Willy Wimmer

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Willy Wimmer (1990)

Willy Wimmer (* 18. Mai 1943 in Mönchengladbach) ist ein deutscher Politiker der CDU, der 33 Jahre dem Bundestag angehörte. Zwischen 1985 und 1992 war er erst verteidigungspolitischer Sprecher der CDU/CSU und dann Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung. Von 1994 bis 2000 war er Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

Bildungsweg und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Willy Wimmer stammt aus Mönchengladbach, studierte nach dem Abitur am Gymnasium in Rheydt-Odenkirchen Rechtswissenschaft an der Universität Köln und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Nach dem ersten juristischen Staatsexamen und dem Referendariat legte er das zweite Staatsexamen ab und ist seit 1977 als Rechtsanwalt in Mönchengladbach-Rheydt tätig.

Politische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eintritt in die CDU, Parteiämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wimmer trat 1959 in die CDU ein und engagierte sich zunächst in der Jungen Union (JU) als Mitglied im JU-Landesvorstand Rheinland und Vorsitzender des JU-Bezirksverbandes Niederrhein. Von 1986 bis 2000 war Wimmer Vorsitzender des CDU-Bezirksverbandes Niederrhein, seitdem ist er Ehrenvorsitzender.

Kommunalpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wimmer gehörte von 1969 bis 1980 dem Stadtrat von Mönchengladbach und von 1975 bis 1976 auch der Landschaftsversammlung des Landschaftsverbandes Rheinland an.

Bundestagsabgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1976 bis 2009 war Wimmer ununterbrochen Mitglied des Deutschen Bundestages. Er zog erstmals 1976 als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Rheydt – Grevenbroich II in den Bundestag ein. Bei den Bundestagswahlen von 1980 bis 1998 gewann er stets das Direktmandat im Wahlkreis Neuss II. Bei den Wahlen von 2002 und 2005 gewann er das Direktmandat im Wahlkreis Krefeld I – Neuss II. 2005 erreichte er hier 47,4 % der Erststimmen.

Politische Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verteidigungspolitischer Sprecher

Wimmer war von April 1985 bis Dezember 1988 verteidigungspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und konnte internationale Kontakte knüpfen, auf die er später als Parlamentarischer Staatssekretär (1988–1992) unter Verteidigungsminister Gerhard Stoltenberg und als OSZE-Vizepräsident (1994–2000) aufbauen konnte.

Parlamentarischer Staatssekretär

Vom 19. Dezember 1988 bis 1. April 1992 war Wimmer Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung mit den besonderen Schwerpunkten: Integration der Streitkräfte in Deutschland und Zusammenarbeit mit der Westgruppe der Truppen (ehemals Sowjetunion, nunmehrige Gemeinschaft Unabhängiger Staaten) im Kabinett Kohl III und Kabinett Kohl IV. Am 1. April 1992 schied er gemeinsam mit dem damaligen Bundesverteidigungsminister Gerhard Stoltenberg aus dem Amt.

OSZE

Wimmer war Stellvertretender Leiter der Delegation des Deutschen Bundestages bei der Parlamentarischen Versammlung der OSZE und war von Juli 1994 bis Juni 2000 Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der OSZE.

Politische Isolierung in der Fraktion und Ausscheiden aus der Politik

Seit den 90er Jahren, vor allem seit den Jugoslawienkriegen, kritisierte Wimmer in außen- und sicherheitspolitischen Fragen immer deutlicher die Partei- und Fraktionslinie. Er beklagte sich darüber, dass ihn die Fraktion mit Sanktionen belegt hätte: Er habe nicht mehr reden dürfen, habe Dienstreisen gestrichen bekommen und sei durch die Fraktionsführung isoliert worden. In diesem Zusammenhang kritisierte er einen restriktiven Umgang mit den Rechten von Abgeordneten und sah darin eine Gefährdung der parlamentarischen Demokratie. „Wenn man Leute aus den parlamentarischen Beratungen ausschließt, indem sie vor dem Parlament nicht mehr reden dürfen und sie aus dem Ausschuss geworfen werden, wenn sie dort den Mund aufmachen, trägt das dazu bei, dass unser parlamentarisches System verkommt.“[1]

Zur Bundestagswahl 2009 trat er überraschend nicht mehr an. Nach eigenen Angaben hatte diese Entscheidung keine politischen Gründe.[2]

Andere Funktionen, Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wimmer war Mitglied des Beirats der IKB Deutsche Industriebank AG, Düsseldorf, und Mitglied des Internationalen Beirates von Morgan Stanley, London[3]

Er ist neben dem früheren stellvertretenden Finanzminister der Vereinigten Staaten von Amerika Paul Craig Roberts und John W. Whitehead (Präsident des Rutherford Institute) Mitglied der Redaktion der Onlineplattform „Cashkurs“ des Börsenmaklers und Publizisten Dirk Müller.[4]

Neben der Autorenschaft im Compact (Magazin) nahm Wimmer auch 2014 an deren Konferenz teil.[5][6] Zudem war er mehrmals Interview-Partner des Moderators Ken Jebsen.

Politisches Wirken und Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

NATO-Übung WINTEX 1986[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Verteidigungsminister übungshalber nahm Wimmer 1986 an der NATO-Übung WINTEX im Atombunker („Dienststelle Marienthal“) der Bundesregierung teil. Im Verlaufe dieser NATO-Übung habe das NATO-Hauptquartier in Brüssel die Zustimmung zu einem Einsatz von Nuklearwaffen gegen Dresden und eine weitere ostdeutsche Großstadt erbeten. Wimmer lehnte es ab, sich weiter an der Planung eines Atomwaffeneinsatzes auf deutschem Boden zu beteiligen. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl habe daraufhin entschieden, dass sich die Vertreter der Bundesregierung sofort aus der weiteren Übung zurückziehen sollten. Die Übung sei dann ohne deutsche Beteiligung fortgesetzt worden.[7][8][9][10]

Vereinigung von Ost- und West-CDU[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der umstrittenen Fusion der DDR-Blockpartei Ost-CDU mit der West-CDU spielte Wimmer eine entscheidende Rolle als Schrittmacher der Entwicklung. De Maizières Begegnung schon am 27. Januar 1990 in Neuss mit Wimmer „schlug im Adenauer-Haus wie eine Bombe ein“. Wimmer beabsichtigte, Kohl zusätzlich unter Druck zu setzen. De Maizière hob Wimmer gegenüber hervor, dass für den Wahlkampf der Ost-CDU die Unterstützung durch die Bundes-CDU entscheidend sei.[11] Wimmer sollte ein Gespräch zwischen den beiden Vorsitzenden vermitteln, das die West-CDU bis dahin vermieden hatte. De Maizière hatte bereits zu einer Pressekonferenz nach dem Gespräch eingeladen, auf der er das Scheitern der Verhandlungen zwischen beiden Parteien öffentlich machen wollte. "Wimmer musste handeln und rief Kohl an. Daraus wurde wenig später das Wahlbündnis ‚Allianz für Deutschland‘, das am 18. März die Volkskammerwahl in der DDR gewann und den Weg in die deutsche Einheit ebnete. Daraus wurde zuerst die Kooperation, dann das Zusammengehen der beiden CDU."[12]

Der Weg der NVA in die Bundeswehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seiner einschlägigen Monografie[13] und in der Dokumentation der Äußerungen eines Zeitzeugenforums durch den Militärhistoriker Hans Ehlert[10] wird aus der Sicht Wimmers dargestellt, dass er die meisten Punkte des Verhandlungsprogramm des Verteidigungsministeriums durchsetzen konnte. Er scheiterte allerdings mit seinem Konzept, ausgewähltes Spitzenpersonal der NVA in die Bundeswehr zu übernehmen, das seiner Vorstellung einer Wiedervereinigung der Institutionen entsprochen hätte. Ursprünglich hatten DDR-Offiziere gegenüber Wimmer die Übernahme der NVA in die Bundeswehr vorgetragen.[14] Bertram Wieczorek, Wimmers DDR-Pendant, lobte Wimmers umfassenden Bericht der Ereignisse, der frei von Legendenbildung sei.[15] Wimmers Absicht, Generale und Admirale aus der NVA in die gemeinsamen Streitkräfte zu übernehmen, scheiterte seiner Aussage nach am Einspruch Hans-Dietrich Genschers. Einige Generale und Admirale der NVA seien für mehrere Jahre als Berater beim Bundesministerium der Verteidigung eingesetzt, dann aber auf Wunsch der NATO entfernt worden. [16] Bei der Umkleidung der NVA-Soldaten in Westuniformen sei Wimmer nach eigener Darstellung gegen die Tricks und Kniffe der Militärbürokratie vorgegangen, die diesen Vorgang behindert hätten. [17]

Kosovo-Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1999 gehörte er zu den deutschen Politikern, die sich gegen eine militärische Beteiligung Deutschlands am Kosovo-Krieg aussprachen. Wimmer sprach von einem „ordinären Angriffskrieg“ und warf insbesondere Außenminister Joschka Fischer und Verteidigungsminister Rudolf Scharping schwerwiegende Manipulation vor.

Schröders Regierung sei aufgrund des von den USA ausgeübten Druckes und der von der Vorgängerregierung eingegangenen Verpflichtungen nicht handlungsfähig gewesen. Mit Helmut Kohl hätte die NATO eine andere Entscheidung fällen müssen.[18] Zudem wirft Wimmer der NATO-Führung vor, über die Verhandlungen in Rambouillet die Bundesrepublik Jugoslawien unter Bruch der Wiener Übereinkommen zu internationalen Verhandlungen genötigt zu haben, um das „NATO-Diktat“ über den Durchmarsch durch Jugoslawien durchzusetzen. Nach Ansicht Wimmers waren die Verhandlungen von Rambouillet und die Toten von Racak nur der Vorwand zum Krieg gewesen, der wenige Wochen später mit der Bombardierung Belgrads folgte.[19] Durch solche Entwicklungen, so befürchtete Wimmer, würde Macht vor Recht ergehen und die internationale Rechtsordnung ausgehebelt werden.[20] Wie andere Gegner des NATO-Krieges gegen Jugoslawien (z. B. Edward S. Herman,[21] Diana Johnstone, Noam Chomsky[22]) sieht auch Willy Wimmer die Frage der Menschenrechtsverletzungen als vorgeschobene Legitimation für die Aushebelung völkerrechtlicher Grundlagen durch die westliche Allianz an.[23][24] Dabei wird teilweise auch das berichtete Ausmaß oder grundsätzliche Vorliegen einer „humanitären Katastrophe“ für die Situation im Kosovo insbesondere vor Beginn des NATO-Krieges gegen Jugoslawien in Frage gestellt, das eine militärische Intervention hätte rechtfertigen können.[25]

2003 zog Wimmer in einem gemeinsam mit Peter Gauweiler verfassten offenen Brief an die CDU/CSU-Bundestagsfraktion Parallelen zum Irak-Krieg: „Sowohl die Intervention der USA im Irak als auch die Bombardierung Jugoslawiens und seiner Hauptstadt Belgrad durch die NATO geschah ohne Mandat der Vereinten Nationen. Dies ist von der deutschen Völkerrechtslehre zutreffend und mit Nachdruck als völkerrechtswidrig bewertet worden.“[26] Im Irak-Krieg sei die Weltöffentlichkeit mit der Unwahrheit bedient worden. Eine vergleichbare Überprüfung der Aussagen deutscher Amtsträger während des Bundeswehreinsatzes gegen Jugoslawien habe es im Bundestag bis heute nicht gegeben.

Irak-Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurz vor Ausbruch des Irakkriegs reiste Wimmer vom 8. bis 11. März 2003 mit Peter Gauweiler nach Bagdad. Die Einladung dazu kam vom Nuntius von Bagdad über Kardinal Ratzinger mit Wissen und Zustimmung des Papstes Johannes Paul II. Offiziell reisten sie nicht in politischer Funktion, sondern als Christen, und besuchten christliche Gemeinden. Wimmer kritisierte in Bagdad den möglichen Alleingang der USA: „Wenn die Regeln der Vereinten Nationen nicht mehr eingehalten werden, dann ist das der Aufbruch in ein Zeitalter des Faustrechts, der Aufbruch in eine neue Barbarei.“[27][28][29] Der Unionsspitze hatte Wimmer schon vorher vorgeworfen, sie argumentiere teilweise, „als befände man sich bereits auf einem Feldherrenhügel vor Bagdad“. Wimmer war einer von fünf Abweichlern von der CDU-Linie der Unterstützung der USA.[30] Wimmer sah als Folge des Eingreifens der USA eine Konfrontation voraus, „bei der zwei Kulturkreise unserer Welt, die untereinander auf Kooperation angewiesen sind, für Generationen in eine bedingungslose Feindschaft geraten. Die Auswirkungen können bis an den Rand eines globalen Konfliktes führen.“[31]

Klage gegen den Tornado-Einsatz in Afghanistan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unmittelbar nach dem Beschluss des Bundestages am 9. März 2007, die NATO-Truppe in Afghanistan durch den Einsatz von Tornado-Flugzeugen zu unterstützen, reichte er gemeinsam mit dem Abgeordneten Peter Gauweiler (CSU) dagegen Klage beim Bundesverfassungsgericht ein.[32] Gleichzeitig wurde ein Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gestellt.[33] Die Abgeordneten machten geltend, der Tornado-Einsatz führe zu einer stillschweigenden Änderung des NATO-Vertrags, die mit dem allgemeinen Gewaltverbot der UN-Charta und des Völkergewohnheitsrechts nicht vereinbar sei und gegen die Artikel 24, 25 und 26 des Grundgesetzes verstoße, wodurch Deutschland völkerrechtswidrige Aktionen der USA unterstütze. Eine Änderung des NATO-Vertrags bedürfe der expliziten parlamentarischen Zustimmung. Da dies nicht geschehen sei, seien die Rechte der Abgeordneten verletzt.[34] Prozessbevollmächtigter im Organstreitverfahren war Dietrich Murswiek.

Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung wurde am 12. März vom 2. Senat des Bundesverfassungsgerichts abgewiesen, weil die in der Hauptsache gestellten Anträge unzulässig seien. Soweit die Antragsteller geltend machen, die Bundesregierung habe Rechte des Bundestages verletzt, seien sie als einzelne Abgeordnete nicht befugt, Rechte des Bundestages geltend zu machen. Soweit sie die Verletzung eigener Rechte geltend machen, fehle es an deren schlüssiger Darlegung.[35]

Kritik an der Ukraine-Politik der USA und ihrer Darstellung in den Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wimmer kritisiert die außenpolitische Haltung der USA gegenüber Russland in der Ukraine-Krise 2014. Durch die Politik der ukrainischen Regierung könne die Krise seiner Meinung nach nicht gelöst werden. Wimmer interpretiert die Haltung der USA in der Ukraine als Vorbereitung eines Krieges, bei dem mit der Ukraine ein Riegel zwischen EU und Russland vom Baltikum bis zum Schwarzen Meer komplettiert werde. Kritik äußerte Wimmer auch an den westeuropäischen "Leitmedien".[36] Unter anderem nahm er Bezug auf ein seiner Auffassung nach bestehendes „NATO-Netzwerk“ in den deutschen Medien.[37]

Wimmer bezieht sich bei seinen Analysen zu Osteuropa auf seine Erfahrungen aus der Bratislava-Konferenz („Is Euro-Atlantic Integration Still on Track? Opportunities and Obstacles“, 28. bis 30. April 2000), die von der Spitze des US-Außenministeriums und dem Think Tank American Enterprise Institute zu den Schwerpunktthemen Balkan und NATO-Ostexpansion veranstaltet worden war: Bei dieser Konferenz hatten hochrangige Politiker ihre Pläne zur Durchsetzung ihrer geostrategischen Interessen vorgestellt.[38][39][40][41]

Libyen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem seiner Interviews für das deutschsprachige Programm des iranischen Rundfunks äußerte Wimmer, der Einsatz der USA gegen Gaddhafi sei vor allem darin begründet gewesen, dass Libyen sich vom Dollar als Reservewährung abgekoppelt hatte.[42]

EU[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wimmer ist der Meinung, seit der großen Finanzkrise in den USA müsse man davon ausgehen, dass alles unternommen werde, die EU „auseinanderzutreiben“. „Die USA wollen unter keinen Umständen andere Währungen wie den Euro als Reservewährung auf der Welt sehen.“ Vor diesem Hintergrund sei die Wechselkurs-Entwicklung[43], die der Euro Frühjahr 2008 genommen habe, den USA ein Dorn im Auge. Die EU seien außerdem eine Staatengruppe, die auf Weisung der Vereinigten Staaten die Sanktionen gegenüber Russland verhängt habe, um Interessen der USA gegenüber der Russischen Föderation durchzusetzen. Sie seien keineswegs ein neutraler Faktor, sondern selbst Konfliktpartei.[42]

Kabinette[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Laß uns dir zum Guten dienen... Der Weg der NVA in die Bundeswehr. Neusser Zeitungsverlag/ Druck + Verlag Josef Wegener, Dormagen 2000, ISBN 3-9803165-6-4.
  • mit Wolfgang Effenberger: Wiederkehr der Hasardeure: Schattenstrategen, Kriegstreiber, stille Profiteure 1914/2014. zeitgeist Print & Online, Ingelheim am Rhein 2014, ISBN 978-3-943007-07-7.
  • Vorwort zu: Wolfgang Effenberger: Das amerikanische Jahrhundert, Teil 2: Wiederkehr des Geo-Imperialismus? Mit einem Vorwort von Willy Wimmer. Grin Verlag GmbH 2011, ISBN 978-3-640-90215-6

Historisch-Anekdotisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenn man sich mit Willy Wimmer über sensible Themen unterhielt, habe er gerne gewarnt: „Vorsicht, der CIA hört mit.“ Handys sollten in einen Kühlschrank gelegt werden. Nur so könne verhindert werden, dass jemand über die Mobiltelefone das Gespräch verfolge. Er sei deswegen nicht sonderlich ernst genommen worden, seine amerikakritische Haltung war bekannt. Am 26. Oktober 2013 während der Handy-Affäre um Kanzlerin Angela Merkel kommentierte die Frankfurter Rundschau: „Jetzt sind die Zeiten des Spotts vorbei.“[44]

Während der CDU-Spendenaffäre warf Willy Wimmer der Parteiführung „mangelndes Familiengefühl“ vor. Er vermutete, dass Angela Merkel und Wolfgang Schäuble sich über die Affäre von Kohl abzunabeln versuchten. Seiner Meinung nach war jedoch die Bindung der Partei an Kohl stärker: „Hier geht es nicht um Ödipus oder Ödipussi, hier geht es um die Zukunft der CDU“.[45]

Das Ende des Kalten Krieges führte zu der Frage nach der neuen internationalen Verantwortung Deutschlands und des Sicherheitsbündnisses. Wimmers Horrorvision war nun statt der Nuklearwaffen der Sowjetunion, dass sich Hunderttausende oder gar Millionen aus den Hungergürteln Asiens und Afrikas auf den Weg ins reiche Westeuropa machen könnten. Bei der Bundeswehr äußerte man Kritik an Wimmers Vorstellungen: "Es kann doch nicht unser Job sein, am Brenner schwarze Horden abzuwehren." Und als "Führungsmacht" für Einsätze rund um den Globus tauge die künftige Armee der Deutschen schon gar nicht.[46]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Willy Wimmer ist verheiratet und hat einen Sohn.[47]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Interview: »Achtet mal darauf« (WILLY WIMMER Nach 33 Jahren im Bundestag fordert der CDU-Politiker größeren Respekt gegenüber frei gewählten Abgeordneten), Das Parlament, 2009, Nr. 29/30, abgerufen am 13. Dezember 2014
  2. Ludger Baten: Abschied von Berlin: Ein gestandener Mann: Nach über 32 Jahren in der Politik tritt Willy Wimmer nicht mehr für den Bundestag an. In: NGZ. 24. Oktober 2008, abgerufen am 12. Dezember 2014.
  3. abgeordnetenwatch.de: Willy Wimmer (CDU), Abgeordneter Bundestag 2005–2009.
  4. cashkurs.com: Autoren, abgerufen am 16. Februar 2015.
  5. Weltpremiere oder Weltverschwörung: Die Compact Konferenz in Berlin, Zeit Online am 23. November 2012
  6. Ein Netzwerk für Putin und Pegida, tagesspiegel.de vom 16. August 2015.
  7. Atombombeneinsätze gegen ostdeutsche Städte? Pressemitteilung der IALANA vom 17. Juli 2009 zur Erklärung von Willy Wimmer (MdB, CDU) über das WINTEX/FALLEX-Manöver der NATO von 1986 (Wortlaut). Blätter, September 2009, Seite 123–124.
  8. Störrischer Musterknabe. Der Spiegel, Heft 48, 27. September 1989.
  9. O. E. Schütz: Ein Kämpfer für den Frieden in der Welt. Rheinische Post, 23. November 2013. Zitat: [Wimmer 1989:] „Ich konnte selbst im Planspiel eines eskalierenden Ost-West-Konflikts in der Rolle des Verteidigungsministers nicht vertreten, dass die NATO in einem atomaren Erstschlag Dresden und Potsdam angriff. Mir war klar, dass bei einem wirklichen, auch nur konventionellen Krieg von Deutschland nichts übrig bliebe.“ Bundeskanzler Kohl schloss sich Wimmer an, Deutschland stieg drei Tage vor Ende der Winterübung aus.
  10. a b Hans Gotthard Ehlert: Armee ohne Zukunft. Ch. Links Verlag, 2002, ISBN 978-3-861-53265-1, S. 68 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  11. Hanns Jürgen Küsters (Konrad-Adenauer-Stiftung): DIE ÄRA KOHL IM GESPRÄCH. Die Vereinigung von CDU (Ost) und CDU (West) 1990. Ausgearbeitete Fassung eines Vortrags vom 30. September 2010 in Berlin, Historisch-Politische Mitteilungen 18/2011.
  12. FRANK PERGANDE: Rezension: Sachbuch Die Daumen der Hardthöhe. FAZ, 13. März 2001.
  13. Willy Wimmer: Laß uns dir zum Guten dienen. Der Weg der NVA in die Bundeswehr., Neusser Zeitungsverlag, Dormagen 2000. ISBN 978-3-9803165-6-9
  14. Wolfgang Jochims: Die DDR im Umbruch. epubli, 2013, ISBN 978-3-844-26260-5, S. 149 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  15. Rp Online: CDU-Abgeordneter Willy Wimmer stellte sein Buch vor: Weg der NVA in die Bundeswehr. In: rp-online.de. 17. November 2000, abgerufen am 6. März 2016.
  16. museumsmagazin online: Der Weg der NVA in die Bundeswehr. In: museumsmagazin.com. 16. Juli 1990, abgerufen am 6. März 2016.
  17. Redaktion: MilitärSchwer zu verdauen. Ohne Begeisterung übernimmt die Bundeswehr die NVA. Minister Stoltenberg weiß noch nicht, wie viele neue Soldaten unter seinem Kommando stehen. In: Der Spiegel. Nr. 41, 1990 (online).
  18. Franziska Krämer: Die Politik Deutschlands in der Kosovofrage. Potsdam 2009, S. 84f.
  19. Willy Wimmer: Die Schlafwandler werden zu Traumtänzern. auf: nachdenkseiten.de, 29. Juni 2014.
  20. Hans Springstein: Wimmer: Für USA geht Macht vor Recht. auf: freitag.de, 25. April 2014.
  21. Philip Hammond, Edward S. Herman (Hrsg.): Degraded Capability: The Media and the Kosovo Crisis. Pluto Press, London/ Sterling 2000, ISBN 0-7453-1632-8.
  22. Kommando-Unternehmen Angst (Memento vom 19. Januar 2013 auf WebCite). Wochenzeitung, 27. Dezember 2002, von Stefan Fuchs, archiviert vom Original am 19. Januar 2013.
  23. „Ordinärer Angriffskrieg im Kosovo“ (Memento vom 19. Januar 2013 auf WebCite). NGZ online, 13. Februar 2001, archiviert vom Original am 19. Januar 2013.
  24. Willy Wimmer, in: „Die Amerikaner empfinden sich als Nachfolger Roms“ – Strategische Konfliktmuster auf dem Balkan – „Blätter“-Gespräch mit Willy Wimmer. Blätter für deutsche und internationale Politik, 9/2001, S. 1054–1065 [Sonderdruck: S. 2–13.], Gesprächsführung von Karl D. Bredthauer und Margund Zetzmann
  25. Heinz Loquai: Der Kosovo-Konflikt – Wege in einen vermeidbaren Krieg: die Zeit von Ende November 1997 bis März 1999. Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2000, ISBN 3-7890-6681-8.
  26. Brief der Bundestagsabgeordneten Peter Gauweiler und Willy Wimmer unter dem Betreff „24./25. März als 5. Jahrestag des Krieges gegen die damalige Bundesrepublik Jugoslawien, 18. März als erster Jahrestag des Krieges gegen den Irak“ an Angela Merkel und Michael Glos, 24. März 2003.
  27. Gauweiler im Irak. In: Der Tagesspiegel. 10. März 2003.
  28. Willy Wimmer: Das Völkerrecht darf nicht zum Faustrecht werden. Deutschlandfunk-Interview vom 10. März 2003 aus Bagdad.
  29. Andreas Sonderegger: Soft Power und Religion: Der Heilige Stuhl in den Internationalen Beziehungen. (= Globale Gesellschaft und internationale Beziehungen). Springer Fachmedien, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-18421-0.
  30. Patrik Schwarz: Saddam verwirrt die CDU. In: TAZ. 13. Januar 2013.
  31. Willy Wimmer: Abschied von einer Welt, die wir kennen. Gespräch mit Lutz Herden in: der Freitag, 21. März 2003.
  32. Antragschrift Organstreit Wimmer/Gauweiler („Tornado-Klage“), 9. März 2007.
  33. Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung im Organstreitverfahren, 9. März 2007.
  34. Dietrich Murswiek: Zusammenfassung der Argumentation zur Tornado-Klage der Bundestagsabgeordneten Dr. Peter Gauweiler und Willy Wimmer., 9. März 2007.
  35. Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichts Nr. 29/2007 vom 12. März 2007 zum Beschluss 2 BvE 1/07.
  36. Willy Wimmer: Alarmstufe Rot. Telepolis, 17. Juli 2014.
  37. Willy Wimmer: Es gibt ein NATO-Netzwerk in den deutschen Medien. Junge Welt, 13. September 2014, (frei zugänglich).
  38. Willy Wimmer: Sanktionen halte ich für falsch. Im Gespräch mit Desirée Brenner in: Donaukurier, 28. März 2014.
  39. Aleksandar Pavić: Correspondence between German Politicians Reveals the Hidden Agenda behind Kosovo’s „Independence“. Global Research, 12. März 2008 (mit dem Offenen Brief Wimmers an Kanzler Gerhard Schröder von der Konferenz in Bratislava in englisch)
  40. Der Brief von Willy Wimmer vom 2. Mai 2000 an den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder, Nachdenkseiten, 25. April 2014.
  41. Willy Wimmer: Die Amerikaner empfinden sich als Nachfolger Roms. Blätter-Gespräch in: Blätter für deutsche und internationale Politik 9/2001, S. 2–13.
  42. a b Interview mit Willy Wimmer, geführt von Seyyed-Hedayyatollah Shahrokny, iran German Radio, 31. Januar 2015.
  43. 1,58 USD pro 1,00 € im März 2008.
  44. Daniela Vates, Peter Riesbeck: Zeit der Witze über Spione ist vorbei. Frankfurter Rundschau, 26. Oktober 2013.
  45. Krach in der Union: Kohlianer kritisieren Parteispitze. Der Spiegel, 30. Januar 2000.
  46. Redaktion: Alle Fäden in der Hand. In: Der Spiegel. Nr. 40, 1990 (online).
  47. http://www.cdu-rheinkreisneuss.de/personen/willy-wimmer/

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]