehemalige Bedeutung der fünf Mühlen. Die schräg gestellten Rauten stehen für das niederadlige Geschlecht derer von Willmenrod. Das blaue Wellenband steht für die besondere Bedeutung des Elbbaches. Die unterschiedlichen Farben stehen für die wechselnden Herrschaftsverhältnisse.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Willmenrod.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freiwillige Feuerwehr, Sportverein und Gemischter Chor

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eduard Hof (* 1937), 1966 bis 1994 Ortsbürgermeister

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der bekannteste Willmenroder Bürger war der Fernsehkoch Clemens Wilmenrod (1906–1967), der seinen Künstlernamen von dem Namen der Gemeinde ableitete und auf dem dortigen Friedhof beerdigt ist.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Willmenrod – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Annalen des Vereins für Nassauische Alterthumskunde und Geschichtsforschung, Band 10, 1870, S. 321 (Google Books)
  3. Staats- und Adreß-Handbuch des Herzogthums Nassau für das Jahr 1859, S. 118 (www.dilibri.de)
  4. Franz-Josef Sehr: Wo vor 333 Jahren der Hirse-Fritz ermordet wurde – Wegelagerer schlugen den Müllergesellen im Heckweger Wald nieder und raubten ihn aus. Hrsg.: Nassauische Neue Presse. Limburg 21. Oktober 2020.
  5. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Westerburg, Verbandsgemeinde, vorletzte Ergebniszeile. Abgerufen am 15. Juli 2020.