Willy-Sachs-Stadion

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Willy-Sachs-Stadion
Das Willy-Sachs-Stadion in Schweinfurt - drei Stunden vor dem Konzert der Toten Hosen am 20. Juli 2013
Das Willy-Sachs-Stadion in Schweinfurt - drei Stunden vor dem Konzert der Toten Hosen am 20. Juli 2013
Daten
Ort Ander-Kupfer-Platz 2
DeutschlandDeutschland 97422 Schweinfurt, Deutschland
Koordinaten 50° 3′ 5″ N, 10° 12′ 11″ OKoordinaten: 50° 3′ 5″ N, 10° 12′ 11″ O
Eigentümer Stadt Schweinfurt
Eröffnung 26. Juli 1936
Erstes Spiel 1. FC Schweinfurt 05FC Schalke 04 2:2[1]
Renovierungen 2001, 2014
Oberfläche Naturrasen
Architekt Paul Bonatz
Kapazität 15.000 Plätze[2]
Verein(e)
Veranstaltungen

Das Willy-Sachs-Stadion ist ein Fußballstadion im nordwestlichen Stadtteil der bayerischen Stadt Schweinfurt, Unterfranken. Es ist seit seiner Eröffnung 1936 Heimat des 1. FC Schweinfurt 05. Der Verein hat ein vom Spender festgeschriebenes Erstnutzungsrecht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Benannt wurde das Stadion nach Willy Sachs, dem damaligen Generaldirektor und Besitzer der Firma Fichtel & Sachs, der den Bau im Wesentlichen bezahlt hatte. Wegen seiner Verstrickungen mit dem Nationalsozialismus ist der Name heute umstritten. Willy Sachs trat 1933 von der SA zur SS über, seit 1. Mai 1933 war er Mitglied der NSDAP. Er hatte schließlich den Rang eines SS-Obersturmbannführers (1943) und gehörte dem „Freundeskreis Reichsführer SS“ (Heinrich Himmler) an. Bei der Einweihung am 23. Juli 1936 waren unter anderem Heinrich Himmler, Hermann Göring, Reichsorganisationsleiter Robert Ley, sowie der Reichsstatthalter von Bayern Franz von Epp anwesend.[2] Willy Sachs zeigte sich aus Anlass der Stadion-Einweihung in SS-Uniform.

Es handelt sich um ein Stadion mit Leichtathletikanlage, das aber mit den hohen Bäumen, welche die Tribünenwälle umstehen, eine heimelige Atmosphäre vermittelt. Das Fassungsvermögen beträgt zurzeit 16.500 Zuschauer, darunter 860 auf Sitzplätzen auf der überdachten Haupttribüne. Der Zuschauerrekord stammt noch aus dem Jahr 1936, als 22.500 Zuschauer zu einem Gastspiel des 1. FC Kaiserslautern ins Willy-Sachs-Stadion pilgerten.[1] Außer für Sport- und Konzertveranstaltungen diente das Stadion gelegentlich auch als Aufmarschfläche bei Zeremonien der benachbarten US-Garnison.

Zu den unrühmlicheren Kapiteln in der Geschichte des Stadions gehört eine Fußballpartie am 20. September 2001 zwischen dem damaligen Zweitligisten 1.FC Schweinfurt 05 und dem israelischen Meister Maccabi Haifa. Das Spiel sollte eigentlich im Stadion selber stattfinden, wurde aber wegen des Namens und der Entstehungsgeschichte des Stadions dann auf einen Nebenplatz verlegt.

Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 war das Willy-Sachs-Stadion das Trainingsgelände der tunesischen Fußballnationalmannschaft.

In der Regionalliga Saison 2008/09 trug auch der TSV Großbardorf seine Heimspiele im Willy-Sachs-Stadion aus, weil der Sportplatz in Großbardorf nicht die DFB-Kriterien erfüllte.

Sanierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die Auflagen für die 2. Bundesliga zu erfüllen, wurde das Stadion im Sommer 2001 saniert. Die Stufen der Stehränge wurden erneuert und eine Flutlichtanlage auf vier Masten installiert. Zudem wurde ein abgetrennter Gästeblock mit separatem Eingang eingerichtet. Von der Schweinfurter Industrie wurde eine elektronische Anzeigetafel gespendet.[1]

Ende September 2014 wurden Wellenbrecher auf den Stehrängen installiert, welche das Platzangebot des Stadions von ursprünglich 15.050 (vor dem Umbau durch Auflagen auf 6.207 beschränkt) auf 16.500 Steh- und Sitzplätze erhöhte.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Willy-Sachs-Stadion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c fcschweinfurt05.de: Willy-Sachs-Stadion (Memento vom 15. September 2011 im Internet Archive)
  2. a b fcschweinfurt1905.de: Stadion