Wimpassing an der Leitha

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Wimpassing an der Leitha
Wappen Österreichkarte
Wappen von Wimpassing an der Leitha
Wimpassing an der Leitha (Österreich)
Wimpassing an der Leitha
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Eisenstadt-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: EU
Fläche: 7,91 km²
Koordinaten: 47° 55′ N, 16° 26′ OKoordinaten: 47° 54′ 54″ N, 16° 25′ 37″ O
Höhe: 222 m ü. A.
Einwohner: 1.549 (1. Jän. 2018)
Bevölkerungsdichte: 196 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2485
Gemeindekennziffer: 1 03 18
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchengasse 12
2485 Wimpassing an der Leitha
Website: www.wimpassing-leitha.at
Politik
Bürgermeister: Ernst Edelmann (SPÖ)
Gemeinderat: (2017)
(19 Mitglieder)
8
8
3
Insgesamt 19 Sitze
Lage der Gemeinde Wimpassing an der Leitha im Bezirk Eisenstadt-Umgebung
Breitenbrunn am Neusiedler SeeDonnerskirchenGroßhöfleinHornsteinKlingenbachLeithaprodersdorfLorettoMörbisch am SeeMüllendorfNeufeld an der LeithaOggau am Neusiedler SeeOslipPurbach am Neusiedler SeeSankt Margarethen im BurgenlandSchützen am GebirgeSiegendorfSteinbrunnStotzingTrausdorf an der WulkaWimpassing an der LeithaWulkaprodersdorfZagersdorfZillingtalEisenstadtRustBurgenlandLage der Gemeinde Wimpassing an der Leitha im Bezirk Eisenstadt-Umgebung (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Wimpassing an der Leitha ist eine Gemeinde mit 1549 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2018) im Burgenland im Bezirk Eisenstadt-Umgebung in Österreich, die unmittelbar mit der niederösterreichischen Ortschaft Wampersdorf (Ortsteil von Pottendorf, Bezirk Baden) verbunden ist. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Vimpác.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im nördlichen Burgenland an der Grenze zu Niederösterreich nahe der Landeshauptstadt Eisenstadt. Wimpassing an der Leitha ist der einzige Ort in der Gemeinde.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seibersdorf (NÖ)
Pottendorf (NÖ) Nachbargemeinden Leithaprodersdorf
Hornstein

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Funde aus der Jungsteinzeit deuten auf eine prähistorische Siedlungsgeschichte hin.

Später unter den Römern lag das heutige Wimpassing dann in der Provinz Pannonia.

Wimpassing (rechts oben) und Umgebung um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

1587 wurde von den Franziskanern in Wimpassing ein Kloster gegründet, in dem im letzten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts einige deutschsprachige Drucke erschienen, wie der "Psalter von Wimpassing" (1593)[1] und andere religiöse Werke.[2] Damit war Wimpassing der erste Ort im Gebiet des heutigen Österreichs, in dem deutschsprachige Buchdrucke entstanden. Seit 1628 wurde das Kloster von den Minoriten genutzt und 1787 unter Joseph II. zunächst aufgehoben.

Wimpassing an der Leitha gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Vimpác verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

1929 kam der Krankenpflegeorden der Kamillianer nach Wimpassing und nutzt seitdem das ehemalige Franziskanerkloster.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2017
 %
60
50
40
30
20
10
0
41,96
(-10,79)
38,99
(+7,26)
19,06
(+3,54)


Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Einwohnerzahl insgesamt 19 Mitglieder.

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2017[3] 2012[4] 2007[5] 2002[6] 1997[6]
Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M.
ÖVP 339 41,96 8 384 52,75 10 372 56,79 9 357 55,43 9 259 48,68 7
SPÖ 315 38,99 8 231 31,73 6 175 26,72 4 187 29,04 4 142 26,69 3
FPÖ 154 19,06 3 113 15,52 3 108 16,49 2 100 15,53 2 131 24,62 3
Wahlberechtigte 1181 1020 947 887 692
Wahlbeteiligung 75,78 % 77,84 % 76,35 % 80,50 % 86,56 %

Gemeindevorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Bürgermeister Ernst Edelmann (SPÖ) und der Vizebürgermeisterin Marion Pöschl (ÖVP) gehören weiters Hans Ackerbauer (FPÖ), Alexander Eibeck (SPÖ) und Thomas Menitz (ÖVP) an.[7]

Gemeindekassier ist Thomas Menitz (ÖVP) und Umweltgemeinderat ist Hans Ackerbauer (FPÖ).[7]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Ernst Edelmann (SPÖ). Nachdem Josef Wolowiec (ÖVP), der seit 1986 der Gemeinde vorstand, aus Altersgründen nicht mehr zur Bürgermeisterstichwahl antrat, war klar, dass es 2017 ein neues Ortsoberhaupt geben wird. Aber nicht der bisherige Vizebürgermeister Thomas Menitz sollte in die Fußstapfen von Wolowiec treten, sondern die Quereinsteigerin Marion Pöschl.[8] Für die SPÖ ging mit Ernst Edelmann ebenfalls ein Quereinsteiger ins Rennen und die FPÖ nominierte Hans Ackerbauer.[9] Dementsprechend umkämpft war auch die Wahl. Im ersten Wahlgang vom 1. Oktober konnte keiner der drei Kandidaten eine qualifizierte Mehrheit erreichen. Pöschl kam auf 41,89  %, Edelmann auf 40,41 % und Ackerbauer war mit 17,69  % aus dem Rennen.[10] Somit musste die Stichwahl am 29. Oktober 2017 entscheiden und hier setzte sich Edelmann mit 50,69 % gegen Pöschl mit 49,31 % knapp durch.[3] Edelmann wurde am 7. November 2017 auf der Bezirkshauptmannschaft Eisenstadt als Bürgermeister angelobt.[11] Für Pöschl blieb nur der Titel der Vizebürgermeisterin.

Amtsleiter ist Michael Bauer.[12]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen ist in den Farben Rot-Gold-Blau gehalten.

Blasonierung: Das goldene Kreuz steht für das Wimpassinger Kreuz und die Pfarrkirche zur Unbefleckten Empfängnis. Die goldene Brücke und die blaue Leitha nehmen Bezug auf historische und topografische Elemente - an Stelle des heutigen Wimpassing befand sich im frühen Mittelalter an der Leithabrücke eine Grenzwächtersiedlung - symbolisiert wird aber auch die Lage der Grenzgemeinde an der Leitha. Die Brücke ist seit jeher aber auch ein Symbol für das Streben der Menschen, Trennendes zu überwinden und auf diese Weise Land und Leute mit ihren Kulturen, Ideen, Ansichten und Werten zu verbinden.[13]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Wimpassing an der Leitha
Die bemerkenswerte Einrichtung der Pfarrkirche Wimpassing an der Leitha
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Wimpassing an der Leitha
  • Pfarrkirche Wimpassing an der Leitha: Der einheitliche Barockbau mit kreuzförmigen Grundriss wurde anstelle einer 1683 zerstörten Kirche errichtet und 1723 geweiht. Der Hochaltar stammt aus der Zeit um 1780 und wird von zwei große Engelsfiguren flankiert.
  • Bründlkapelle am Pfarrhof: 1877 erbaut, neugotisch
  • Wimpassinger Kreuz: Zwischen 1784 und 1939 befand sich in der Pfarrkirche das 'Wimpassinger Kreuz,' ein bedeutendes Kulturdenkmal, das ursprünglich in der Wiener Minoritenkirche aufgestellt war. 1939 wurde das Kreuz zu Restaurierungsarbeiten nach Wien gebracht und verbrannte 1945 im Stephansdom. Dort befindet sich heute eine Kopie des Kreuzes.
  • Dreifaltigkeitssäule: aus dem 17. Jahrhundert

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leitharadweg: Der Leitha-Fahrradweg führt durch Wimpassing.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wimpassing ist auch für sein aktives Vereinsleben bekannt, denn nicht weniger als sechzehn Vereine kann dieser Ort sein Eigen nennen. Unter anderem gibt es den Sportverein Wimpassing (SVW, gegründet 1926), die Freiwillige Feuerwehr und einen Tischtennisverein; ebenso den Pensionistenverband, den Seniorenbund, den Elternverein, die Chorgemeinschaft, den Allsport-Club, den Biker-Club B16, den Reit- und Fahrverein Leitha Au, Reit- und Fahrverein Wimpassing (welcher den amtierenden Landesmeister im Gespannfahren stellt), wie auch die Kinderfreunde Wimpassing. Bekannt ist auch der Tennisverein Wimpassing.

Auch die Jagdgesellschaft, die Bücherei Wimpassing, die Stiftung Kinderheim und der Pfarrgemeinderat sollten hier Erwähnung finden. Weiters ist auch der Künstlerverein hinterm Leithaberg (welcher mit anderen Künstlervereinen vernetzt ist) zu erwähnen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wimpassing an der Leitha – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. bibeln-online.de: Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/bibeln-online.deDeutschsprachige Bibelausgabe bis 1599
  2. Országos Széchényi Könyvtár, Budapest: Neu entdeckte Druckwerke aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die auf dem Gebiet des heutigen Burgenlandes hergestellt wurden
  3. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Wimpassing an der Leitha 2017 (abgerufen am 19. Dezember 2017)
  4. Land Burgenland: Wahlergebnis Wimpassing an der Leitha 2012 (abgerufen am 19. Dezember 2017)
  5. Land Burgenland: Wahlergebnis Wimpassing an der Leitha 2007 (abgerufen am 19. Dezember 2017)
  6. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Wimpassing an der Leitha 2002 (abgerufen am 19. Dezember 2017)
  7. a b Gemeinde Wimpassing an der Leitha: Gemeinderäte (abgerufen am 19. Dezember 2017)
  8. BVZ vom 1. Mai 2017: Wimpassing: Pöschl ersetzt Menitz (abgerufen am 19. Dezember 2017)
  9. ORF Burgenland vom 23. September 2017: Generationenwechsel in Wimpassing (abgerufen am 19. Dezember 2017)
  10. ORF Burgenland vom 1. Oktober 2017: Ergebnis Wimpassing an der Leitha (abgerufen am 19. Dezember 2017)
  11. Gemeinde Wimpassing an der Leitha: Angelobung Bürgermeister Ernst Edelmann (abgerufen am 19. Dezember 2017)
  12. Gemeinde Wimpassing an der Leitha: Das Team im Gemeindeamt (abgerufen am 19. Dezember 2017)
  13. Beschluss des Gemeinderates von Wimpassing an der Leitha vom 29. Jänner 2010, Abruf am 17. September 2015