Willmersdorf (Cottbus)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Stadt Cottbus
Koordinaten: 51° 48′ 31″ N, 14° 23′ 0″ O
Höhe: 64 m ü. NHN
Fläche: 6,4 km²
Einwohner: 636 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 99 Einwohner/km²
Eingemeindung: 6. Dezember 1993
Postleitzahl: 03053
Vorwahl: 0355
Karte
Lage von Willmersdorf in Cottbus
Dorfkirche Willmersdorf

Willmersdorf, niedersorbisch Rogozno, ist ein Ortsteil der kreisfreien Stadt Cottbus in Brandenburg. Zur Gemarkung von Willmersdorf gehörte der Wohnplatz Lakoma, der in den Jahren 1989 zunächst teilweise und 2008 vollständig zugunsten des Braunkohletagebaus Cottbus-Nord devastiert wurde. Bis Dezember 1993 war Willmersdorf eine eigenständige Gemeinde im damaligen Landkreis Cottbus.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Willmersdorf liegt am nordöstlichen Stadtrand von Cottbus in der Niederlausitz. Die Stadt Peitz ist etwa vier Kilometer entfernt. Umliegende Ortschaften und Stadtteile sind die Stadt Peitz im Norden, die zur Gemeinde Teichland gehörenden Ortsteile Maust im Nordosten und Neuendorf im Osten, Dissenchen und Merzdorf im Süden, Saspow im Westen sowie Skadow im Nordwesten.

Willmersdorf liegt an der Bundesstraße 168 von Cottbus nach Beeskow. Westlich des Dorfes verlief die Bahnstrecke Cottbus–Guben mit einem Haltepunkt im Ort. Diese Trassierung wurde 2002 zugunsten des Tagebaus Cottbus-Nord aufgegeben. Der Tagebau grenzte unmittelbar östlich an Willmersdorf. Der Ort wird in Zukunft (ab 2018/19) am Cottbuser Ostsee liegen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Willmersdorf wurde erstmals 1449 als „Wilmerstorff“ urkundlich erwähnt. Der Ort wurde nach einem Mann mit dem deutschen Personennamen Wilmar benannt.[2]

Willmersdorf lag seit jeher im Königreich Preußen, zwischen 1816 und 1945 war der Ort dort Teil des Regierungsbezirkes Frankfurt in der Teilprovinz Neumark. Dort lag der Ort im Landkreis Cottbus. Am 25. Juli 1952 wurde Willmersdorf dem damals neu gebildeten Kreis Cottbus-Land im Bezirk Cottbus zugeordnet.

Am 1. Januar 1974 wurde das benachbarte Lakoma nach Willmersdorf eingemeindet. Nach der Wende in der DDR lag die Gemeinde im Landkreis Cottbus in Brandenburg und wurde mit der brandenburgischen Kreisreform vom 6. Dezember 1993 nach Cottbus eingemeindet.[3] Der Ortsteil Lakoma wurde daraufhin zu einem Wohnplatz herabgestuft. Willmersdorf wurde bis zur vollständigen Devastierung Lakomas teilweise auch als Willmersdorf-Lakoma bezeichnet.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung in Willmersdorf von 1875 bis 1992[5]
Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1875 297 1933 533 1964 565 1989 517
1890 312 1939 599 1971 537 1992 499
1910 389 1946 658 1981 593
1925 449 1950 621 1985 543

Für seine Statistik über die sorbische Bevölkerung in der Lausitz ermittelte Arnošt Muka in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts eine Bevölkerungszahl von 316 Einwohnern, von denen alle Sorben waren.[6] Ernst Tschernik zählte im Jahr 1956 noch einen sorbischsprachigen Bevölkerungsanteil von 70,4 %.[7]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Detlef Kobjela (1944–2018), sorbischer Komponist und Musikwissenschaftler, in Willmersdorf geboren

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Willmersdorf/Rogozno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohner nach Ortsteilen. In: cottbus.de. Stadtverwaltung Cottbus – Fachbereich Bürgerservice, 31. Dezember 2017, abgerufen am 30. Januar 2018.
  2. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin: Alter - Herkunft - Bedeutung. be.bra Wissenschaft, 2005, S. 182.
  3. Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1993 StBA
  4. Willmersdorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis. Abgerufen am 24. September 2017.
  5. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Brandenburg an der Havel, Cottbus, Frankfurt (Oder), Potsdam. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg, Dezember 2006, abgerufen am 24. September 2017 (PDF; 331 KB).
  6. Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954.
  7. Ludwig Elle: Sprachenpolitik in der Lausitz. Domowina-Verlag, Bautzen 1995.