9,5/10,1-Meter-Klasse der DGzRS

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9,5/10,1-m-Klasse
SRB Henrich Wuppesahl.jpg
Schiffsdaten
Flagge DeutschlandDeutschland Deutschland
Schiffstyp Seenotrettungsboot
Heimathafen Bremen
Eigner DGzRS
Bauwerft Schweers / Lürssen / Fassmer / Tamsen
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
9,41 / 10,10 m (Lüa)
Breite 3,61 m
Tiefgang max. 0,96 m
Verdrängung 7 / 8 t
 
Besatzung 2
Maschine
Maschine Diesel
Maschinen-
leistung
320 / 380 PS
Höchst-
geschwindigkeit
18 kn (33 km/h)
Propeller 1

Die 9,5/10,1-Meter-Klasse ist die modernste Klasse von Seenotrettungsbooten (SRB) der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Seit 1999 wurde 20 Boote bei vier verschiedenen Werften gebaut, drei weitere Boote wurden zusätzlich in Auftrag gegeben.[1]

Eigenschaften[Bearbeiten]

Basierend auf den Erfahrungen der vorherigen Klassen von Seenotrettungsbooten versah die DGzRS diese Schiffe mit zahlreichen Verbesserungen und Weiterentwicklungen. Der Rumpf, der in der bewährten Netzspantenbauweise aus seewasserfestem Aluminium gebaut wurde, ist in einer Deltaform ausgeführt. Damit ist die breiteste Stelle des Schiffs am Heck, was vor allem zu einer größeren Stabilität bei der Fahrt vor der See führt. Das Schiff ist als Selbstaufrichter gebaut. 6 Boote der Klasse sind um zwei Spanten länger. Eine größere Bergungspforte an der Steuerbordseite ermöglicht es weiterhin, Schiffbrüchige direkt an der Wasserlinie aufzunehmen, ohne sie aufrichten zu müssen. Das Schiff wird von einem geschlossenen Fahrstand gesteuert. Auf einen zweiten Fahrstand im Schiff wurde verzichtet, so dass mehr Platz für gerettete oder zu versorgende Personen entstand. Die größere Plicht und der vorgezogene Mast erleichtern auch das Abbergen von Menschen mit einem Hubschrauber. Ein umlaufendes Fendersystemen ermöglicht das Längsseitsgehen an anderen Schiffen auch bei verstärktem Seegang. Die Boote dieser Klasse sind für Rettungseinsätze bei allen Wetter- und Seegangsbedingungen ausgelegt.

Angetrieben werden die Seenotrettungsboote von einem Dieselmotor mit 320/380 PS Leistung, der auf einen Festpropeller wirkt. Das Schiff erreicht eine Geschwindigkeit von ca. 18 Knoten, die Reichweite beträgt bis zu 260 Seemeilen.

Zur Ausrüstung gehören ein Schlepphaken, Suchscheinwerfer, mobile Lenzpumpen, medizinische und technische Ausrüstung sowie modernste Funk- und Navigationstechnik.

Die Seenotrettungsboote dieser Klasse werden bei Bedarf von Freiwilligen der DGzRS kurzfristig besetzt und kommen in der Nord- und Ostsee zum Einsatz.

Im Oktober 2015 hat die DGzRS weitere drei Boote dieses Typs mit 10,1 m Länge bei der Fassmer-Werft in Auftrag gegeben. Sie sollen im Jahr 2017 Boote der 8,5-Meter-Klasse auf Freiwilligenstationen der DGzRS ablösen.[1]

Die Boote[Bearbeiten]

Name Bauname Rufzeichen Baujahr Bauwerft (Nummer) Taufe Namensgeber Stationierung
Wilma Sikorski SRB 47 DD4594 1999 Schweers (6502) Wangerooge, 8. Juni 1999 Förderin der DGzRS seit 25. März 1999 Wangerooge
Gillis Gullbransson SRB 48 DD4598 1999 Schweers (6503) Wedel, 4. Juni 1999 Förderer der DGzRS aus Schweden seit 25. Mai 1999 Brunsbüttel
Werner Kuntze SRB 49 DD4639 1999 Schweers (6504) Dortmund, 14. August 1999 Förderer der DGzRS seit August 1999 Langballigau
Heinz Orth SRB 50 DD4654 1999 Schweers (6505) Freest, 28. Oktober 1999 Förderer der DGzRS seit 28. Oktober 1999 Freest
Hertha Jeep SRB 51 DD4564 1999 Schweers (6506) Bremen, 11. Dezember 1999 Förderin der DGzRS 12. Dezember 1999 bis 24. April 2006 Hörnum (Sylt), seit 5. Mai 2006 Stralsund
Hans Ingwersen SRB 52 DD4656 2000 Schweers (6507) Travemünde, 16. Februar 2000 Politiker Hans Ingwersen seit 16. Februar 2000 Travemünde
Emil Zimmermann SRB 53 DD4662 2000 Schweers (6508) Burgstaaken, 16. Mai 2000 Vater einer Förderin der DGzRS seit 14. April 2000 Puttgarden
Neuharlingersiel SRB 54 DD4980 2000 Schweers (6509) Neuharlingersiel, 8. Juli 2000 Gemeinde Neuharlingersiel seit 17. Juli 2000 Neuharlingersiel
Heiligenhafen SRB 55 DD4988 2000 Schweers (6510) Heiligenhafen, 31. Oktober 2000 Stadt Heiligenhafen seit 31. Oktober 2000 Heiligenhafen
Casper Otten SRB 56 DG7374 2001 Lürssen (6512) Langeoog, 18. Oktober 2001 Vormann Casper Otten seit 18. Oktober 2001 Langeoog
Woltera SRB 57 DG7348 2002 Lürssen (6513) Kühlungsborn, 22. April 2002 Vorname der Mutter eines Förderers der DGzRS April 2002 bis Januar 2007 Kühlungsborn, ab Januar 2007 Juist
Walter Rose TB 32 DJ5387 2003 Lürssen (6514) Kiel-Schilksee, 9. März 2013 Walter-und-Ilse-Rose-Stiftung seit 16. Dezember 2012 Schilksee
Paul Neisse SRB 58 DJ5386 2003 Lürssen (6515) Eidersperrwerk, 23. Oktober 2003 DGzRS war Alleinerbe des Namensgebers seit 23. Oktober 2003 Eiderdamm
Eckernförde SRB 59 DK3088 2004 Lürssen (6516) Eckernförde, 28. Juni 2004 Stadt Eckernförde seit 28. Juni 2004 Eckernförde
Elli Hoffmann-Röser SRB 60 DK3090 2004 Lürssen (6517) Baltrum, 8. Dezember 2004 Förderin der DGzRS seit 8. Dezember 2004 Baltrum
Kurt Hoffmann SRB 61 DB3015 2005 Fassmer (2010) Glowe, 11. Oktober 2005 Förderer der DGzRS seit September 2005 Glowe
Horst Heiner Kneten SRB 62 DH2306 2006 Fassmer (2011) Hörnum (Sylt), 24. April 2006 Förderer der DGzRS seit April 2006 Hörnum/Sylt
Nausikaa SRB 63 DH2356 2006 Fassmer (2012) Vitte (Hiddensee), 9. September 2006 Figur aus der griechischen Mythologie seit August 2006 Vitte (Hiddensee)
Konrad-Otto SRB 64 DH2558 2006 Fassmer (2013) Kühlungsborn, 24. März 2007 Vorname eines Förderers der DGzRS seit November 2006 Kühlungsborn
Henrich Wuppesahl SRB 65 DK8116 2015 Tamsen (TM1301) Bremen, 29. Mai 2015 Mitglied des Bremer Bezirksvereins der DGzRS seit Juni 2015 Neustadt in Holstein

Bauwerften:

Besonderheiten einzelner Boote[Bearbeiten]

Die Seenotrettungsboote Paul Neisse, Kurt Hoffmann, Horst Heiner Kneten, Nausikaa, Konrad-Otto und Henrich Wuppesahl sind mit 10,1 m Länge um zwei Spanten länger als die anderen Boote der Klasse. Auch die drei geplanten Schiffe werden diese Länge haben.

Die Henrich Wuppesahl wurde zum 150-jährigen Jubiläum der DGzRS auf dem Bremer Marktplatz getauft. Sie hat mit 380 PS einen stärkeren Dieselmotor als die anderen Boote der Klasse. Auch die drei geplanten Schiffe bekommen diese verstärkte Motorisierung.

Die Walter Rose diente ursprünglich von 2003 bis 2012 als Tochterboot Verena des Seenotkreuzers Hermann Marwede. Nachdem dieser ein neues Tochterboot bekam, wurde es generalüberholt und kommt nun als eigenständiges Seenotrettungsboot zum Einsatz.[2]

Die Werner Kuntze war das erste Schiff, was im Binnenland getauft wurde. Es fuhr aus eigener Kraft von Dortmund zurück an die Küste.

Der Name der Nausikaa kommt aus der griechischen Mythologie. Diesen trugen auch Segeljachten aus dem Besitz der Familie, die einen erheblichen Betrag für den Bau dieses Bootes gespendet hatte.

Fotos[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Seenotretter geben drei neue Rettungseinheiten für Freiwilligen-Stationen in Auftrag
  2. Neues Seenotrettungsboot WALTER ROSE für DGzRS-Station Schilksee in Dienst gestellt