Windkolk

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Größter Windkolk der Alpen im Hüfifirn bei der Planurahütte
Dirndlkolk im Hallstättergletscher im Dachsteinmassiv, oft als größter Windkolk der Ostalpen bezeichnet

Ein Windkolk (auch Gletscherkolk) ist ein durch starke Windtätigkeit an einem Hindernis – beispielsweise einem Felsblock – entstandener Freiraum im Gletscher oder Schnee. Voraussetzung dafür sind starke, gleichmäßig wehende Winde („Prevailing winds“). Durch die Düsenwirkung wird der Schnee ständig erodiert. Derartige Strukturen können auch an künstlichen Hindernissen beobachtet werden, wie Gebäuden oder Zäunen. Der Effekt wird auch bei der Lawinenverbauung genutzt, zum Teil wird dieser mittels so genannter „Kolktafeln“ beim Verwehungsverbau bewusst ausgenutzt.

Eine Berechnung des Entstehungsprozesses scheint bisher weitgehend unmöglich, die Problemstellung ähnelt der der Wechtenbildung. Erstmals wurden diesbezügliche Versuche um 1920 von Wilhelm Welzenbach versucht, bedeutende Forschungen in diesem Bereich wurden auch von Ronald D. Tabler 1978 in den Ebenen von Wyoming vorgenommen. Mit wenig Erfolg versuchten Roland Meister und Paul Föhn dessen Ergebnisse zur Modellierung der Wechtenbildung und der Schneeverteilung in Lawinenanrisszonen zu adaptieren.[1]

Gleichartige Strukturen können auch in sandigem Gelände entstehen und werden dort gelegentlich auch als Windkolk bezeichnet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Roland Meister zum Thema Wechten

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]