Winden am See

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Winden am See
Wappen Österreichkarte
Wappen von Winden am See
Winden am See (Österreich)
Winden am See
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Neusiedl am See
Kfz-Kennzeichen: ND
Fläche: 13,51 km²
Koordinaten: 47° 57′ N, 16° 45′ OKoordinaten: 47° 57′ 0″ N, 16° 45′ 0″ O
Höhe: 124 m ü. A.
Einwohner: 1.357 (1. Jän. 2021)
Bevölkerungsdichte: 100 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7092
Vorwahl: 02160
Gemeindekennziffer: 1 07 23
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Hauptstraße 8
7092 Winden am See
Website: www.winden.at
Politik
Bürgermeister: Erwin Preiner (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2017)
(19 Mitglieder)
10
7
1
1
10 
Insgesamt 19 Sitze
Lage von Winden am See im Bezirk Neusiedl am See
AndauApetlonBruckneudorfDeutsch JahrndorfEdelstalFrauenkirchenGattendorfGolsHalbturnIllmitzJoisKittseeMönchhofNeudorf bei ParndorfNeusiedl am SeeNeusiedl am SeeNickelsdorfPamaPamhagenParndorfPodersdorf am SeePotzneusiedlSankt Andrä am ZickseeTadtenWallern im BurgenlandWeiden am SeeWinden am SeeZurndorfBezirk Neusiedl am SeeLage der Gemeinde Winden am See im Bezirk Neusiedl am See (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Winden am See ist eine Gemeinde im Bezirk Neusiedl am See im Burgenland in Österreich mit 1357 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021). Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Sásony.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das gesamte Gemeindegebiet gehört zum Naturpark Neusiedlersee – Leithagebirge.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Winden am See ist der einzige Ort in der Gemeinde.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bruckneudorf
Breitenbrunn (EU) Nachbargemeinden Jois
Neusiedl am See

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Winden (links unten) und Umgebung um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Erste Erwähnung in einer Urkunde von 1217, ausgestellt vom damaligen ungarischen König Andreas II. Der König bestätigte darin die Schenkung des Ortes Leginthov („Burschenteich“), das spätere Mönchhof, an das Stift Heiligenkreuz und gewährte gleichzeitig auch den anderen Besitzungen des Stiftes, nämlich Königshof, Winden und Podersdorf, die Befreiung von allen Abgaben, Steuern und Zahlungen an die königliche Kammer. Während sich Mönchhof erst in der Gründungsphase befand, muss Winden als eigenständiger Ort bereits bestanden haben.

Der bedeutendste Meister des Leithagebirges, Hofsteinmetz Elias Hügel,[1] organisierte und leitete den durch die Türkenkriege notwendig gewordenen Neubau von katholischen Kirchengebäuden.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn).

Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Sásony verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Freilichtmuseum Wander Bertoni
„Der Sonnenanbeter“ (1963), am Kirchberg, Werk von Wander Bertoni

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Winden am See
  • Pfarrkirche Winden am See: Barocker Kirchenbau, errichtet 1725 durch den kaiserlichen Hofsteinmetz- und Kirchenbaumeister Elias Hügel, nachdem 1683 die alte Pfarrkirche durch den Einfall der Türken niedergebrannt wurde. Zwei Westtürme. 1997/98 zeitgenössische Neugestaltung von Volksaltar und Ambo durch Wander Bertoni.
  • Freilichtmuseum Wander Bertoni: Das Freilichtmuseum des Bildhauers Wander Bertoni wurde in die alte Gritsch-Mühle eingebunden, es werden ca. 480 Objekte gezeigt; Errichtung eines neuen Ausstellungspavillons durch den Architekten Johannes Spalt. Nordwestlich der Gritsch-Mühle liegt die unter Denkmalschutz stehende Villa rustica auf der Flur Rübäcker.
  • Zeilerberg: Der Zeilerberg bietet mit seinen Trockenrasen den Lebensraum für viele Schmetterlingsarten und andere seltene Insekten der pannonischen Klimazone. Der Zeilerberg befindet sich ca. 3 km nördlich von Winden am See.
  • Windener Kirchberg: der Kirchberg östlich des Ortes beherbergt einen Trockenrasen mit einem Vorkommen der sehr seltenen Sand-Lotwurz.
  • Bärenhöhle: Am Fuße des Zeilerberges liegen die Eingänge zur Bärenhöhle, in der das Große Mausohr, Österreichs größte Fledermausart, seinen Unterschlupf hat. In der Höhle wurden Skelette von Höhlenbären und anderen ausgestorbenen Säugetierarten entdeckt. Seit 4. Februar 1929 steht die Höhle unter Denkmalschutz.
  • Der Sonnenanbeter, gefertigt von Wander Bertoni, am Kirchberg ist die größte Plastik in der Gemeinde und wurde 1963 errichtet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pendler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Winden ist eine Pendlergemeinde. Von den 603 Erwerbstätigen, die im Jahr 2011 in der Gemeinde wohnten, hatten 90 einen lokalen Arbeitsplatz. 513 Personen pendelten in die Umgebung aus und 36 kamen aus der Umgebung, um in Winden zu arbeiten.[2]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde befindet sich ein im Jahr 2018 neu erbauter Kindergarten mit Kinderkrippe.[3]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat:

Die Gemeindevertretung hat insgesamt 19 Sitze.

Bürgermeister:

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter:

  • Gregor Nagl (1740–1793), Webermeister, wurde 1778 als erster „Nicht-Steinmetz“ Ortsrichter in Kaisersteinbruch
  • August Ernst (1924–2013), Vorstand der Abteilung XII/2 beim Amt der Burgenländischen Landesregierung, somit Direktor des Landesarchivs und der Landesbibliothek[7]
  • Erwin Preiner (* 1962), Hauptschullehrer, österreichischer Politiker (SPÖ), Mitarbeiter des Präsidenten des österreichischen Bundesrates, seit Juli 2009 dessen Präsident turnusgemäß bis Dezember 2009

Personen mit Beziehung zur Gemeinde:

  • Wander Bertoni (1925–2019), Bildhauer, lebte seit 1965 in Winden am See

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Abschnitt „Die Partnergemeinden“ in „TÜPL Bruckneudorf – 150 Jahre Brucker Lager“ von Petra Weiß, Hrsg. Stadtgemeinde Bruck an der Leitha, April 2017, S. 464/465.
  • 800 Jahre Winden am See. 1217–2017. Herausgeber und Verleger Gemeinde Winden am See, 425 Seiten.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Archiv Stift Heiligenkreuz: Das Windener Pfarrgedenkbuch, 1726 … „der ehrengerechte und kunstreiche Herr Elias Hügel“. In: Mitteilungen des Museums- und Kulturvereines Kaisersteinbruch, Nr. 16, März 1992, S. 10–12, ISBN 978-3-9504555-3-3.
  2. Ein Blick auf die Gemeinde Winden am See, Berufspendler. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 7. November 2020.
  3. Kindergarten mit Kinderkrippe. Abgerufen am 7. November 2020 (deutsch).
  4. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2007 in Winden am See. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 21. Oktober 2007, abgerufen am 17. Januar 2020.
  5. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2012 in Winden am See. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 4. November 2012, abgerufen am 17. Januar 2020.
  6. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2017 in Winden am See. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 29. Oktober 2017, abgerufen am 17. Januar 2020.
  7. Roland Widder: Zum Gedenken an WHR Dr. August Ernst (20. Februar 1924 – 3. September 2013). In: Burgenländische Heimatblätter. Jahrgang 75, Ausgabe 4, 2013, S. 205–207, online (PDF) auf ZOBODAT

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Winden am See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Freilichtmuseum Winden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien