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Windeby

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Wappen Deutschlandkarte
Windeby
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Windeby hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 54° 28′ N, 9° 47′ OKoordinaten: 54° 28′ N, 9° 47′ O
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Rendsburg-Eckernförde
Amt: Schlei-Ostsee
Höhe: 10 m ü. NHN
Fläche: 14,77 km²
Einwohner: 1011 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24340
Vorwahl: 04351
Kfz-Kennzeichen: RD, ECK
Gemeindeschlüssel: 01 0 58 173
Adresse der Amtsverwaltung: Holm 13
24340 Eckernförde
Website: www.amt-schlei-ostsee.de
Bürgermeister: Oliver Schulz (CDU)
Lage der Gemeinde Windeby im Kreis Rendsburg-Eckernförde
Karte

Windeby (dänisch Vindeby, plattdeutsch: Winneby) ist eine Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein.

Die Gemeinde Windeby liegt westlich der Stadt Eckernförde am westlichen Ufer des Windebyer Noors.[2] Naturräumlich wird das Gemeindegebiet der Haupteinheit Schwansen, Dänischer Wohld[3] zugeordnet, einem Teil des Schleswig-Holsteinischen Hügellandes.

In der Gemeinde Windeby befinden sich mehrere Wohnplätze:[4]

  • Christianshöh
  • Friedenshorst
  • Friedensthal
  • Friedland
  • Frohsein
  • Goosschmiede
  • Kochendorf (niederdeutsch: Kochendörp, Kockendörp, dänisch: Kokkentorp)
  • Pletterberg (teilweise)
  • Westerthal
  • Windeby
  • Windeby, Siedlung

Zum ersten Mal wird Vindeby 1409 erwähnt. Die Endung -by bedeutet im Dänischen heute noch «Stadt», «Ort», im jütischen «Dorf, Siedlung» und ist im Raum Schleswig weit verbreitet. Es gibt mehrere Versionen über den ersten Teil des Namens. Die erste Version besagt, dass das Wort «winde» aus dem alten dänischen «windir» im Sinne der Westslawen stammt.[5] So bedeutet Windeby nichts anderes als «Wendendorf». Nach einer anderen Version leitet sich der Name vom altnordischen Wort «vinda» ab, was «Drehen» bedeutet, oder von «vindr» im Sinne von «Verkantung».[6]

Lage des Osterwalls zu beiden Seiten von Kochendorf. Links oben die Große Breite der Schlei. Rechts unten Eckernförde und die Eckernförder Bucht.

Mitten durch den Windebyer Hauptort Kochendorf verläuft der Osterwall (auch: Ostwall) des Danewerks.[7] Nahe der Osterbek kreuzte ein uralter regionaler Heerweg den Wall, der von der Eider über Missunde und Wellspang bis ins nördliche Dänemark verlief.[8] An dieser Stelle gab es einen Durchgang im Osterwall.[9] Am 15. Dezember 1850 ereignete sich hier das Gefecht von Kochendorf zwischen dänischen Truppen und Einheiten der Schleswig-Holsteinischen Armee. Das Gefecht gilt als letzte Kriegshandlung der Schleswig-Holsteinischen Erhebung.[10]

Überregionale Bekanntheit erlangte der Ort durch den Fund zweier Moorleichen, wovon eine bis 2006[11] als Mädchen von Windeby bekannt war, sich nach genetischen Untersuchungen aber doch als Junge herausstellte. Die andere Moorleiche wird Mann von Windeby genannt.

Westlich von Windeby befindet sich ein jungsteinzeitliches Großsteingrab, ein weiteres Großsteingrab bei Kochendorf ist zerstört. Bei Kochendorf und Friedland gibt es mehrere Grabhügel.

Gemeindevertretung

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Wahlbeteiligung: 63,3 Prozent
 %
50
40
30
20
10
0
25,5 %
27,5 %
47,0 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c Freie Wählergemeinschaft Windeby

Bei der Kommunalwahl am 14. Mai 2023 wurden insgesamt elf Sitze vergeben. Die Freie Wählergemeinschaft Windeby erhielt fünf Sitze und die SPD und die CDU erhielten je drei Sitze.

Bei der Wahl 2013 wurde die CDU-Bürgermeisterin Jutta Werner von Peter Pietrzak (SPD) abgelöst.

Blasonierung: „In Blau ein schmaler goldener Schräglinksbalken, oben ein steigender linksgewendeter goldener Wolf, unten ein goldenes Wagenrad mit fünf Speichen.“[13]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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In der Liste der Kulturdenkmale in Windeby stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Im Norden führt die Bundesstraße 76 durch die Gemarkung, im Südosten die Bundesstraße 203 von Eckernförde in Richtung Rendsburg.[2]

Persönlichkeiten

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  • Deert Lafrenz: Gutshöfe und Herrenhäuser in Schleswig-Holstein. 2. Auflage. Petersberg 2015, ISBN 978-3-86568-971-9, Windeby S. 621–624.
  • Achim Messerschmidt et al.: Windeby. Die Heimat der Moorleiche. In: Schleswig-Holstein-Topographie. Band 10: Timmaspe - Ziethen. Flying-Kiwi-Verlag Junge, Flensburg 2008, ISBN 978-3-926055-92-7, S. 305–307.
Commons: Windeby – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2024 (XLSX-Datei); (Hilfe dazu).
  2. a b Relation: Windeby (552388) bei OpenStreetMap (Version #8). Abgerufen am 25. Juli 2025.
  3. Liste: Zuordnung der Gemeinden zu den Naturräumen. (PDF) S. 8, abgerufen am 25. Juli 2025.
  4. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Wohnplatzverzeichnis Schleswig-Holstein 1987. 1992, S. 86 (statistischebibliothek.de [PDF; abgerufen am 25. Juli 2025]).
  5. Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein. 2. Auflage. Neumünster 1992, S. 700.
  6. Johannes Kok: Det danske folkesprog i Sønderjylland. 2. bind, København 1867, S. 442+441
  7. Irmgard Busch: Beitrag zum Osterwall. In: Rund ums Windebyer Noor. (Publikation der SPD Windeby) Dezember 2008 @1@2Vorlage:Toter Link/www.spd-windeby.deonline (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)
  8. Gottfried Schäfer: Die Untersuchung eines Langbettes in der Gemarkung Kochendorf 1972/73. In: Jahrbuch der Heimatgemeinschaft Eckernförde. 1973, S. 135–139.
  9. Auf den Spuren der Wikinger shz.de, 30. März 2012.
  10. Vorgeschichte und Schlacht bei Idstedt. Ausklapptext: Schlesig-Holsteinische Erhebung 1848-51. Internetauftritt des Kreises Schleswig-Flensburg. Link. Abgerufen am 8. Oktober 2025.
  11. n-tv NACHRICHTEN: "Das Mädchen von Windeby" ... ist ein Junge. 18. März 2006, abgerufen am 16. November 2024.
  12. wahlen-sh.de
  13. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein