Wilsberg: Royal Flush

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Folge der Reihe Wilsberg
Originaltitel Royal Flush
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Produktions-
unternehmen
Cologne Film im Auftrag des ZDF
Länge 86 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
Einordnung Folge 23 (Liste)
Erstausstrahlung 8. März 2008 auf ZDF
Stab
Regie Reinhard Münster
Drehbuch Timo Berndt
Produktion Anton Moho
Musik Marius Felix Lange
Kamera Robert Berghoff
Schnitt Bernhard Wiesner
Besetzung

Royal Flush ist die 23. Folge der Fernsehfilmreihe Wilsberg. Die Erstausstrahlung erfolgte am 8. März 2008 beim ZDF. Regie führte Reinhard Münster, das Drehbuch wurde von Timo Berndt geschrieben.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ekki soll im Rahmen einer Steuerprüfung eine Ortsbegehung in einer Autowerkstatt am Hawerkamp durchführen. Letztlich findet er sich jedoch in einer Pokerrunde in einem Hinterzimmer der Werkstatt wieder und verliert nicht nur alles, was er in seinen Taschen bei sich führt, sondern zusätzlich auch noch seinen Wagen, mit dem Georg Wilsberg vorfährt, in der Annahme, er solle seinen Freund abholen.

Unterdessen werden Kommissarin Anna Springer und ihr Assistent Overbeck ins Haus der Familie Winter gerufen. Sabine Stetten, die Nachbarin der Winters, hat die Ermittler verständigt. Im Schlafzimmer wird die mit einem Seil erwürgte Charlotte Winter aufgefunden. Am Tatort können keine Fingerabdrücke festgestellt werden, da der Täter Handschuhe getragen hat. Weil Thomas Winter, der Ehemann der Toten, sich beim Eintreffen der Polizei alleine im Haus befunden hat, steht er unter dringendem Tatverdacht, seine Frau getötet zu haben.

Keiner der erfahrenen Anwälte der Kanzlei Hoppenheit & Partner kann den Fall von Thomas Winter übernehmen, so dass der Mordverdächtige von Alex Holtkamp vertreten wird. Die angehende Anwältin glaubt ihrem Klienten, der ihr versichert, vom Täter niedergeschlagen worden zu sein und ihn daher nicht beschreiben könne. Da sie Thomas Winter für unschuldig hält, verhilft sie ihm zur Flucht vor der Polizei und riskiert damit ihre erst kürzlich erhaltene Anwaltslizenz. Sie versteckt ihren flüchtigen Klienten auf dem Dachboden von Georg Wilsbergs Haus, in dem sie als Studentin gewohnt hat. Um seiner Patentochter aus dieser schwierigen Situation herauszuhelfen, beginnt er auf eigene Faust nach dem Mörder von Charlotte Winter zu ermitteln. Ekki staunt nicht schlecht, als er Thomas über den Weg läuft, denn er kennt ihn aus der Grundschule, die sie gemeinsam besuchten.

Thomas Winter gibt zu, sowohl das Seil als auch die Handschuhe gekauft zu haben, die bei dem Mord Verwendung fanden. Diese habe er allerdings zum Anbinden und Düngen seiner Rosen erworben. Wilsberg erfährt von Sabine Stetten, dass Thomas eine Affäre mit ihr hatte. Zudem belastet eine polizeilich aufgenommene Aussage der verstorbenen Charlotte Winter den Ehemann der Toten, dass sie kurz vor ihrem Tod nur deshalb alkoholisiert mit ihrem Auto verunfallt sei, da sie nach einem Streit vor ihrem Mann flüchten musste. Weiterhin erfährt Wilsberg, dass Thomas gegenüber Norbert Hillmann, einem LKW-Fahrer der Großbäckerei, die seiner Frau gehört, handgreiflich geworden ist und ihm den Kiefer gebrochen hat. Aufgrund eines Ehevertrages bleibt ihm der Zugriff auf das Vermögen seiner Ehefrau verwehrt. Diese Ermittlungsergebnisse lassen Winters Aussage weniger glaubwürdig erscheinen und führen zu einigen Motiven für einen geplanten Mord an seiner Frau. Als Winter mit den in Erfahrung gebrachten Vorwürfen konfrontiert wird, hat er für jeden einzelnen eine Erklärung. Insbesondere streitet er die Vorwürfe ab, seine Frau betrogen zu haben. Stattdessen habe er Sabine Stetten abblitzen lassen, weshalb sie sich nun an ihm rächen wolle.

Währenddessen bricht ein Unbekannter in die Villa der Winters ein und entwendet das dort versteckte Seil, mit dem Charlotte Winter erdrosselt wurde. Nach seinem Gespräch mit Norbert Hillmann in der Großbäckerei begegnet Wilsberg diesem unbekannten Einbrecher, der ihm vorher schon aufgefallen ist und stellt ihn zur Rede. Dieser stößt ihn allerdings um und rennt davon. Wilsberg nimmt den Wagen des Flüchtigen nicht nur unter die Lupe, sondern auch zugleich in seinen Besitz. Mit Ekkis Hilfe gelingt es, die Rufnummer des im Auto gefundenen Handys mit seinem Besitzer Maik Greber in Verbindung zu bringen. Ekki übernimmt die Observierung von Maik Greber und folgt ihm bis ins Mehrfamilienwohnhaus, bleibt dort allerdings im Fahrstuhl stecken, als diesem die Stromversorgung abgeschaltet wird. Wilsberg eilt Ekki mit Kommissarin Springer und Overbeck zur Hilfe. Sie befreien Ekki aus dem Fahrstuhl und finden Maik Greber aufgeknüpft auf seinem Balkon. Wilsberg glaubt allerdings weder an einen Suizid noch daran, dass es sich bei Greber um den Mörder von Charlotte Winter handelt.

Zwischenzeitlich hat Alex mit Johanna Maler ein früheres Opfer des wegen Mordes gesuchten Täters gefunden. Sie äußert sich Alex gegenüber, dass sie sich bereits in der Gewalt des Täters befunden habe, der dann aber überrascht wurde und fliehen musste. Aus Angst habe sie jedoch niemals Anzeige erstattet und wolle weiterhin keine Aussage bei der Polizei tätigen. Bei einem Besuch von Ekki und Wilsberg bei Johanna Maler stellt Ekki fest, dass er auch Johanna aus der Grundschule kennt, sich somit also auch Thomas und Johanna kennen. Von dem Privatermittler unter Druck gesetzt, lässt sie sich zu einem Geständnis hinreißen. Der Einbrecher Maik Greber überraschte Johanna und Thomas, wodurch er Zeuge ihrer Affäre wurde. Die beiden erfanden daraufhin die Geschichte des Überfalls auf Johanna. Sie wurden jedoch von Maik erpresst, so dass sie ihre Chance ergriffen, als Wilsberg und Ekki ihren Erpresser für sie ausfindig machten, um diesen zu töten. Zwar gelang es Thomas, diese Affäre vor seiner Frau geheim zu halten, allerdings erfuhr Charlotte Winter von der Affäre ihres Mannes mit der Nachbarin Sabine Stetten. Daraufhin strebte sie die Scheidung an, doch Thomas tötete seine Frau, um nach der Scheidung nicht mittellos zurückzubleiben. Johanna belastete Maik Greber, um den Verdacht von Thomas zu lenken. Schließlich wurde auch Maik von Thomas getötet.

Alex, die bis dato an die Unschuld ihres Mandanten geglaubt hat, durchschaut das doppelte Spiel. Thomas greift zu einem Messer und geht auf Alex los. Wilsberg und Ekki können Alex aus Thomas' Gewalt befreien und liefern ihn der Polizei aus.

Ekki kehrt mit Wilsberg in den Hawerkamp zurück, um in der Pokerrunde seinen Wagen zurückzugewinnen – mit Wilsbergs Hilfe, der durch Falschspiel gewinnt.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde in Münster und Köln gedreht.[2] Die Dreharbeiten begannen am 17. April 2007 und endeten am 26. Juni 2007.[2] In Münster wurde in der Frauenstraße am Antiquariat Solder gedreht, in dem im Film das Antiquariat Wilsberg zu finden ist. Die Aufnahmen, die die Großbäckerei von Charlotte Winter zeigen, entstanden auf dem Gelände des Aschendorff Verlags an der Hamburger Straße. Zudem wurde in unmittelbarer Nähe am Bremer Platz gedreht. Die Szene, in der Wilsberg mit dem gestohlenen Fahrzeug von Maik Greber von der Polizei angehalten wird, wurde am Dahlweg aufgezeichnet.

Am 14. Juli 2008 wurde die Folge zusammen mit der 24. Folge Interne Affären von Polarfilm auf DVD mit FSK-12-Freigabe veröffentlicht. Die DVD enthält neben den beiden Hauptfilmen als Bonusmaterial ein Making-of sowie ein Porträt über die Stadt Münster.

Der Running Gag Bielefeld verweist in dieser Folge auf das Fahrtziel eines Lastwagens der Großbäckerei von Charlotte Winter, das der Fahrer Norbert Hillmann bei der Befragung durch Wilsberg nennt.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einschaltquoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

5,1 Millionen Zuschauer sahen die Folge Royal Flush bei ihrer Erstausstrahlung im ZDF.[3] Die Wiederholung am 30. Juni 2011 im ZDF schalteten 2,8 Millionen Zuschauer ein, womit ein Marktanteil von 8,9 % erzielt werden konnte.[4]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl die Folge Royal Flush „zeitweise Schwächen aufweist“, kann sie „erneut überzeugen“, da die Handlung „sehr gut konstruiert“ sei und „zahlreiche Wendungen“ aufweise, urteilt Fabian Riedner von quotenmeter.de.[5] Dabei zeigen die Darsteller „viele unterschiedliche Gesichter“, anstatt sich klischeehaft einordnen zu lassen.[5] Die Dialoge zwischen den beiden Hauptdarstellern fallen gewohnt „sarkastisch“ aus.[5] Neben Lansink und Korittke lobt Riedner insbesondere Rita Russek, alle drei „spielen ihre Rollen perfekt“.[5] In den Nebenrollen überzeugen Olga Brügmann und Tobias Oertel, wobei letzterer nicht an seine Leistungen aus Bis in die Spitzen anzuknüpfen vermag.[5] Für Ina Paule Klink gehöre Royal Flush nicht zu den besseren Folgen, da sie zeitweise „sehr hölzern“ klinge.[5] Riedner urteilt, die Folge sei „eine gute Produktion“, die Spaß mache, „durchgängig spannend“ sei und mit einer guten Auflösung aufwarten könne.[5] Einen „guten Gesamteindruck“ attestiert Riedner der Folge, die „gute und anspruchsvolle Unterhaltung“ verspreche und mit einem Punktwert von 83 % bewertet wurde.[5]

Das Lexikon des internationalen Films urteilt, die Folge sei ein „in Münster angesiedelter, eher beschaulicher (Fernsehserien-)Krimi, in dem einmal mehr die Beteiligten in einem recht engen privaten und beruflichen Verhältnis stehen“.[6] Die Redaktion von TV Spielfilm bemängelt, die Handlung sei „anfangs flach“, entwickle aber mit zunehmender Spieldauer „dank des Ensembles gewohnte Stärken“.[7] Damit sei sie „in guten Momenten lässig bis lustig“.[7] Diese Meinung teilt Kai-Oliver Derks vom Mediendienst Teleschau, der das Tempo zunächst als „gemächlich“ einschätzt, im Laufe der Handlung jedoch eine Entwicklung zu einem „soliden Krimi“ erkennen kann, bei dem allerdings erst kurz vor der Auflösung Spannung aufkommen mag.[3] Damit handele es sich zwar um einen „unterhaltsamen Kriminalfall“, der im Vergleich mit anderen Folgen der Fernsehserie aber ein eher „mittelmäßiger Beitrag“ sei.[3]

Brian Melican von Der Westen ist der Meinung, der „beziehungsreiche Titel“ Royal Flush biete letztlich eine mit „Kartentricks“ vergleichbare Handlung, die „durchsichtig“ seien, „wie die Geschichte selbst“.[8] Dieser Einschätzung widerspricht Tilmann P. Gangloff aus der Redaktion von kino.de, der Royal Flush mit einer „Sitcom“ vergleicht, in der die „flotten Dialoge“ auf das „gemächliche, aber nie träge Wilsberg-Tempo“ treffe.[9] Gerade dies sorge „immer wieder für beste Unterhaltung“.[9] Die Geschichte sei trotz dieser „Comedy-Ebene“ ein Krimi.[9] Die „intelligent konstruierte Geschichte mit teilweise herrlich komischen Dialogen“ sorge dafür, dass Wilsberg „auch nach zehn Dienstjahren ein Evergreen“ bleibe.[9] Der Spiegel beurteilt Royal Flush als „gewohnt heitere und angenehm lässige“ Filmproduktion.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft: Freigabebescheinigung (PDF; 33 kB), 1. April 2010
  2. a b Royal Flush bei crew united
  3. a b c monstersandcritics.de: Er war's – zu 90 Prozent, teleschau – der mediendienst, Kai-Oliver Derks, 30. Juni 2011
  4. Neue Osnabrücker Zeitung: Quotenrekord für deutsche Fußballfrauen, dpa, Berlin, 1. Juli 2011
  5. a b c d e f g h quotenmeter.de: Die Kritiker: «Wilsberg: Royal Flush», Fabian Riedner, 6. März 2008
  6. Royal Flush im Lexikon des internationalen Films
  7. a b TV Spielfilm: Filmkritik
  8. Der Westen: Fernsehen: Wilsbergs Pflegetochter pokert hoch – zu hoch?, Brian Melican, 7. März 2008
  9. a b c d kino.de: Filmkritik, Tilmann P. Gangloff
  10. Der Spiegel: TV-Vorschau, 3. März 2008, 10/2008

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]