Willy-Sachs-Stadion

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Willy-Sachs-Stadion
Willy-Sachs-Stadion (2017)
Willy-Sachs-Stadion (2017)
Daten
Ort Ander-Kupfer-Platz 2
DeutschlandDeutschland 97422 Schweinfurt
Koordinaten 50° 3′ 5″ N, 10° 12′ 11″ OKoordinaten: 50° 3′ 5″ N, 10° 12′ 11″ O
Eigentümer Stadt Schweinfurt
Eröffnung 23. Juli 1936
Erstes Spiel 1. FC Schweinfurt 05FC Schalke 04 2:2[1]
Renovierungen 2001, 2014
Oberfläche Naturrasen
Kosten 1 Million RM[2]
Architekt Paul Bonatz
Kapazität 15.060 Plätze[3]
Spielfläche 105 m × 68 m
Verein(e)
Veranstaltungen

Das Willy-Sachs-Stadion ist ein multifunktionales Fußballstadion mit angeschlossenem Sportpark in der unterfränkischen Industriestadt Schweinfurt. Es weist eine Kapazität von 15.060 Zuschauerplätzen auf, davon 860 überdachte Sitzplätze auf seiner Haupttribüne.[3] Der Name Willy-Sachs-Stadion bezeichnet dabei sowohl das eigentliche Stadion als auch den großen Sportpark mit vielen Neben- und Trainingsplätzen für verschiedene Sportarten.

Das städtische Stadion ist seit seiner Eröffnung im Jahr 1936 Heimspielstätte des 1. FC Schweinfurt 05. Der Verein hat ein vom Stifter Willy Sachs festgeschriebenes Erstnutzungsrecht aller Einrichtungen einschließlich der Trainings- und Nebenplätze.

Das Willy-Sachs-Stadion war Austragungsort der Faustball-Weltmeisterschaft 1972 und der Faustball-Europameisterschaft 2012. Es wurde im Jahr 2001 umfassend saniert, um die Auflagen für die 2. Fußball-Bundesliga zu erfüllen.[4] Die gesamte Anlage steht unter Denkmalschutz.[5][6][7]

Lage und Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadion liegt im Nordwestlichen Stadtteil von Schweinfurt, 2.5 km Luftlinie vom Marktplatz in der Altstadt entfernt. Es befindet sich am Nordrand der B  303 (Niederwerrner Straße), einer nordwestlichen Ausfallstraße zu den Autobahnen A 71 Richtung Erfurt und A 7 Richtung Kassel.

Anfahrt mit dem PKW[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die direkte Lage an den zwei vierspurigen Straßen Niederwerrner Straße und John-F.-Kennedy-Ring besitzt das Stadion eine sehr günstige Verkehrsanbindung, mit drei relativ nah gelegenen Autobahnen. Die Niederwerrner Straße/B 303 knüpft zunächst 4 km nordwestlich des Stadions an die A 71 an (Anschlussstelle Nr. 30 Schweinfurt-West) und weitere 8 km westlich an die A 7 (Anschlussstelle Nr. 98 Wasserlosen, alte Bezeichnung Schweinfurt/Niederwerrn). Der John-F.-Kennedy-Ring stellt die Verbindung des Stadions an die 4 km südlich gelegene A 70 her (Anschlussstelle Nr. 5 Schweinfurt/Bergrheinfeld). Der Stadion-Parkplatz sowie der Volksfestplatz als weitere Parkfläche liegen südlich der Niederwerrner Straße.

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptbahnhof, an dem sich auch ein Zentraler-Omnibus-Bahnhof (ZOB) für Fern- und Regionalbusse des OVF befindet, liegt knapp 2 km südwestlich der Schweinfurter Innenstadt. Vom Hauptbahnhof gelangt man mit den Stadtbuslinien 11 und 12 zum ZOB-Roßmarkt in der City, welcher nur von Stadtbuslinien angefahren wird. Vom Bahnhof Schweinfurt Mitte, der ausschließlich mit Regionalbahnen erreichbar ist, gelangt man zu Fuß in weniger als 10 Minuten zum ZOB-Roßmarkt. Vom Roßmarkt führen die Linien 22, 24 und 25 zur Haltestelle Volksfestplatz. Von hier gelangt man in 3 Minuten zu Fuß zum Stadion. Nach Spielende stehen, zumindest bei wichtigeren Fußballbegegnungen, mehrere Stadtbusse direkt vor der Hauptkasse auf dem Ander-Kupfer-Platz abfahrbereit zum ZOB-Roßmarkt.

Eingänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haupteingang des Willy-Sachs-Stadions befindet sich am Ander-Kupfer-Platz bei der Niederwerrner Straße. Zum Gästeblock in der Nordkurve gelangt über den östlich des Stadions entlangführenden Kasernenweg, indem man der Beschilderung zum Gästeeingang folgt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haupteingang mit Kassenhäuschen (2013)
Pylon mit Reichsadler und Gedenktafel des Stadionstifters Willy Sachs (2013)

Das Willy-Sachs-Stadion wurde im Juli 1936, wenige Tage vor Beginn der Olympischen Sommerspiele in Berlin, als Teil eines neuen Sportparks der Stadt Schweinfurt eröffnet. Gestiftet wurde die gesamte Anlage im Jahr 1934 durch den Schweinfurter Industriellen Willy Sachs, Inhaber des von seinem Vater Ernst Sachs gegründeten Unternehmens Fichtel & Sachs.[1]

Der unmittelbare Anlass für die Finanzierung eines neuen Fußballstadions für den 1. FC Schweinfurt 05 waren dabei die unzulänglichen Platzverhältnisse der existierenden Spielstätte an der Ludwigsbrücke. Nach dem Aufrücken der Mannschaft in die Gauliga Bayern im Jahr 1933 erhoben andere Gauliga-Vereine Einspruch gegen die Benutzung des Platzes, dessen Zustand allerdings nicht entscheidend verbessert werden konnte. Im Stiftungsschreiben legte Sachs als Mäzen von Schweinfurt 05 daher für die "Dauer des Bestehens des Vereins" das alleinige Erstnutzungsrecht aller Stadioneinrichtungen für seinen Verein fest.[1]

Der architektonische Entwurf des Stadions, das damals auch Hauptkampfbahn genannt wurde, kam von Paul Bonatz, welcher bereits die neue Verwaltungszentrale von Fichtel & Sachs in Schweinfurt erbaut[8] und unter anderem den Stuttgarter Hauptbahnhof konzipiert hatte. Sein Schwiegersohn Kurt Dübbers entwarf die das Stadion umgebenden Funktionsbauten.[5] Die gesamte Anlage wurde damals als vorbildlich und für eine Stadt der Größe Schweinfurts als nahezu einzigartig in Deutschland eingestuft.[9]

Zur Einweihung des Stadions am 23. Juli 1936 waren mit dem Reichsführer SS Heinrich Himmler, Reichsorganisationsleiter Robert Ley und dem Reichsstatthalter von Bayern, Franz Ritter von Epp, führende nationalsozialistische Politiker anwesend. Bereits am Vortag hatte der mit Sachs befreundete Hermann Göring die Anlage besichtigt.[2][10][11] Willy Sachs zeigte sich aus Anlass der Stadion-Einweihung in SS-Uniform. (siehe: Kontroverse um den Stadionnamen)

Das Eröffnungsspiel des Willy-Sachs-Stadions fand drei Tage später zwischen dem 1. FC Schweinfurt 05 und dem FC Schalke 04 statt, dem Deutschen Meister von 1935. Beide Mannschaften trennten sich mit einem 2:2-Unentschieden. Im August folgten dann noch weitere Freundschaftsspiele gegen Hertha BSC Berlin und Fortuna Düsseldorf.[1][12]

Die gesamte Stadionanlage überstand unbeschadet die Bombenangriffe des Zweiten Weltkrieges. Der Zuschauerrekord stammt aus dem Jahre 1954, als 22.500 Zuschauer zu einem Freundschaftsspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern ins Willy-Sachs-Stadion kamen.[13]

Das Stadion war in den Jahren zwischen 1936 und 1963 Spielstätte der jeweils obersten deutschen Fußball-Liga, sowie für viele weitere Spielzeiten Zweitliga-Stadion, zuletzt in der Saison 2001/02. Darüber hinaus fanden im Willy-Sachs-Stadion seit 1939 zahlreiche Partien des 1. FC Schweinfurt 05 im DFB-Pokal (bis 1943 Tschammerpokal) statt. International erwähnenswert ist ein Freundschaftsspiel des FC Schweinfurt 05 gegen den FC Everton zum 50-jährigen Vereinsjubiläum im Jahr 1955, anlässlich dessen 13.000 Zuschauer das Stadion besuchten.[1]

Die Süddeutsche Zeitung würdigte im Jahr 2014 den historischen Wert des Schweinfurter Willy-Sachs-Stadions wie folgt:[7]

„Die Stadien unserer Zeit zeichnen sich durch Kurzlebigkeit aus. Nur noch das Willy-Sachs-Stadion in Schweinfurt und das Volkspark-Stadion in Bamberg […] vermitteln bis heute ein Gefühl von der Bedeutung des Sports in den 20er und 30er Jahren, in denen er in einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel eingebettet war. […] Das Willy-Sachs-Stadion entspricht von der Konzeption her der Idee der Freiluftsportanlage, wie sie in den 20er Jahren häufig in Deutschland realisiert wurde. Die Anlage war als Freizeitpark und Aufenthaltsort für Familien gedacht, wie auch der Volkspark in Bamberg.“

Hans Kratzer: Das unentdeckte Feld

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südkurve mit Marathontor (2017)

Die Sportstätte ist ein klassisches Fußballstadion mit integrierter Leichtathletikanlage und Marathontor, umgeben von zwei Reihen hoher Linden. Das Fassungsvermögen von einstmals über 20.000 Zuschauern wurde in Folge neuerer Sicherheitsstandards auf 15.060 Zuschauer beschränkt, darunter 860 Sitzplätze auf der überdachten Haupttribüne. Es ist ein klassisches Stehplatz-Stadion, das abgesehen von technischen Einbauten völlig unverändert, wie kaum anderswo, erhalten blieb.

Alle Nebengebäude des Stadions wurden in Klinker-Sichtmauerwerk errichtet, die Haupttribüne dagegen im Bauhausstil. Das Stadion des Architekten Paul Bonatz und der umgebende Sportpark sind durch eine hochwertige Landschaftsarchitektur mit großem Baumbestand geprägt. Die gesamte Anlage aus der Vorkriegszeit, einschließlich aller Nebengebäude und der Tennisanlage, steht unter Denkmalschutz. Zahlreiche Freitreppen sind prägende Elemente, und in der Mitte des Sportparks bildet ein Aufenthaltsbereich mit Brunnen ein kleines Wahrzeichen. Das Stadion wurde im Gegensatz zum ebenfalls 1936 eröffneten Olympiastadion in Berlin nicht im damals üblichen neoklassizistischen Stil gebaut, und es ist mit Ausnahme des Pylons am Stadioneingang (siehe: Geschichte) frei von NS-Kunst und Plastik.

Ausbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die Auflagen für die Zweite Fußball-Bundesliga zu erfüllen, wurde das Stadion im Sommer 2001 umfassend saniert. Die Stufen der Stehränge wurden erneuert und eine Flutlichtanlage auf vier Masten installiert. Zudem wurde ein abgetrennter Gästeblock mit separatem Eingang eingerichtet. Die Schweinfurter Großindustrie spendete eine LED-Anzeigetafel über dem Marathontor. Im Jahr 2014 wurden Wellenbrecher auf den Stehrängen installiert, wodurch das Platzangebot des Stadions von rund 15.000, welches vor dem Umbau durch Auflagen auf etwa 6.200 beschränkt war, wieder voll ausgenutzt werden konnte.[14] Bei allen Baumaßnahmen blieb jedoch das Gesamtbild des Stadions weiterhin unverändert. Auf dem großen Platz vor der Sitztribüne steht seit längerer Zeit ein separates VIP-Zelt für Sponsoren, Presse und die Mannschaft des 1. FC Schweinfurt 05.

Der Sportpark wurde nach dem Krieg erweitert und hat zusammen mit benachbarten Sportanlagen außerhalb des Willy-Sachs-Stadions, mit dem Eisstadion Icedome, dem Fundome, der Reithalle, einstigen US-amerikanischen Sportstätten u.a.m. mittlerweile eine Fläche von etwa einem halben Quadratkilometer.

Atmosphäre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zuschauer auf den Stehplatzrängen der Nordkurve (2017)

Das Willy-Sachs-Stadion bietet aufgrund der dichten, doppelreihigen Bepflanzung der Stehplatzränge mit hochgewachsenen Linden sowohl aus der Perspektive der Haupttribüne als auch vom Spielfeld aus einen völlig anderen visuellen Eindruck als moderne, komplett mit überdachten Rängen umgebene Fußball-Arenen. Auf den bepflanzten Rängen bilden die Linden, eingebettet in den umliegenden Baumbestand, eine Art Allee, so dass die Zuschauer wie von einem Landschaftspark aus das Spielgeschehen verfolgen können.

Tennisanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Jahr nach der Einweihung des Stadions wurde 1937 eine Tennisanlage mit Clubhaus eröffnet. Sie gehört zum Willy-Sachs-Stadion, besitzt aber einen eigenen Zugang und wurde Heimat des Tennisclubs Weiß-Blau (heute Tennisclub Schweinfurt).

Städtebauliches Umfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadion besitzt in Abfolge zwei große Stadion-Vorplätze, ist stadtbildprägend und entstand im Rahmen einer großen Stadterweiterung des Nordwestlichen Stadtteils in den 1930er Jahren entlang der Niederwerrner Straße. Es bildet mit der benachbarten Panzerkaserne von 1936, der späteren Ledward Barracks, eine städtebauliche Einheit.

Weitere Stadionnutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem 1. FC Schweinfurt 05 nutzte in der Kriegssaison 1943/44 auch der Wehrmachts-Verein WTSV Schweinfurt das Stadion für seine Heimspiele in der Gauliga Bayern.[15] Für die Regionalliga-Saison 2008/09 zog der TSV Großbardorf aus der rund 27 Kilometer nördlich gelegenen Gemeinde Großbardorf in das Willy-Sachs-Stadion als Heimspielstätte um, da die dortige Sportanlage nicht die Kriterien für Regionalligaspielstätten erfüllte, welche u.a. eine Mindestkapazität von 5000 Plätzen vorschreiben.[16]

Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland war das Willy-Sachs-Stadion Trainingsgelände der tunesischen Fußballnationalmannschaft.

Faustball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Willy-Sachs-Stadion war Austragungsort der Faustball-Weltmeisterschaft 1972, bei welcher die Bundesrepublik Deutschland vor Brasilien und Österreich Weltmeister wurde. Im selben Stadion gewann die Schweiz vor Österreich und Deutschland die Faustball-Europameisterschaft 2012.

Leichtathletik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Willy-Sachs-Stadion vor dem Konzert der Toten Hosen am 20. Juli 2013

Das Willy-Sachs-Stadion ist in den Sommermonaten regelmäßiger Austragungsort für regionale, nationale, und auch internationale Leichtathletik-Wettbewerbe. Zu den Olympischen Sommerspielen 1960 in Rom fanden für die gesamtdeutsche Olympiamannschaft zum ersten Mal Ausscheidungswettkämpfe statt. Die Leichtathletik-Vorentscheidungen zwischen der Bundesrepublik und der DDR wurden im Willy-Sachs-Stadion ermittelt. Zu diesen Olympischen Spielen wurde auch die gesamtdeutsche Olympiaflagge eingeführt (Schwarz-Rot-Gold mit weißen Olympischen Ringen im roten Streifen).

Sonstige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den 1990er Jahren finden jeden Sommer im Willy-Sachs-Stadion größere Popkonzerte mit bis zu 25.000 Besuchern statt. So kamen im Jahr 1997 die Backstreet Boys, 2013 die Toten Hosen, 2014 Herbert Grönemeyer und 2015 Sunrise Avenue. Das Stadion diente bis zu deren Abzug aus Schweinfurt im Jahr 2014 auch als Aufmarschfläche für Zeremonien und Paraden der benachbarten US-Garnison.

Kontroverse um den Stadionnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen der Verstrickungen von Willy Sachs mit dem Nationalsozialismus ist der Name des Stadions heute umstritten. Willy Sachs trat 1933 in die SS ein und war seit 1. Mai 1933 Mitglied der NSDAP. Er hatte schließlich den Rang eines SS-Obersturmbannführers (1943) und gehörte dem „Freundeskreis Reichsführer SS“ (Heinrich Himmler) an. Als Leiter eines rüstungswichtigen Betriebs war Willy-Sachs Wehrwirtschaftsführer. Heinrich Himmler verlieh ihm Orden und Ehrentitel und half nach der Scheidung von seiner ersten Frau Elinor von Opel beim Kampf um das Sorgerecht für die Kinder, im Gegenzug flossen mehrere hunderttausend Mark an Spenden. Hermann Göring war Gast bei Sachs-Jagden auf Schloss Mainberg und auf Gut Rechenau; Reinhard Heydrich erhielt ein Darlehen von Sachs. Willy Sachs suchte die Nähe der Nazi-Größen, gleichwohl bescheinigte man ihm intern, von weltanschaulichen Dingen keine Ahnung zu haben und den Anforderungen an einen NS-Betriebsführer nicht zu genügen.[2]

Im Rahmen des Aufstiegs des 1. FC Schweinfurt 05 in die Zweite Fußball-Bundesliga im Jahr 2001 wurde der Stadionname erstmals bundesweit in den Medien kritisiert.[17][18] Eine von der Schweinfurter Initiative gegen das Vergessen - Zwangsarbeit in Schweinfurt aufgrund der Rolle von Willy Sachs im Dritten Reich initiierte und von der Süddeutschen Zeitung sowie dem Autor Werner Skrentny ("Das große Buch der deutschen Fußballstadien") unterstützte Kampagne für eine Umbenennung des Stadions stieß jedoch in der breiten Öffentlichkeit nur auf geringe Zustimmung.[10]

Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist ein Freundschaftsspiel am 20. Juli 2001 zwischen dem damaligen Zweitligisten Schweinfurt 05 und dem israelischen Meister Maccabi Haifa. Das Spiel sollte eigentlich im Hauptstadion stattfinden, musste aber wegen des Stadionnamens auf Wunsch des Gegners auf einen Nebenplatz verlegt werden.[10]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Willy-Sachs-Stadion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Geschichte des FC 05 Schweinfurt. www.schweinfurtfuehrer.de, abgerufen am 28. August 2017.
  2. a b c Der braune Schatten. cicero.de, abgerufen am 28. August 2017.
  3. a b Schweinfurter DFB-Pokalspiel ausverkauft. www.bfv.de, abgerufen am 10. Oktober 2017.
  4. 1. FC Schweinfurt 05: Stadion. www.fcschweinfurt05.de, abgerufen am 28. August 2017.
  5. a b Schweinfurt – Baudenkmäler. geodaten.bayern.de, abgerufen am 5. September 2017 (pdf).
  6. Denkmäler in Bayern. www.sueddeutsche.de, abgerufen am 29. August 2017.
  7. a b Hans Kratzer: Das unentdeckte Feld. In: Süddeutsche Zeitung, 7. Juli 2014, S. R14.
  8. Hauptverwaltung der Fichtel & Sachs AG. In: archINFORM; abgerufen am 5. September 2017.
  9. Willy-Sachs-Stadion. www.schweinfurtfuehrer.de, abgerufen am 28. August 2017.
  10. a b c Der braune Fleck von Schweinfurt. tomkleine.jimdo.com, abgerufen am 28. August 2017.
  11. Schweinfurt Under the Swastika. www.thirdreichruins.com, abgerufen am 28. August 2017 (englisch).
  12. Schweinfurt: Willy-Sachs-Stadion. stadionphotos.blogspot.de, abgerufen am 9. September 2017.
  13. Willy-Sachs-Stadion, 1. FC Schweinfurt 05, Fotos & Infos. stadioncheck.de, abgerufen am 28. August 2017.
  14. Im Schweinfurter Willy-Sachs-Stadion werden gerade die Wellenbrecher errichtet. in-und-um-schweinfurt.de, abgerufen am 29. August 2017.
  15. Saison 1943/1944: WTSV Schweinfurt - SpVgg Fürth. www.kleeblatt-chronik.de, abgerufen am 28. August 2017.
  16. Soccer-Warrios: Wie kann es sein, dass ein Regionalligist nicht mehr in der Regionalliga spielen will. www.soccer-warriors.de, abgerufen am 31. August 2017.
  17. Ein Nazi als Namensgeber. www.spiegel.de, abgerufen am 31. August 2017.
  18. Zu Gast im Stadion eines Nazis. de.indymedia.org, abgerufen am 31. August 2017.