Willy Michl

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Willy Michl auf dem Heimatsoundfestival im August 2015

Willy Michl (* 9. Juli 1950 in München als Wilhelm Karl Michl[1]) ist ein bayerischer Liedermacher und ein Münchner Original. Er gilt als Trendsetter und Urheber des Musikgenres Bayerischer Blues. Willy „Sound of Thunder“ Michl ist ein nicht industriell vermarkteter deutsch- und englischsprachiger Liedermacher, Komponist, Textdichter, Sänger und Gitarrist, Buchautor, bildender Künstler und Musikproduzent. Seit 1998 ist er, mit Unterbrechungen, Geschäftsführer der MATOPA Kunst & Musik GmbH.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Willy Michl wuchs die ersten Jahre im Zentrum Münchens bei seinen Großeltern auf. Ab 1953 wohnte er im Hause der Eltern in München-Trudering. 1958 zog die Familie in den Stadtteil Giesing nahe der Isar. Von 1961 an besuchte Willy Michl das Albert-Einstein-Gymnasium. Hier erlernte und spielte er Violine und Kontrabass, später wechselte er zur Gitarre und begleitete damit seinen Gesang.

Seine Musik ist beeinflusst von Jazzgrössen wie Louis Armstrong, Glenn Miller und Benny Goodman, insbesondere aber auch von Rock ’n’ Roll Stars wie Bill Haley und Elvis Presley. Außerdem haben Willy Michl die Beatles, Rolling Stones, deutsche Stars wie Udo Jürgens und Drafi Deutscher, aber auch Barry McGuire und Bob Dylan in seinen Anfängen inspiriert. Als Kind hatte Willy Michl amerikanische und englische Musik verinnerlicht, die im AFN (American Forces Network) ausgestrahlt wurde, und sich für Beatmusik, Rock ’n’ Roll, Soul, Jazz und Blues begeistert. Als Jugendlicher und als junger Erwachsener war er bis in die 1980er Jahre in verschiedenen Soul- und Jazz-Clubs der Besatzungssoldaten in München zu Gast.

Ende der 1960er Jahre diente er bei der Gebirgstruppe der Bundeswehr in der Fernmeldeausbildungskompanie 1/8 1.GD. Nach seiner Wehrdienstentlassung 1972 heiratete er Eva Vera Rath, Solotänzerin und Primaballerina des Staatstheater am Gärtnerplatz.
Es gelang ihm, als Entertainer ein erstes lokales Stammpublikum zu gewinnen. Seit 1971 tritt er in Münchner Szene-Lokalen auf. 1974 brachte er seine erste Platte Blues goes to Mountain heraus. Die Plattenaufnahmen fanden in den Union Studios München-Solln statt. Produzent war Gerhard Mendelson. Es folgen 1975 Blues & Balladen, sowie 1976 Willy Michl LIVE.
1978 löste Willy Michl seinen Exklusiv-Plattenvertrag einvernehmlich auf und produzierte auf eigenem Label „Michl Records“ seine erste Indie-Scheibe. Das Doppelalbum Ois is Blues wurde im Eigenvertrieb 30.000 mal verkauft und machte den Liedermacher berühmt. Willy Michl gilt als erster deutscher INDIE (Independent - nicht von einer Industrie vermarkteter Künstler). 1983 folgt die Doppel-LP „Die Antwort - Seele Rhythm & Blues“.[2]

Als Liedermacher hat er eine eigene Signifikanz entwickelt, er verband originale Bluesmusik mit der Bayerischen Muttersprache seiner Heimat, in einer eigenen nicht imitierten Stilistik. Willy Michl wurde seither als Bayerischer Bluessänger bekannt und später berühmt.
1993 heiratete er seine zweite Frau Cora-Mathilde Riehl. Die ehemalige Modeverkäuferin bei Lily Farouche ist Muse und Managerin des Künstlers; das Ehepaar ist immer noch zusammen.
Auf seiner DP Ois is Blues bringt er seinen Song Isarflimmern, der heute nicht nur in Bayern Kultstatus besitzt. Der Titel der Platte Ois is Blues wird zu einem geflügelten Wort, und speziell der Song Isarflimmern über die Isar wird im Laufe der Jahre zu einer inoffiziellen Münchner Stadthymne[3]; das Lied ist überregional und international bekannt. Willy Michl ist nicht nur damit, sondern auch mit seinen vorangegangenen LPs Urheber und Trendsetter des Musik-Genres „Bayerischer Blues“, einer Stilrichtung, die später im BR als Alpenrock bezeichnet wird, und in neuerer Zeit mit dem Titel Heimatsound erscheint. Der bekannteste Song Willy Michl's ist das Bobfahrerlied, das von Tim Toupet in einer TV-Sendung der BBC in London aufgeführt wurde.
Willy Michl war Vorreiter einiger berühmter Künstler aus Bayern wie z.B. Konstantin Wecker, Spider Murphy Gang, Georg Ringsgwandl und Haindling, aber auch Hubert von Goisern und anderer, einer vielfältigen Musikszene rund um München und im gesamten Alpenraum. Willy Michl und Wolfgang Ambros werden als „Urgestein des Alpenrock“ angesehen.
Die Sängerin Claudia Koreck trat mit Willy Michl, und Hans-Jürgen Buchner am 3. Juni 2015 bei der Präsentation der 2. Heimatsound-CD im Funkhaus des BR auf. Hier sangen die Künstler gemeinsam das Lied „Sag mir wo die Blumen sind“. Willy Michl ist seit Jahrzehnten auf „Neverending Tour“. Er gab seit 1972 weit über 5000 Konzerte. Seit dem Millennium 2000 tritt der Künstler etwa fünfzig mal im Jahr auf.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der größte Teil aller Willy Michl Texte, insbesondere „Ois is Blues“ und „Die Antwort“ - sowie alle neuen, nicht auf Tonträger veröffentlichten Songs, stammen von ihm selbst. Die Texte der ersten drei LPs wurden teilweise auch von Rudolph Bengert geschrieben. Auf der LP LIVE 76 sind auch Songs von Georg Ringsgwandl und Herbert Mühldorfer im Repertoire. Die Musik seiner Lieder ist durchweg nur von ihm selbst komponiert. Michl gilt als hervorragender Komponist. Die Lieder des Bluesbarden Willy Michl entstammen der Welt eines Freiheitssuchers und sind geprägt vom Naturerleben, aber auch dem Erscheinungsbild der Gesellschaft, in Stadt und Land.
Die Auftritte des Blues-Sängers Willy Michl sind spontankreativ, es gibt keine Setlist. Willy Michl ist ein exzellenter Gitarrist, der auch musikalisch als Performer eine hochwertige Show bietet. Dies wird von Presse und Medien immer wieder bestätigt. 1994 schrieb die Abendzeitung München: „Willy Michl, gnadenlos ehrlich, gnadenlos verrückt, gnadenlos anstrengend und gnadenlos genial“. 1977 gab der BR ihm den Titel „Bluesbarde“. Willy Michl bringt Bluesgesänge und Balladen, aber auch internationale Hits. Seine Talkingblues sind geprägt von Humor und Gesellschaftskritik, er hat allerdings auch tragische und sehr ernste Themen. Er trägt stets seine selbst entworfene Kleidung im indianischen Stil bei seinen Auftritten und zu besonderen Anlässen hat er immer Adlerfedern im Haar, bei Konzerten zumeist sieben Federn.
Willy Michls wichtigste Themen sind Freiheit, Liebe und Frieden, sowie Respekt und Ehre gegenüber der Erde und allen Wesen. Michl verlangt auch, dass Tiere und Pflanzen als fühlende Wesen anerkannt, und dementsprechend behandelt werden. Er wendet sich seit Anbeginn seiner Musikerlaufbahn gegen Rassismus, Fremdenhass und Ungerechtigkeit. Bei jedem Konzert betont er: „Wir dürfen uns nicht gegenseitig verletzen, wir müssen uns lieben, respektieren und ehren“. Nur das, so sagt er, sind die Grundbedingungen für ein Leben in Frieden, Freiheit und Harmonie.
Mit neuen Liedern, wie Der Seher, Indian Summer, Canoé, König Ludwig II. und Songs wie Der Gral, Phoenix, Rainbow Rider und vielen mehr, eröffnet er eine progressive Weltensicht, die sich auch aus indigenen Weltanschauungen ergibt.

1978 erhielt er die goldene Anstecknadel der Abendzeitung München für seinen Bayerischen Blues und 1982 wurde er mit dem Schwabinger Kunstpreis bedacht. 1983 erhielt er den Journalisten-Preis des ORF für seinen Auftritt bei Kärnten International.

Seinen ersten Auftritt als TV-Filmschauspieler hatte er 1987 in zwei Folgen von Franz Xaver Bogners Zur Freiheit. Darin sang er die Hymne Isarflimmern und seinen damaligen Hit Bella Signorina. 2007 und 2008 war er in den Folgen Schonzeit sowie Bulle und Bär der Fernsehserie Der Bulle von Tölz als Schulfreund Walter Bruckner von Benno Berghammer (Ottfried Fischer) zu sehen.

Seit Mitte der 1980er Jahre ist Willy Michl auch als Schriftsteller tätig. Im Jahr 2000 erscheint seine Autobiographie Traumwanderer (Nymphenburger Verlag).

2013 präsentierte Willy Michl seine erste Vernissage als bildender Künstler in München Schwabing in der Galerie Roucka mit ISARINDIAN PAINTINGS. Am 13. November 2014 fand eine Vernissage im ACC Amberg statt, mit ISARINDIAN PAINTINGS und LIVING OBJECTS und Fotografien, auch seiner Frau Cora. Die Ausstellung dauerte bis 2. Januar 2015 und wurde von Presse und Medien beachtet.
2014 brachte Willy Michl auf seinem Label „Michl Records“ drei BEST OF WILLY MICHL CDs original Willy Michl Hits heraus: BLUESINFUSION Vol.1 und Vol.2 sowie NEW BOOTLEGGER. Diese Tonträger gibt es nicht im kommerziellen Musikmarkt auf üblichen Vertriebswegen, sondern werden nur INDIE auf dem Portal der Matopa Kunst und Musik GmbH angeboten.

Im März 2017 wurde Willy Michl beim ersten Bayerischen Dialektpreis mit einem Sonderpreis geehrt.[4]

Willy Michl ist auch der Direktor des EVA-Musikverlages seiner Mutter.

Diskographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1973: Blues goes to mountain
  • 1974: I could cry vor lauta Bluus (mit Peter Jakobi und Blues & Ballads)
  • 1974: Blues und Balladen
  • 1975: Willy Michl Live
  • 1979: Ois is Blues[5] (Übersetzung für Nichtbayern: Alles ist Blues)
  • 1982: Die Antwort – Bluesmann Live 1982[6]
  • 1984: Bobfahrer-Lied[7]
  • 1988: Ois is Blues ′88 (Überarbeitete Neuauflage)
  • 1998: Bootlegger
  • 2007: Isarflimmern (Lesung aus Traumwanderer – Doppel-CD)
  • 2008: Den Sie Willy Michl Nennen
  • 2014: Bluesinfusion VOL.1 & VOL.2
  • 2014: Bootlegger 2014

Filmographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2014/2015: Amberger Congress Centrum - The other face - ISARINDIAN PAINTINGS[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Willy Michl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.moneyhouse.de/MATOPA-Kunst-und-Musik-Gesellschaft-fuer-Produktion-Vermarktung-Vermietung-Vertrieb-und-Management-mbH-Muenchen/genannt-Willy-Michl-Wilhelm-Karl
  2. Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  3. 2015: Isarflimmern beim Heimatsound Festival 2015. Abgerufen am 13. August 2015.
  4. Michael Bartmann: Heißmann & Rassau und Willy Michl ausgezeichnet. Bayerischer Rundfunk, 20. März 2017, abgerufen am 21. März 2017.
  5. DNB 355510839
  6. Homepage Willy Michl
  7. DNB 351398988
  8. ISARINDIAN PAINTINGS. Abgerufen am 29. Februar 2016.